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Willkommen unterwegs

Wir sind nicht auf der Suche nach Orten. Wir sind auf der Suche nach Leben.

Man kann reisen, um etwas abzuhaken. Oder man kann reisen, um sich selbst wieder zu spüren. Wir haben uns für Letzteres entschieden.

Seit wir unseren alten Alltag hinter uns gelassen haben, leben wir zwischen Straßen, Begegnungen, Zufällen und dem guten Gefühl, nicht mehr funktionieren zu müssen. Im Sommer mit dem Wohnmobil, im Winter mit leichtem Gepäck und viel Neugier.

Hier geht es nicht um perfekte Routen, sondern um echte Tage. Nicht um Tipps, sondern um Erlebnisse. Um Zweifel, Lachen, Staunen – und um das, was passiert, wenn man sich traut, sein Leben neu zu denken.

Wenn du spürst, dass da draußen vielleicht noch mehr ist als Termine, Pflichten und Gewohnheit, dann bist du hier richtig.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Indonesien 2026, Sulawesi Toraja, 11.01. - 13.01.

Toraja: Kultur, Chaos und Gänsehaut

Nach den ersten Tagen in Makassar, unserem Abstecher nach Ramang-Ramang mit Höhlen, Mangroven, Schlamm und Flughunden, der ungeplanten Vollbremsung durch eine saftige Lebensmittelvergiftung und der langen Busfahrt quer durch Sulawesi, sind wir nun endlich im Toraja-Land angekommen.

Ein neuer Abschnitt unserer Reise beginnt – mit fremder Kultur, beeindruckender Landschaft und Ritualen, die wir so noch nie erlebt haben.
Der Magen ist halbwegs beruhigt, die Neugier wieder voll da – und das Abenteuer geht weiter. 😄🌍

11. Januar 2026 – Zwischen Müßiggang, Motivation und Mausgeklicke 😄💻🌿

unsere Unterkunft Villa Luna in Toraja

Da wir ja gestern die Monsterbusfahrt hinter uns gebracht hatten 🚌😅, beschlossen Ela und ich, es heute mal ganz gemütlich anzugehen.

Nach einem leckeren Frühstück 🍳☕ verzog sich Ela auf die Terrasse und las 📖😌, während ich erst einmal ein paar Bilder von unserer herrlichen Unterkunft Villa Luna machte 📸. Sogar unser Roller war inzwischen angeliefert worden und stand schon brav vor dem Haus 🛵😄 – läuft.








Danach beschäftigte ich mich, zusammen mit meinem Partner ChatGPT 🤖😎, intensiv mit meinem Reiseblog. Warum ich hier so ein starkes Bedürfnis habe, „professionell“ zu arbeiten, ist mir selbst noch nicht ganz klar.

Zum einen möchte ich die Sache einfach gut machen, zum anderen habe ich vielleicht immer noch die Hoffnung, durch das Schreiben des Blogs ein bisschen Geld nebenher zu verdienen 💶😅.

Ich bin es halt mein ganzes Leben lang gewohnt, mein Geld zu verdienen – und das noch mehr in der Zeit, in der ich selbstständig war. Vielleicht komme ich aus dieser Nummer auch einfach noch nicht ganz raus… ich will halt was tun.
Und ganz ehrlich: Ich finde es auch wichtig, sich im Alter oder in der Rente sinnvoll zu beschäftigen. Gerade auf Langzeitreisen oder als Expat ist die Gefahr groß, dass man sinnvolles Tun durch exzessiven Alkoholgenuss ersetzt 🍺😬. Uns sind auf unserer Reise schon ein paar Exemplare begegnet, die dieses Thema sehr, sehr ernst nehmen… und das ist definitiv nicht die Art, wie ich mein Leben gestalten möchte.

Mal ein leckeres Bierchen – vor allem mein geliebtes Gruibinger 🍺😄 – darf natürlich schon sein. Aber eben nicht als Lebensinhalt.

Also tauchte ich zusammen mit ChatGPT tief in die Optimierung der Webseite ein 💻🔧 – und wir landeten tatsächlich mitten in der HTML-Programmierung. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich mich da noch einmal reinfuchse 😅.
Langsam, aber sicher bekam ich ein Gefühl für die Sache, und so verbrachte ich tatsächlich den ganzen Tag und bis in den Abend hinein am Computer. Nerd-Alarm 🤓😄

Pit beim Reise Blog schreiben

Zufrieden mit unserer Arbeit machten wir dann irgendwann Schluss für heute 😊.

Es gab noch Abendessen – diesmal ganz bequem geliefert 🍽️🚚 – danach noch ein bisschen Lesen im Bett 📖🛌 und das war’s dann auch.

