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Willkommen unterwegs

Wir sind nicht auf der Suche nach Orten. Wir sind auf der Suche nach Leben.

Man kann reisen, um etwas abzuhaken. Oder man kann reisen, um sich selbst wieder zu spüren. Wir haben uns für Letzteres entschieden.

Seit wir unseren alten Alltag hinter uns gelassen haben, leben wir zwischen Straßen, Begegnungen, Zufällen und dem guten Gefühl, nicht mehr funktionieren zu müssen. Im Sommer mit dem Wohnmobil, im Winter mit leichtem Gepäck und viel Neugier.

Hier geht es nicht um perfekte Routen, sondern um echte Tage. Nicht um Tipps, sondern um Erlebnisse. Um Zweifel, Lachen, Staunen – und um das, was passiert, wenn man sich traut, sein Leben neu zu denken.

Wenn du spürst, dass da draußen vielleicht noch mehr ist als Termine, Pflichten und Gewohnheit, dann bist du hier richtig.

Dienstag, 21. Oktober 2025

Indonesien 2025, Yogyakarta 20.10. - 23.10.

 

20. Oktober 2025 – Abschied vom Inselparadies

Heute war es soweit – Abreisetag von Karimunjawa.
Soweit war alles im Vorfeld perfekt organisiert:
Die Fähre war gebucht und gestern vom Büro im Hafen nochmals bestätigt worden,
die Unterkunft in Jepara ebenfalls reserviert,
und sogar die Busfahrt nach Yogyakarta für morgen war schon fix.
Selbst dort hatten wir bereits eine Unterkunft für drei Nächte gebucht.

Also eigentlich: Alles bestens vorbereitet, dachte ich. 😎

Doch dann kam beim Bezahlen in unserer Unterkunft – Roller für sieben Tage, Schnorchelausflug, Wäsche waschen, Essen und Getränke – die Erkenntnis:
Ich hatte mich mit unserem Bargeldbestand etwas vertan.
So sehr sogar, dass nicht mal mehr genug Geld übrig blieb, um den Taxifahrer, der uns um 11:00 Uhr abholen sollte, bezahlen zu können. 🤦‍♂️

Kurz überlegt – Plan A war, nochmal schnell in die Stadt zu düsen und an der Bank Geld zu holen.
Doch dann hatte Ela die rettende Idee:
Vreni und Ernst von der Tauchbasis hatten uns ja angeboten, bei Bedarf Geld zu tauschen.

Also schrieb Ela den beiden kurz über WhatsApp, und keine zwei Minuten später kam die Antwort:
„Klar, kommt einfach vorbei – kein Problem!“

Perfekt!
Ich schwang mich auf den Roller, fuhr zu den beiden – der Weg war ohnehin kürzer als in die Stadt – und wurde dort wie immer herzlich empfangen.
Ein bisschen gequatscht, 100 Euro getauscht, ein paar Lacher später war ich auch schon wieder zurück bei Ela. 😄

Dann hieß es packen, nochmal kurz chillen und den letzten Blick aufs Meer genießen.
Unser Taxifahrer – derselbe, der uns damals auch hergebracht hatte – war natürlich wieder pünktlicher als vereinbart.
Wir hatten 11:00 Uhr abgemacht, aber um 10:30 Uhr stand er schon auf dem Grundstück.

Also Gepäck eingeladen, ein letzter Blick auf unsere kleine Oase am Meer –
und ab ging’s zum Fährhafen.
Das Abenteuer „Karimunjawa“ ging zu Ende,
aber das nächste Ziel – Yogyakarta, das Herz Javas – wartete schon. 🌴🚤

Am Fährhafen holten wir zuerst unsere Tickets am Schalter ab, und unser Fahrer brachte uns anschließend direkt bis zur Anlegestelle.




Dort ging’s noch gemütlich zu, und da wir etwas früher abgeholt worden waren, hatten Ela und ich jede Menge Zeit, uns noch etwas zu essen zu besorgen und das bunte Treiben am Hafen zu beobachten.