Zwischendurch hatte Dommingus, unser Guide für die nächsten zwei Tage, Kontakt mit uns aufgenommen 📱.
Wir vereinbarten, dass er uns morgen um 08:00 Uhr abholen würde.
Geplant war eine geführte Rollertour zu den Sehenswürdigkeiten von Toraja 🛵🌄😍.

Und da wussten wir:
Morgen geht’s wieder richtig los. 😎🌍

12. Januar 2026 – Sarongs, Spannung und der erste Schritt in den Totenkult 😳🖤🏍️

Mit großer Vorfreude auf die heutige Tour wachten wir auf 😄, nahmen ein kleines Frühstück zu uns 🍞☕ und schon traf – mehr als pünktlichst – unser Guide Dommingus bei uns ein 👋😎.
Er erklärte uns den Plan für den Tag, und zur Vorfreude mischte sich plötzlich noch ein ganz anderes Gefühl: Unsicherheit… und ein bisschen banges Erwarten 😬.

Denn gleich am ersten Tag sollte es zu einer Beerdigungszeremonie gehen. Von diesen hatten wir schon gehört und auch Bilder gesehen… und da floss reichlich Tierblut. Viel. Sehr viel. 🐃🩸
Aber dazu später mehr…

Da wir uns für die Zeremonie passend kleiden mussten, bekamen wir von Lynda zwei schwarze Sarongs 🖤 und Ela noch ein Tuch für die Schultern. Wir waren also offiziell zeremonientauglich 😄.
Zum Glück hatten wir vorher noch etwas Zeit, denn wir wollten zuerst noch ein paar Dinge anschauen und einkaufen.

Also ging es mit dem Roller ins Zentrum von Rante Pao 🛵💨, zunächst in einen Laden.
Ela wollte sich eine Sweatjacke kaufen, da es hier morgens und abends doch recht kühl ist – und bei Busfahrten sowie beim Fliegen hat man ja oft das Gefühl, man sitzt im Kühlschrank ❄️😅.

Fahrt mit dem Scooter in Toraja


unterwegs im Toraja Land

Gleich im ersten Laden wurde sie fündig 🛍️😄 – effizient, wie immer – und schon ging die Fahrt weiter zum nächsten Ziel.

Unser nächster Stopp war das traditionelle Dorf Ke’te Kesu 🏠🌴.
Dieses Dorf ist eine Mischung aus Touristenattraktion und tatsächlicher Nutzung. Die traditionellen Häuser werden hier hauptsächlich noch für Beerdigungszeremonien genutzt, während die Bewohner ansonsten in moderneren Häusern leben. Das ist nicht überall in Toraja so – in manchen Gegenden wohnen die Menschen noch ganz klassisch in den Tongkonan-Häusern. Das sollten wir später noch sehen.


Ke'te Kesu

Besonders bekannt ist Ke’te Kesu aber auch für den alten Friedhof, bei dem die Särge der Familien hoch oben in den Felsen hängen 😳🪦.

Allein die Vorstellung war schon beeindruckend – und ein bisschen unheimlich.
Wir waren auf jeden Fall sehr gespannt, was uns dort erwarten würde…

Also liefen wir zunächst in die Siedlung hinein, und Dommingus erklärte uns alles in richtig gutem Englisch 😄. Überall rund um die Häuser wurde kräftig gebaut, gehämmert und geschleppt 🛠️🏗️. Ela und ich erfuhren, dass dies die Vorbereitungen für eine Beerdigungszeremonie hier im Dorf waren. Alle Bewohner halfen zusammen, um temporäre Hütten für die Gäste der Beerdigung zu errichten. Ein echtes Gemeinschaftsprojekt 💪😌.
Welche gigantischen Ausmaße das Ganze tatsächlich annimmt, sollten wir später bei unserer Zeremonie noch hautnah erleben 😳.

Tongkonan Haus Toraja




Wir gingen in eines der Häuser hinein, und Dommingus erklärte uns die Raumaufteilung 🏠. Obwohl es draußen schon ziemlich warm war ☀️, herrschte drinnen ein angenehm kühles Raumklima – erstaunlich, wie gut diese traditionellen Häuser gebaut sind.

Nach diesem Besuch ging es weiter zu den heutigen Grabstätten des Dorfes 🪦. Hier erklärte man uns, was es mit den Statuen auf sich hatte, die vor den Gräbern saßen oder standen. Diese Figuren heißen Tau-Tau und sind die Abbilder der Verstorbenen. Sie wachen symbolisch über die Gräber und stellen den Verstorbenen dar.

Und wenn solche Tau-Tau vorhanden sind, dann war die Beerdigung definitiv eine teure Angelegenheit 💸😬.

Denn pro Tau-Tau müssen mindestens 24 Büffel geopfert werden – davon mindestens zwei Albino-Büffel.
Und jetzt haltet euch fest:
Ein normaler Büffel kostet hier umgerechnet etwa 17.000 € 😳
Ein Albino-Büffel liegt bei ca. 50.000 € 😱
Kein Witz. Ich habe mich drei Mal schlau gemacht – immer die gleichen Infos.

Zu den Büffeln kommen noch unzählige Schweine und anderes Getier, die auf diesem fünftägigen Event direkt vor Ort geschlachtet und anschließend verspeist werden 🐖🩸🔥. Ein logistischer und finanzieller Wahnsinn – und gleichzeitig hier ein Zeichen von Respekt, Status und Ehre für den Verstorbenen.

Von diesem Platz aus konnten wir dann auch schon die alten hängenden Gräber sehen, die hoch oben in den Felsen lagen 😮🪨.
Ein wirklich beeindruckender, aber auch leicht beklemmender Anblick.
Spätestens hier war uns klar:
Toraja ist eine andere Welt. 🌍😌



Zusammen mit Dommingus liefen wir hoch zu den Gräbern, und wir bekamen noch weitere Informationen 🪦. Die einzelnen Holzboxen dort oben waren nämlich keine Särge für Einzelpersonen, sondern sozusagen Familiengräber. Deshalb lagen in diesen Kisten auch jede Menge Knochen und Schädel – alles wild durcheinander 😳💀.





Pit und Ela in Toraja unterwegs



Wenn so eine Kiste herunterfiel oder auf andere Weise zerstört wurde, hatte man sich im Dorf pragmatisch darauf geeinigt, die Gebeine an einem Platz zu sammeln und offen zu präsentieren. Die einzelnen Knochen ließen sich ohnehin nicht mehr zuordnen – also: praktisch denken, Problem gelöst.

So blickten uns von allen Seiten Knochen und Gebeine an, dann noch die alten Tau-Tau Statuen… ganz ehrlich: spucki 😬.

Nachdem wir hier genug gesehen hatten, liefen wir zurück zu unseren Scootern 🛵 und fuhren in Richtung der Beerdigungszeremonie.
Ela und ich waren jetzt tatsächlich ein bisschen nervös 😅. Man weiß ja theoretisch, was kommt – aber praktisch ist das dann noch mal eine ganz andere Nummer.

Da wir etwas zu früh dran waren, hielten wir noch kurz an einer Häuseransammlung an. Dort konnten wir Handwerker beobachten, die das Holz der Tongkonan-Häuser kunstvoll schnitzten 🔨🎨. Unglaublich, was für eine Detailarbeit das ist.



Hier erfuhren wir auch, dass jedes noch so kleine Dorf einen Jugendtreff hat, in dem sich die Jugendlichen jeden Abend treffen – und dabei auch gerne mal ein bisschen Palmwein schlürfen 🍶😄. Dorfleben 2.0.

Dann war es soweit…Wir fuhren weiter zur Zeremonie 😳.

In etwas Abstand parkten wir unsere Roller, schlüpften in unsere Sarongs – noch nicht ganz, aber schon mal halb zeremonientauglich 🖤 – und liefen zum Zeremoniegelände.






Schon von weitem war eine kräftige Geräuschkulisse zu hören 🔊. Am lautesten: das Quieken der Schweine 🐖😬.
Und ich sag’s ehrlich: Mir lief schon ein kalter Schauer über den Rücken… 🥶

Wir liefen in das Gelände hinein und waren geflasht 😳. Es war eine hohe Geräuschkulisse, überall Menschen, überall Bewegung. Es wurde geredet, gelacht, gerufen, Kinder rannten herum 🏃‍♂️👧 und überall standen diese provisorischen Hütten aus Bambus, die für die Gäste der Beerdigung aufgebaut worden waren 🌿🏗️. Diese waren daran zu erkennen, dass sie mit roten Tüchern behangen waren 🟥. Schweine lagen am Boden und quiekten erbärmlich 🐖😬, was aber offenbar niemanden interessierte. Uns war sofort klar, das hier war kein kleines Dorfereignis, das war richtig groß.


Wir wurden von einem Mitglied der Familie empfangen und begrüßt 👋. Alles glich eher einem Volksfest als einer Beerdigung 🎪. Wir schauten uns noch die Statue der verstorbenen Dame an 🗿 und ließen das Ganze erst einmal kurz auf uns wirken. Danach nahmen wir unsere zugewiesenen Plätze ein 🪑 und warteten, was wohl als Nächstes passieren würde. Alles und jeder Besucher Platz war hier genau organisiert. 



Mit Dommingus hatten wir ausgemacht, dass Ela und ich nicht unbedingt beim Töten der Tiere zuschauen wollten, und er meinte, das sei kein Problem 👍. Während wir so dort saßen, übergab unser Guide einem weiteren Familienmitglied unsere Spende 💰. Wir erfuhren später, dass es 300.000 Rupien Bargeld waren, die wir schon im Vorfeld bei unserer Buchung mitbezahlt hatten.