Doch kaum trafen beide Fähren – die Speed-Fähre und die langsamere große Fähre – fast gleichzeitig ein, änderte sich die Stimmung schlagartig.
Plötzlich war es ein wildes Durcheinander: Fußgänger, Mopeds, Autos, alle gleichzeitig in Bewegung, jeder wollte zuerst rauf oder runter.
Man fragt sich wirklich, wie hier niemand zu Schaden kommt – aber irgendwie funktioniert es eben doch, wie so oft in Indonesien. 😄







Unsere Fähre sollte um 13:00 Uhr ablegen, und pünktlich um 12:30 Uhr begann das Boarding.

Alles klappte wieder mal reibungslos. Wir nahmen unsere reservierten Sitzplätze ein, und schon wenige Minuten später verließen wir Karimunjawa.

Das Meer war diesmal spiegelglatt, kein Wellengang, kein Geschaukel – eine ruhige und entspannte Überfahrt.
Ein perfekter Abschied von dieser traumhaften Insel. 🌊🌴





Am Fährhafen in Jepara angekommen, lief uns – wie könnte es anders sein – wieder der freundliche Mann über den Weg, der uns damals die Tickets nach Karimunjawa besorgt hatte.

Er erkannte uns sofort, lachte und fragte, wie es gewesen sei. Und weil er gerade sein Auto dabei hatte, durfte er uns gleich zum Hotel fahren – praktischer geht’s kaum.

Unsere Unterkunft, das Chody House, hatten wir am Vortag online gebucht.
Es lag ganz in der Nähe des Fährhafens und nur wenige Minuten von der Busstation, von der aus wir morgen weiter nach Yogyakarta fahren wollten.







Bei der Ankunft waren wir positiv überrascht:

Ein wunderschönes, sauberes Haus, herzlicher Empfang und ein riesiges Zimmer mit allem, was man nach Tagen auf der Insel zu schätzen weiß.
Ein richtiges Bett, frische Bettwäsche und – Halleluja – Klimaanlage! 😅

Nach einer kleinen Pause meldete sich der Hunger.
Die freundliche Dame des Hauses empfahl uns das Restaurant Melatee, das auch europäische Küche anbietet.
Also schnell einen Grab-Fahrer bestellt – und kurz darauf saßen wir in einem richtig schönen, modernen Lokal.


Die Speisekarte war ein Genuss schon beim Lesen:

Salate, Spaghetti, Schnitzel, alles, was das Herz nach Tagen mit Reis und Nasi Goreng begehrt.
Und das Beste: Es schmeckte genauso gut, wie es aussah! 🍝🥗





Gut gesättigt fuhren wir anschließend zurück zum Hotel, wo wir uns auf eine ruhige Nacht freuten.

Ein Zimmer mit Klimaanlage und richtigem Bett – das war nach der Insel purer Luxus.

Morgen stand eine sechsstündige Busfahrt nach Yogyakarta auf dem Plan –
also Licht aus, Augen zu, und gute Nacht, Jepara. 🌙🚌

21. Oktober 2025 – Von Jepara nach Yogyakarta: Regenfahrt ins Herz Javas

Was für eine geruhsame Nacht – endlich mal richtig ausgeschlafen! 😴
Da unser Bus erst um 13:00 Uhr abfuhr und die Busstation nur wenige Minuten entfernt war, beschlossen wir, uns noch ein ausgiebiges Frühstück zu gönnen.

Wir entschieden uns wieder für das Restaurant Melatee, das wir gestern Abend schon so geliebt hatten.
Also schnell einen Grab-Fahrer gerufen – und schon saßen wir wieder in diesem gemütlichen Lokal.

Und was für ein Start in den Tag!
Für mich gab’s Rührei mit Speck und Würstchen, für Ela Toast mit Butter und Marmelade – fast wie zuhause, nur mit indonesischem Charme. ☕🍳
So kann der Tag beginnen!


Nach dem Frühstück ging’s zurück ins Hotel, Koffer geschnappt, und wenig später wieder per Grab zur Busstation von DayTrans.

Natürlich war alles wieder online gebucht und – wie immer – lief alles wie am Schnürchen.

Da wir etwas zu früh dran waren, warteten wir entspannt in der Abfahrtshalle.
Ich besorgte uns noch was zu trinken, und pünktlich um 13:00 Uhr rollte der Bus los.

Schon kurz nach der Abfahrt begann es zu regnen, und bald goss es wie aus Eimern.
Eigentlich perfektes Wetter zum Reisen – denn sehen konnte man ohnehin kaum etwas. 🌧️

Die Strecke führte über Semarang, wo wir nach etwa drei Stunden eine 45-minütige Pause einlegten.

Raucherpause für uns, Essenspause für den Fahrer – alles im Gleichgewicht. 😄
Dann stiegen noch ein paar Passagiere zu, und weiter ging’s.

Die Fahrt zog sich, das Beinpolster im Bus war eher symbolisch vorhanden und irgendwann wussten wir beide nicht mehr so recht, wie wir überhaupt noch sitzen sollten.

Aber – auch das geht vorbei, irgendwann.

Gegen 19:00 Uhr war es dann soweit: Der Bus hielt an einer Haltestelle in Yogyakarta – und draußen erwartete uns die Sintflut.
Was eigentlich eine Straße sein sollte, glich einem reißenden Fluss, und wir hatten Mühe, unser Gepäck halbwegs trocken zu halten.

Zum Glück fanden wir in einem kleinen Lokal Unterschlupf, bestellten uns per App wieder einen Grab, und der brachte uns schließlich zum Hotel Candra Dewi.

Das Hotel hatte diesmal Ela ausgesucht, und von außen machte es tatsächlich einen guten Eindruck.

Innen war’s dann – naja – sagen wir mal „indonesisch charmant“. 😅
Alles sauber, aber das Waschbecken hing gefährlich schief an der Wand – das wollte ich morgen reklamieren, heute hatte ich einfach keinen Nerv mehr.

Wir packten nur das Nötigste aus und gingen noch in ein kleines Restaurant, keine 20 Meter vom Hotel entfernt.
Ein paar Hähnchenspieße mit Reis, schnell, lecker, unkompliziert – genau das, was wir brauchten. 🍗

Zurück im Zimmer waren wir beide platt. Der Reisetag steckte uns in den Knochen, und beim Zähneputzen entschieden wir spontan: Nach Bali geht’s mit dem Flugzeug vom Busfahren hatten wir jetzt wirklich genug. 😅

Doch erst einmal wollten wir Yogyakarta erkunden, die Stadt der Tempel, Traditionen und Kunst.
Unser Zimmer war für drei Nächte gebucht – Zeit genug für neue Abenteuer! 🌺

22. Oktober 2025 – Brot, Brezeln und die pulsierende Malioboro Street 🥖☀️

Frisch ausgeruht starteten wir in den neuen Tag. Unser erster Plan: ein Besuch bei einem deutschen Bäcker. 
Vreni und Ernst hatten uns von ihm erzählt – sie waren befreundet und schwärmten von seinen Backkünsten und den legendären Pizzen. Gemeinsam mit seiner indonesischen Frau hatte er hier in Yogyakarta etwas Tolles aufgebaut. Zwei Geschäfte betrieben sie, und angeblich sollte alles, was aus ihrem Ofen kam, vom Feinsten sein. 🍕

Bevor wir uns mit dem Grab dorthin aufmachten, wollten wir uns erst einmal unser Hotel etwas genauer ansehen. Ich reklamierte noch schnell das schiefe Waschbecken und war gespannt, ob es bis zu unserer Rückkehr tatsächlich gerichtet sein würde. 🧰 


Danach buchten wir einen Grab-Fahrer und machten uns voller Vorfreude auf den Weg zur Bäckerei. Der Gedanke an frische deutsche Brötchen, Brezeln und ein richtiges Frühstück ließ uns das Wasser im Mund zusammenlaufen. 😋

Die Ernüchterung kam schnell. Zwar gab es tatsächlich die Bäckerei, den Verkaufsladen und auch eine kleine Pizzeria, aber Frühstück wurde keines angeboten – und das Brot war noch nicht fertig. Wir erfuhren, dass Brot und Brezeln hier nur an bestimmten Tagen auf Vorbestellung gebacken wurden und das heutige Brot erst um elf Uhr fertig sein würde. Na ja, so ist das eben auf Reisen: manchmal läuft’s, manchmal läuft’s nicht. 🤷‍♂️