Des Weiteren erfuhren wir, dass wir uns am zweiten Tag von insgesamt fünf Tagen der Zeremonie befanden 📅. Gestern war der Leichnam vom Haus der Familie hierher überführt worden, und heute war der Tag, an dem der Leichnam einmal um die kleine Ortschaft herumgetragen werden sollte 🚶‍♂️⚰️, bevor er vom kleinen Tragehäuschen in das größere Zeremonienhäuschen umgebettet wurde. Dieses kleine, kunstvoll gearbeitete Tragehäuschen durfte pro Leichnam nur einmal verwendet werden – ein unvorstellbarer Aufwand 😮.

Es kam hier oft vor, dass vom Tag des Todes bis zur endgültigen Beisetzung Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen konnten ⏳, bis zur abschließenden Zeremonie. Die Leiche wurde in dieser Zeit tatsächlich zuhause aufbewahrt 🏠. Damit sie nicht verweste, wurde sie mit Formaldehyd oder auch Essig behandelt 🧪. Wie das dann aussah, sollten wir am nächsten Tag noch zu sehen bekommen 😬.

Irgendwann wurden uns Kaffee, Tee und Kuchen serviert ☕🍰 sowie später dann das Mittagessen 🍛. Wir waren tatsächlich ein Teil der Zeremonie geworden. Direkt hinter unserem Sitzplatz befand sich eine der Küchen, die hier auch provisorisch eingerichtet worden waren.





Nach dem Essen kam Bewegung in die Sache. Das Tragehäuschen mit der Leiche wurde etwas nach vorne gebracht, und uns wurde erklärt, dass nun der Transport der Leiche rund um die Ortschaft beginnen würde 🚶‍♂️⚰️. Dann kamen die Worte von Dommingus: Bevor dies geschieht, wird nun der erste Büffel der Zeremonie geopfert 🐃😳.





Ela und ich schauten uns an. Ich entschied mich dafür zuzusehen, Ela dagegen. Also begab ich mich zum Schlachtplatz, der – wie konnte es auch anders sein – direkt im hinteren linken Bereich des Hauptplatzes lag, also mitten im Geschehen 😬. Ela blieb auf unserem Platz sitzen. Dommingus meinte, ich solle nicht zu weit nach vorne gehen, da es vorkommen könne, dass der Büffel im Todeskampf noch einmal wild werde ⚠️🐃.

Der Büffel wurde hergeführt und festgebunden 🐃⛓️. Genau nach Orga-Plan gab es dann eine kurze Rede 🎤, und der Henker schaute immer wieder zum Sprecher. Als dieser schließlich das letzte Wort sprach, hob der Henker den Kopf des Tieres an und schlug mit einem langen Messer in den Hals des Büffels 🔪😬. Es klaffte eine große Wunde, aber der Büffel war nicht tödlich getroffen.


der erste Büffel wird getötet


Alles war schon ziemlich makaber und für mich absolut fremd 😳. Beim zweiten Versuch klappte es dann, und der Henker traf die Hauptschlagader. Das Blut spritzte 🩸, das Volk jodelte, und ich musste mich fast übergeben 🤢. Das Tier brach innerhalb kürzester Zeit zusammen und verendete.



Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Männer in roten Hemden bildeten einen Kreis um das Tragehäuschen 🔴👕 und sangen ein Lied 🎶. Frauen klopften rhythmisch in einen Holztrog 🪵🥁, und überall herrschte komplette Aufruhr. So wie es aussah, war dies ein sehr wichtiger Teil der Zeremonie.



Junge Männer hoben dann das Tragehäuschen mit wildem Geschaukel und lauten Rufen nach oben 💪😅, unter einer langen roten Schärpe reihten sich die Frauen der Familie dahinter 🟥👩‍👩‍👧‍👧, und schon war der Leichnam auf dem Weg rund ums Dorf 🚶‍♂️⚰️.





Bevor ich mich anschloss, warf ich noch einmal einen Blick auf das tote Tier und sah, dass die Metzger bereits dabei waren, es zu zerlegen 🔪🐃. Man muss auch wissen, dass das Fleisch des Tieres an alle Dorfbewohner, an Gäste und honorige Besucher verteilt oder direkt verspeist wurde 🍖. So war es hier Brauch.

Ich folgte der Zeremonie, Ela war es zu heiß und sie blieb sitzen ☀️😅. Das war ein wildes Treiben. Am Anfang das Tragehäuschen, dann die Gäste, dann ein paar weitere Häuschen, die getragen wurden, und am Schluss die Statue der Dame, die ebenfalls getragen wurde und sich das Spektakel von hinten ansah 🗿😄.