Immerhin konnte ich zwei Stücke leckeren Kuchen kaufen, die wir direkt vor dem Laden auf einer Bank verspeisten. 🍰 Danach buchten wir wieder einen Grab und ließen uns in die Malioboro Street fahren – die bekannteste Straße Yogyakartas, in der das Leben nur so tobt. Hier reihte sich ein Geschäft ans nächste, Straßenstände, Musik, Gerüche, Stimmen – einfach pures Asien. 🌏🎶

Und hier wollten wir nun endlich zu unserem verdienten Frühstück kommen – diesmal hoffentlich ohne weitere Überraschungen. ☕🥐






Obwohl es noch recht früh war, herrschte auf der Malioboro Street schon reger Betrieb. Menschen, Mopeds, hupende Autos – einfach Leben pur. Auffallend waren die vielen Batik-Läden, in denen man die herrlichsten, bunt gemusterten Kleidungsstücke kaufen konnte. 🎨


Auch die Malioboro Mall war wieder einmal beeindruckend – groß, modern und voll klimatisiert, wie man es in Asien liebt.

Unser Frühstück fanden wir dann bei Starbucks, und wir genossen es auf der Terrasse im ersten Stock, mit Blick auf das bunte Treiben der Straße. ☕🥐 Der Duft von gebratenem Essen, hupende Rikschas und lachende Kinder – all das mischte sich zu dieser typischen indonesischen Stadtsymphonie, die man einfach lieben muss.


Nach dem Frühstück schlenderten wir gemütlich durch die Gassen und Läden. Ich gönnte mir ein neues Paar Flip-Flops, was nach den letzten Tagen dringend nötig war, und wir besuchten eine Batik-Galerie, in der wahre Kunstwerke aus Stoff entstanden. Immer wieder blieben wir stehen und bestaunten die Pferdefuhrwerke, die über die Straße klapperten oder am Straßenrand auf Gäste warteten. 🐎












Irgendwann bemerkten wir, dass sich etwas veränderte. Fahrzeuge wurden weggeschickt, Seitenstraßen abgesperrt – eine gewisse Spannung lag in der Luft. Also fragten wir einen Einheimischen, was los sei. Mit einem breiten Grinsen erklärte er uns, dass heute der Unabhängigkeitstag von Yogyakarta gefeiert werde und am Nachmittag ein großer Umzug stattfinden solle, so gegen drei Uhr. 🎉

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Da wir aber noch rund drei Stunden Zeit hatten, nutzten wir sie, um mit einer Pferdekutsche stilecht zum Wasserschloss des Sultans von Yogyakarta zu fahren und uns dort umzusehen. Eine kleine Zeitreise – denn ja, es stimmt tatsächlich: Yogyakarta hat bis heute einen Sultan, den letzten in ganz Indonesien. 👑



Nach einer kurzen Preisverhandlung hatten wir unseren Kutscher gefunden, und schon klapperten die Hufe unserer Pferdekutsche durch die Straßen von Yogyakarta. Wir kamen uns fast ein bisschen wie die Herrschaften von damals vor und genossen die Fahrt in vollen Zügen. Der warme Wind, das Hufgeklapper und das bunte Treiben um uns herum – das war echtes Asienfeeling pur. 🌞





Später erfuhren wir, dass die Pferdekutsche hier lange Zeit das traditionelle Fortbewegungsmittel gewesen war. Kein Wunder, irgendwie passte sie perfekt in das historische Stadtbild.



Am Wasserschloss angekommen lösten wir unsere Tickets und schlenderten neugierig durch die Anlage. Man merkte deutlich, dass der Zahn der Zeit an den Mauern nagte – bröckelnder Putz, rissige Steine, und doch lag über allem dieser Hauch von Geschichte. Manche Teile waren erstaunlich gut erhalten, andere nur noch Ruinen, aber gerade das machte den besonderen Charme aus.