Immer wieder wurde das Tragehäuschen abgestellt, wieder aufgenommen, wild durcheinander geschüttelt 💪😅, es wurde viel gelacht und geschrien 🔊😄, und so ging es dahin bis zum Wendplatz. Die Ortschaft hatte keinen Rundkurs, und so wurde nach einer gewissen Strecke einfach gewendet, und es ging wieder zurück zum Zeremonieplatz. Ein Riesenspektakel 😳.




Da Worte nicht ausreichen, um das alles zu beschreiben, schneide ich gerade dazu einen Videofilm für YouTube 🎬.

Und da mir langsam auch die Power ausgeht, weiterzuschreiben, und wir kurz danach auch die Zeremonie verließen, fasse ich mich jetzt etwas kürzer.

Nachdem das Tragehäuschen wieder an seinem Platz auf dem Gelände war, wurde es zerlegt, sodass nur noch der eigentliche Sarg mit Untergestell übrig blieb ⚰️. Dieser wurde dann nach oben auf das Zeremonienhäuschen gehievt 💪und gleich nebendran wurde munter weiter ein paar Schweinchen geschlachtet und von dem Büffel war nur noch der Kopf übrig.




Danach folgte eine ziemlich lange Nachrede auf die alte Dame, bei der sämtliche Lebensereignisse aufgerufen wurden 🎤.

Im Anschluss daran prozessierten die eigentlichen Familienangehörigen in das wunderschön hergerichtete Familienhaus 🏠. Als dies alles geschehen war, verließen wir die Beerdigungszeremonie.



Mittlerweile hatten wir hier mehrere Stunden verbracht, und langsam wurden wir müde 😴. Wir erfuhren noch, dass sich die gesamten Gäste hier die nächsten 4–5 Tage aufhalten würden – mit Übernachtung, Verpflegung, allem Drum und Dran 🏕️🍽️.

Wir hingegen schnappten unsere Roller 🛵, fuhren noch eine kleine Runde durch die Berge 🌄 und kamen dann am Nachmittag wieder in unserer Unterkunft Villa Luna an 😌.



Landschaft Toraja Sulawesi

Wir verabschiedeten uns von Dommingus 👋, vereinbarten einen Termin für morgen zum zweiten Teil der Rundreise 📅, duschten 🚿, bestellten uns noch etwas zu essen 🍽️ und mussten erst einmal all die Eindrücke dieses Tages sacken lassen 😵‍💫.

13. Januar 2026 – Tiermarkt, Büffel, Bargeld und blankes Staunen 🐃💰😳

Mit viel Freude wachten Ela und ich heute Morgen auf 😄, schließlich sollte unsere zweitägige Erkundungstour heute weitergehen. Schon um 07:30 Uhr stand Dommingus parat 👋, und nachdem wir noch gemeinsam einen Kaffee getrunken hatten ☕, ging es auch schon los 🛵💨.

Unser erstes Ziel für heute war der legendäre Tiermarkt von Rantepao 🐖🐃. Dieser gilt als der größte seiner Art in Sulawesi – wenn nicht sogar in ganz Indonesien.
Dort angekommen parkten wir unsere Roller und betraten das weitläufige Gelände 🚶‍♂️🚶‍♀️.

Gleich zu Beginn kamen wir zum Schweinemarkt 🐖. Wir beobachteten Verkäufer und Käufer beim Handeln. Die großen Tiere konnten sich in den Ställen bewegen, die Ferkel dagegen steckten kurzerhand in Säcken und wurden nur zur verkaufstechnischen Begutachtung herausgezogen 😬.
Tiere sind hier einfach Ware – aber ehrlich gesagt ist das bei uns in Europa auch nicht anders, nur eben nicht so offensichtlich.




Dann kamen wir in den Bereich, wo die Büffel gehandelt wurden 🐃.

Tiermarkt Rante Pao Sulawesi

Einfach unglaublich, was hier für Werte herumstanden. Mittlerweile kannten wir dank Dommingus die Preise in etwa:

Ein normal gefärbter, ausgewachsener Büffel: ca. 15.000 € 😳
Ein Albino-Büffel, ausgewachsen: im Schnitt 50.000 € 😱
Ja, ihr lest richtig.


Weibliche Tiere oder jüngere waren entsprechend günstiger, besondere Prachtexemplare dagegen noch deutlich teurer.

Bei ungefähr 800 Tieren, die hier so herumstanden, konnte man sich grob ausrechnen, welchen Gegenwert das Ganze hatte 💸💸💸.

Wir beobachteten einen Händler, der gerade ein Tier verkauft hatte – um ihn herum lagen tatsächlich Bündel von Geldscheinen 💵. Hier wird alles in bar abgewickelt. Schon irgendwie surreal.



Wenn man bedenkt, dass bei einer Beerdigung mit Statue mindestens 24 Büffel, davon 2 Albinos, geschlachtet werden müssen, damit die Tau-Tau-Statue am Grab aufgestellt werden darf, entspricht allein der Gegenwert der Büffel einer Summe von ungefähr 450.000 € 😳😳.

Da sage noch einer, eine Beerdigung in Deutschland sei teuer…

Wir beobachteten das muntere Handelstreiben noch eine Weile, setzten uns dann wieder auf unsere Roller 🛵 und fuhren weiter zur Begräbnisstätte Lemo 🪦.

Lemo Rante Pao Sulawesi

Dort angekommen erzählte uns Dommingus die Geschichte dieser Begräbnisstätte 🪦. Im oberen Teil befand sich die neuere Anlage, die heute von allen Dorfbewohnern genutzt wird.



Lief man jedoch etwas weiter ins Tal hinab, kam man zu einem Felsen, der durch seinen Pflanzenbewuchs eine fast runde Form hatte 🌿🪨.




Dies war die Begräbnisstätte, die ausschließlich einer sehr vermögenden Dorffamilie gehörte. Schon allein der Anblick ließ erahnen, welchen Status diese Familie hier hatte 😳.

Wir erfuhren außerdem, dass die Steinmetze für die Herstellung einer Grabkammer mindestens zwei Büffel erhielten 🐃🐃. Hier wurde also tatsächlich noch mit Tieren bezahlt. Geld spielte dabei eher eine untergeordnete Rolle – auch das wieder eine völlig andere Welt.

Wir bestaunten die Anlage, lauschten den Erklärungen unseres Guides 👂😄 und machten natürlich viele Bilder 📸📸.

Vielleicht auch erwähnenswert: In diesen zwei Tagen sahen wir die berühmtesten Begräbnisstätten der Region. Jedes Dorf hat hier seine eigene Stätte, nur sind die meisten davon nicht touristisch bekannt. Es gibt also noch unzählige weitere – nur eben ohne Reisebusse und Besuchergruppen.

Bei unserer Busfahrt nach Rantepao hatten wir in Makale diese riesige Jesusstatue auf einem Berg gesehen ⛰️✝️, die uns sofort an Rio de Janeiro erinnert hatte. Schon damals waren Ela und ich total fasziniert gewesen 😍, und so baten wir unseren Guide, doch unbedingt dorthin zu fahren.

Da unsere Route ohnehin in Richtung Süden ging, baute Dommingus das Ganze geschickt in die Tour ein 🛵💨, und nach einer gemütlichen Fahrt standen wir auch schon hoch oben auf dem Berg, direkt unterhalb der Statue 😳.


Wirklich beeindruckend – sowohl die Statue selbst als auch die Aussicht von hier oben 🌄. Da Indonesien eigentlich eher muslimisch geprägt ist, verblüffte uns dieses riesige Jesus-Abbild hier noch viel mehr.

Wir erfuhren jedoch, dass im Toraja-Land viele Bewohner den katholischen oder evangelischen Glauben angenommen haben, allerdings gemischt mit ihren uralten Sitten und Gebräuchen ⛪🗿.

Natürlich konnte ich es mir wieder mal nicht verkneifen, noch weiter nach oben zu steigen 😅. Von dort hatte man einen noch besseren Ausblick, und ich genoss das Ganze richtig 🌄😌. Als ich so unter der Statue stand dachte ich so bei mir: Ich habe es schon weit im Leben gebracht, ich darf sogar zu den Füßen von Jesus stehen 😎





Ela widmete sich derweil der Völkerverständigung 😄 – kaum war ich losmarschiert, musste sie schon als Fotomotiv herhalten, wie sie mir später erzählte 📸😅.

Von diesem beeindruckenden Symbol des christlichen Glaubens ging es dann zu einem Ort, der widersprüchlicher kaum sein konnte.

Wir fuhren zum sogenannten Babytree 🌳😳.

Ein Baum, in dem verstorbene Babys beerdigt wurden.
Nein, kein Witz.

Ela und ich konnten das zunächst auch nicht so richtig erfassen 🤯, aber als wir dann dort ankamen, konnten wir diesen Totenkult hautnah sehen.
Und wieder war klar: Toraja ist wirklich eine ganz eigene Welt 🌍😌



Die ganze Atmosphäre dieses Platzes hatte irgendwie etwas Magisches ✨. Man hielt tatsächlich unbewusst kurz den Atem an und senkte automatisch die Stimme 🤫.

Dommingus erklärte uns den Ablauf und was es mit dem Babytree auf sich hatte 🌳.