Etwas verwirrend war die heutige Nutzung des Geländes. Zwischen den alten Gemäuern und Überresten des Schlosses befanden sich plötzlich Wohnhäuser, kleine Geschäfte und Garküchen. Alles war miteinander vermischt – Vergangenheit und Gegenwart, fast so, als hätte sich das moderne Leben einfach um die Geschichte herum angesiedelt. 🕰️








Da die Anlage sehr weitläufig war, fanden Ela und ich uns nur etwas mühsam zurecht und mussten das eine oder andere Mal nach dem Weg fragen. Vielleicht wäre ein Führer tatsächlich die bessere Wahl gewesen – am Eingang hatte man sie uns angeboten, aber wir hatten dankend verzichtet. Na ja, hinterher ist man immer schlauer. 😉

Auch ohne Begleitung fanden wir schließlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Anlage und schauten uns alles in Ruhe an. Zwischen alten Mauern, Wasserbecken und Torbögen konnte man sich gut vorstellen, wie prachtvoll es hier einmal gewesen sein musste.

Als die Uhr sich langsam der dritten Stunde näherte und wir ja unbedingt noch den großen Unabhängigkeitsumzug sehen wollten, machten wir uns auf den Rückweg zum Haupteingang. Dort bestellten wir uns einen Grab-Fahrer und fuhren zurück zur Malioboro Street.



Hier hatte sich das Bild komplett verändert – die Straße war jetzt vollständig gesperrt, und auf beiden Seiten standen die Menschen. Musik, Verkaufsstände und fröhliches Stimmengewirr – Yogyakarta war im Festmodus, und wir mitten drin. 🎉🇮🇩

Dann war es drei Uhr – und nichts passierte. Also beobachteten wir das bunte Treiben um uns herum. Familien saßen am Straßenrand, Kinder spielten lachend, Händler boten Snacks und Getränke an, und überall herrschte diese entspannte, fröhliche Stimmung, wie man sie nur in Asien findet. 🌞


Irgendwann war es dann soweit – am Anfang der Straße kam Bewegung auf, und langsam setzte sich der Umzug in Gang. Zu Pferde und zu Fuß marschierten die Truppen und Bataillone an uns vorbei, begleitet von lauter Musik, die sich zwar immer ein bisschen gleich anhörte, aber trotzdem gute Laune machte. 🇮🇩🥁









Das ganze Spektakel dauerte etwa eine Dreiviertelstunde, dann war der Umzug vorbei und die Menschen zerstreuten sich wieder in alle Richtungen. Kein großes Feuerwerk, keine riesige Show – einfach ein ehrliches, herzliches Fest. Ein nettes Erlebnis, das uns einen kleinen Einblick in den Stolz und die Traditionen der Menschen hier gab.

Da es mittlerweile auf den Abend zuging und sich langsam der Hunger meldete, bestellten wir uns wieder einen Grab – wirklich ein praktisches Fortbewegungsmittel – und fuhren noch einmal zur deutschen Bäckerei. Hier befand sich ja auch eine kleine Pizzeria, von der uns Vreni und Ernst vorgeschwärmt hatten. Sie hatten nicht zu viel versprochen. 🍕




Das Essen war einfach vorzüglich, und wir ließen uns nach all den Reis- und Nudelgerichten der letzten Wochen mal wieder so richtig verwöhnen. Ein Stückchen Heimat mitten in Indonesien – das tat richtig gut.

Satt und zufrieden fuhren wir anschließend zurück ins Hotel, wo wir den Tag ganz gemütlich ausklingen ließen. Da uns dieser Grab Fahrer sehr sympathisch gewesen war und er uns angesprochen hatte was wir den Morgen erleben wollten, wir wollten einen der berühmten Tempel von Yogyakarte besuchen, buchten wir ihn gleich für Morgen für die Fahrt. Ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Tages in Yogyakarta – mit viel Kultur, netten Menschen und jeder Menge Eindrücke, die uns sicher noch lange im Gedächtnis bleiben werden. 🌇✨