Starb ein Baby, bevor es Zähne bekam, wurde es hier im Baum beerdigt. Dazu wurde eine Öffnung in den Stamm geschnitten, sodass der kleine Leichnam darin Platz fand 😳. Anschließend wurde das Loch wieder verschlossen – und man glaubt es kaum – im Laufe der Zeit wuchs sogar wieder Rinde darüber.

Baby Tree Toraja Sulawesi

Die Einheimischen glaubten, dass der Saft des Baumes, der weißlich ist, die Muttermilch ersetzte 🥛🌳 und das Baby im Baum sozusagen weiterlebte und mit dem Baum groß wurde. Ein Gedanke, der für uns schwer zu greifen war, aber hier ganz selbstverständlich dazugehört.

Mittlerweile kommt es dank besserer medizinischer Versorgung zum Glück nicht mehr so oft vor, dass Babys sterben 🙏. Entsprechend müssen diese Plätze heute nicht mehr so häufig genutzt werden. Eine gute Entwicklung.

Nach dem Besuch des Babytrees hatte Dommingus Hunger 😄, und wir hielten an einem kleinen Warung 🍽️.
Eigentlich hatte Ela auch Hunger, und ich hätte auch eine Kleinigkeit essen können, aber der Inhalt der zur Schau gestellten Schüsseln sprach uns jetzt nicht wirklich an 😬.

Aal vom Reisfeld, der aussah wie kleine schwarze Schlangen 🐍, das zweite Gericht Goldfisch 🐟 und das dritte Hühnchen mit einer irgendwie seltsamen grünen Farbe 🐔🟢.
Ela und mir verging spontan der Appetit 🤢.

Dommingus hingegen verspeiste mit sichtlichem Genuss einen Goldfisch mit Reis 😅.
Ela und ich begnügten uns derweil mit Kaffee und Tee ☕🍵.

Danach plauderten wir noch ein bisschen, wobei Dommingus sich in der Zeit mal eben eine Kanne Palmwein hinter die Binde kippte 🍶😄. Ich sollte auch probieren, aber mir war schon seit geraumer Zeit nicht mehr nach Alkohol zumute 🙈.

Nach diesem kleinen Päuschen ging es dann weiter zum Sleeping Man 😳 –
eine weitere Kuriosität für uns, für die Einheimischen hingegen ganz normal.

Dort angekommen sah man schon an den Häusern, dass hier eine wohlhabende Familie lebte 🏠😳. Auch der Büffel gleich am Eingangsbereich ließ das erahnen 🐃.
Da dieser rote Hörner hatte, fragte ich Dommingus warum. Er erklärte mir, dass dies ein Kampfbüffel sei. Bei diesen Büffelkämpfen gibt es scheinbar selten tote Tiere, da sich der Verlierer einfach vom Acker macht. Dieser hier sah definitiv aus wie ein Gewinner – ein richtiger Prachtbursche 💪🐃.






Dann gingen wir in ein Gebäude hinein, das zum einen ein kleines Museum war und zum anderen in einen Raum führte, in dem der sogenannte Sleeping Man lag 😳.

Alle sprachen immer nur vom Sleeping Man, doch genau genommen waren es zwei Personen – ein Mann und eine Frau.

Der Mann war vor 3,5 Jahren gestorben, die Frau vor 1,5 Jahren. Beide wurden hier im Haus aufbewahrt, da dies – vom Stand her – eine sehr teure Zeremonie werden würde und das Geld dafür noch nicht vorhanden war 💸.
Ganz normal hier.


Sleeping Man Toraja Sulawesi

Wir erfuhren, dass, wenn alles gut läuft, die beiden im nächsten Jahr ihre Zeremonie bekommen würden 📅.

Mittlerweile war der Anblick der beiden Toten für Ela und mich nichts Besonderes mehr. Wir hatten uns innerlich mit diesem Kult arrangiert 😌. Schon irgendwie verrückt, wie schnell man sich an Dinge gewöhnt.

Durch die Hitze ☀️ und die vielen Eindrücke 😵‍💫 waren wir inzwischen ziemlich erschöpft und ehrlich gesagt auch froh, dass nur noch zwei Ziele auf dem Programm standen.

Zum einen ein weiteres Höhlengrab 🪦🕳️ und zum anderen eine Shoppingtour in Makale 🛍️😄.
Wir hatten unseren Reisewasserkocher mal wieder geschrottet und brauchten dringend Ersatz 😂.

Das Besondere an der nächsten Grabstätte war, dass diese in einer kleinen Höhle lag 🪨🕳️. Klar, hier gibt es Kalkstein und Wasser – also gibt es hier auch Höhlen 😄.
Die Gegend war wunderschön 🌿🌄, und wie so oft befanden sich an einer Stelle die neuen Grabstätten, zu den alten musste man wieder ein kleines Stück laufen.



Grabstääte Tampang Allo

Genau das taten wir und standen nach kurzer Zeit vor der Höhle 😳.


Wieder absolut beeindruckend. Die Tau-Tau-Figuren schauten uns aus den Nischen des Felsens heraus an 🗿👀. Ein ziemlich spezieller Anblick.












Auch hier wurden die Gebeine, die aus kaputten Särgen gefallen waren, gesammelt und aufbewahrt 💀.

Durch die Höhle hatte diese Begräbnisstätte wieder ihren ganz eigenen Charakter. Ruhig, kühl, ein bisschen unheimlich und gleichzeitig faszinierend 😌😳.

Hier trafen wir ein deutsches Paar 🇩🇪, mit dem wir uns eine Weile unterhielten. Unter anderem auch über eine Orang-Utan-Tour, die sie vor Kurzem auf Borneo gemacht hatten 🐒🌴 – genau an der Stelle, wo Ela und ich auch noch hin wollten.
Zu diesem Zeitpunkt war uns beiden noch nicht bewusst, dass dieses Gespräch noch am selben Tag Auswirkungen auf unsere weiteren Pläne haben sollte 😅.

Jetzt lauschten wir aber erst einmal den Erklärungen von Dommingus 👂😄, schauten uns alles in Ruhe an 📸 und machten uns dann auf den Weg nach Makale zur Shoppingtour 🛍️🛵💨.

Dort angekommen wurden wir relativ schnell fündig 🛍️😄 und kauften unseren neuen kleinen Wasserkocher. Danach waren es nur noch ein paar Kilometer bis zu unserer Unterkunft 🛵💨.



Dort angekommen verabschiedeten wir uns von Dommingus 👋, gaben ihm noch ein gutes Trinkgeld 💰 – die eigentliche Tour hatten wir ja schon bei der Buchung bezahlt – und jetzt war erst einmal ein kleines Päuschen angesagt 😌.

Nachdem Ela und ich unsere Kräfte wieder gesammelt hatten 🔋, sprachen wir über unsere weiteren Reisepläne 🗺️. Eigentlich war der ursprüngliche Plan, nach dem Abenteuer Toraja weiter Sulawesi zu bereisen. Da wir aber von dem spanischen Paar in unserer Unterkunft erfahren hatten, dass die Weiterfahrt von hier mit dem Bus in Richtung Norden eher Quälerei als Genuss sein sollte 😬, schied diese Option schon mal aus.

Der Plan war ja auch, uns Ende Januar mit einem deutschen Paar in Gorontalo zu treffen, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns bekundet hatten 🤝.
Aber… irgendwie war bei mir die Luft mit Indonesien raus 😅. Ich kann das gar nicht richtig festmachen, aber der große Reiz war im Moment einfach weg. Ich schilderte das Ela, und auch sie war nicht abgeneigt, Indonesien jetzt zeitnah zu verlassen.

Was allerdings ganz klar noch auf dem Programm stand, waren die Orang-Utans auf Borneo 🐒🌴. Ende Februar wollten wir ja außerdem noch Bekannte in Thailand besuchen 🇹🇭, also musste jetzt ein neuer Plan her.

Nach ein bisschen Hin und Her 🤔 legten Ela und ich diesen schließlich fest:

Wir wollten noch bis 16.01. hier in der Villa Luna bleiben. Eigentlich hatten wir nur bis 15.01. gebucht, also gönnten wir uns noch zwei Tage Relax-Time 😌.
Ich wollte diese zwei Tage nutzen, um meinen Reiseblog zu schreiben ✍️ und einen YouTube-Film zu schneiden 🎬.

Dann wollten wir am 16.01. von Palopo nach Makassar fliegen ✈️ und am selben Tag weiter nach Surabaya, da man von dort einen Direktflug nach Pangkalan Bun buchen konnte – dem Zentrum für die Orang-Utan-Tour, die wir machen wollten 🐒🌿.

Anschließend sollte es nach Malaysia gehen 🇲🇾, von dort weiter nach Thailand 🇹🇭 und Ende März dann zurück nach Jakarta und von dort wieder nach Deutschland 🇩🇪.

Nachdem der grobe Plan gezimmert war 🛠️, legte ich los:
Ich sagte Lynda Bescheid, dass wir eine Nacht länger bleiben 📱, buchte die zwei Flüge bis nach Surabaya ✈️✈️, reservierte dort gleich ein Hotel am Flughafen 🏨 und organisierte einen Fahrer, der uns am Freitag zum Flughafen Palopo bringen sollte 🚗.

Danach war ich wahrlich am Sack 😵‍💫.
Gute Nacht 😴🌙

Hier noch der Youtube Film, der letzten zwei Tage. Viel Spaß beim anschauen.



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