23. Oktober 2025 🕉️ Tempel, Talk & tropische Hitze – Ein Tag in Prambanan

Am nächsten Morgen stand unser Fahrer pünktlichst vor unserem Hotel 🚗⏰ und wir starteten in Richtung Tempel. In Yogyakarta gibt es zwei berühmte Tempelanlagen: den Borobudur-Tempel, die weltweit größte buddhistische Tempelanlage, und den Prambanan-Tempel, die größte hinduistische Tempelanlage in Indonesien. Wir hatten uns für den Prambanan entschieden, da man dort gleich drei weitere Tempel bestaunen konnte – mehr Tempel, mehr Eindrücke! 😄

Die Fahrt dauerte etwa eine Dreiviertelstunde. Da unser Fahrer gut Englisch sprach, konnten wir uns angenehm unterhalten. Wir sprachen über das Leben in Indonesien 🇮🇩, die Religion – er war Moslem – und auch über die Korruption im Land. Ein sehr offenes Gespräch, das uns interessante Einblicke gab.

An der Tempelanlage angekommen, bezahlte ich ihm die Fahrt, wir stiegen aus, und er meinte mit einem Lächeln, er würde auf uns warten. Welch ein Luxus! 😎




Nachdem wir unsere Tickets gekauft hatten – mit fast 40 Euro ein stattlicher Preis für indonesische Verhältnisse 💸 – schlenderten Ela und ich direkt zum Prambanan-Tempel. Schon beim ersten Anblick waren wir beeindruckt! Ein majestätisches Bauwerk, das in seiner Detailverliebtheit wirklich faszinierte.

















Der Prambanan-Tempel, auch Loro Jonggrang genannt, wurde bereits im 9. Jahrhundert erbaut und ist dem hinduistischen Gott Shiva gewidmet. Der Haupttempel ist ganze 47 Meter hoch und damit der höchste hinduistische Tempel Indonesiens 🕉️. Ursprünglich gehörten über 240 Einzeltempel zur gesamten Anlage – ein richtiges Steinstädtchen also! Viele davon wurden im Laufe der Zeit durch Erdbeben zerstört, allen voran das schwere Beben von 2006, das erhebliche Schäden anrichtete.






An manchen Stellen sah man noch immer die Restaurierungsarbeiten, bei denen Handwerker jedes Teil wie bei einem riesigen Puzzle wieder zusammensetzen 🧱. Steine, die nicht mehr zugeordnet werden konnten, wurden originalgetreu nachgebildet – eine Arbeit, die viel Geduld und Respekt vor der Geschichte zeigt.

Besonders beeindruckend war die klare Symbolik: Der untere Bereich steht für die Welt der Menschen, der mittlere für die Welt der Heiligen und der obere schließlich für die Sphäre der Götter. Selbst als Laie spürt man diese besondere Energie zwischen den uralten Steinen. ✨

Der Prambanan ist übrigens seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe, und das völlig zu Recht! Wer mag, kann am Abend sogar eine Ramayana-Ballettaufführung direkt vor dem beleuchteten Tempel besuchen – ein echtes Highlight, das wir uns fürs nächste Mal merken. 💃🌙

Da es hier ja noch drei weitere Tempel zu sehen gab, liefen wir durch den wunderschön angelegten Park 🌿 in Richtung dieser. Es war heiß, obwohl die Sonne noch von ein paar Wolken verdeckt war ☁️🌞, und so machten wir zunächst einmal ein kleines Trinkpäuschen. 💧😅

Der erste, den wir erreichten, war der Tempel Lumbung. Der Name bedeutet auf Javanisch tatsächlich „Reisscheune“, weil seine Form ein wenig an eine solche erinnert – irgendwie passend, denn hier ging es deutlich ruhiger zu als am großen Prambanan. Der Tempel stammt ebenfalls aus dem 9. Jahrhundert und gehört zum buddhistischen Teil der gesamten Anlage. 🕉️












Rund um den Haupttempel standen noch 16 kleinere Nebentempel, von denen einige liebevoll restauriert waren. Die Atmosphäre dort war friedlich, fast meditativ – keine Touristenmassen, nur der Wind, das Summen der Insekten und der Geruch von warmem Stein. 🌾

Ein Stück weiter kamen wir dann zum Tempel Bubrah. Das Wort „Bubrah“ heißt im Javanischen „zerfallen“ oder „ruiniert“, und ja – der Name passte. Viele der Steine lagen noch immer verstreut herum, doch was schon wieder aufgebaut war, ließ die frühere Pracht erahnen. 🧱


Bubrah war ursprünglich ein buddhistischer Tempel mit quadratischer Grundfläche von etwa 12 x 12 Metern. Klein, aber fein – und mit viel Symbolik. Trotz seiner bescheidenen Größe hatte der Ort etwas Besonderes: eine stille Würde, die man förmlich spüren konnte. 🙏

So schlenderten wir weiter durch das weitläufige Gelände, dankbar für jeden Schattenplatz 🌴 und beeindruckt von der unglaublichen Handwerkskunst, die diese alten Bauwerke noch heute ausstrahlen.

Der dritte Tempel, der Candi Sewu, war wieder eine große Anlage und hier ließ sich das gigantische Puzzlespiel besonders gut erkennen. 🧩 Schon bevor wir näher kamen, beeindruckte uns die schiere Größe: Obwohl der Name „Sewu“ (tausend) suggeriert, dass hier tausend Tempel stehen, waren es tatsächlich rund 249 Gebäudeteile – genug Material für ein Monumentalbauen mit Ausdauer.






















Die Anlage war ursprünglich als Manjusrigrha, also als „Haus des Bodhisattva Manjusri“, konzipiert – und das spürte man beim Blick auf die Mandala-Struktur der Anlage.

Zwischen den wieder errichteten Tempeln lagen noch unzählige Trümmerstücke: Grundmauern, zerbrochene Säulen, Steinblöcke, die darauf warteten, wieder zusammengesetzt zu werden. Wenn sie das alles wieder aufbauen möchten, steht ihnen wirklich jede Menge Arbeit bevor! 💪😅

Ela und ich ließen dieses herrliche Bauwerk in Ruhe auf uns wirken – die Geschichte, die Zerstörung, die Hoffnung auf Wiederaufbau. Die rechteckige Grundfläche von etwa 185 m × 165 m war ein Raum, in dem wir uns winzig fühlten.

Als wir dann genug hatten, schlenderten wir gemütlich in Richtung Ausgang zurück. 🌞🏯
An einem kleinen Getränkestand angekommen, gönnten wir uns erst einmal etwas Kühles zu trinken 🥤. Gleich daneben wurde Bogenschießen angeboten – und da ich das sehr gerne mache, ließ ich mir natürlich eine Runde nicht entgehen. 🎯😄


Kurz darauf entdeckten wir noch einen kleinen Zoo, in dem man eine Art Hirsch und verschiedene Vögel bestaunen konnte. 🦌🕊️ Ein etwas kurioses, aber sympathisches Ende eines heißen und eindrucksvollen Tempeltages.








Als wir dann die Tempelanlage verließen, brachte uns unser Fahrer wieder zurück zum Hotel. 🚗 Wir vereinbarten gleich mit ihm die Fahrt für den nächsten Morgen um 08:00 Uhr zum Flughafen, da wir nach Bali fliegen wollten, um dort Peter Bosch aus Mühlhausen zu treffen – der schon seit über 30 Jahren mal länger, mal kürzer auf Bali lebt. 🌴

Da wir total durchgeschwitzt waren 🥵, genehmigten Ela und ich uns erstmal ein kleines Plätscherchen im Pool. Das tat richtig gut – einmal abkühlen, den Staub des Tages abwaschen und die müden Beine entspannen. 🏊‍♂️💦


Anschließend gingen wir zu unserem kleinen Restaurant zum Abendessen. Wieder lecker, wieder gemütlich – perfekt, um den Tag ausklingen zu lassen. 🍽️😊





Morgen sollte es also weiter nach Bali gehen. Der Flug war schon gebucht, und Peter hatte uns dort ein Zimmer organisiert. Mal sehen, ob wieder alles so reibungslos läuft. ✈️😄

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