Tag 16
Nach einem wunderbaren "Höhenluftschlaf" machten wir uns auf, eines der über 600, hier lebenden, Giara Pferde zu entdecken. Diese leben hier auf der Giara Hochfläche die 43 Quadratkilometer groß ist. Die Giara Pferde kamen vermutlich zur Eisenzeit hier nach Sardinien und drohten als Rasse auszusterben da sie mit anderen Pferden gekreuzt wurden. So wurde hier ein Naturreservat geschaffen um die Rasse zu erhalten. Bedeutet bei der Größe des Parks und der Anzahl der Pferde musste man schon ein bisschen Glück haben diese anzutreffen.
Unterwegs trafen wir einen Einheimischen der uns zu erklären versuchte wo wir die Tiere finden konnten. Er sprach kein Englisch und kein Deutsch und ausgerechnet hier versagte mal das Internet. So zeichnete er mit einem Stock eine Art Plan auf den Boden. Wir verglichen dies mit unserem Plan und sahen dass wir nicht mehr weit vom ersten See entfernt sein konnten. Wir bedankten uns und ein paar Kurven weiter war es soweit, wir waren am See. Zunächst sahen wir ein paar Tiere weit entfernt, diese waren aber Kühe.
Als die Pferde Herde dann ihren Standort wechselten machten wir dies auch und beobachteten die Tiere beim trinken. Dort wurde uns noch ein ganz tolles Schauspiel geboten. Ein einzelner Hengst kam im Galopp auf die Herde zu und deren Hengst vertrieb mal kurz den Eindringling, was für ein Schauspiel.
Bei meinem Versuch mich der Kuhherde zu nähern fixierte mich sogleich ein Bulle und ich lies es lieber bleiben, der hatte gute Argumente, nämlich mächtige Hörner.
Dieser See war um ein vielfaches größer und bewies welches Glück wir am ersten See hatten. Wir sahen weit und breit kein einziges Tier. Hier machten wir eine kleine Pause und liefen dann zu unseren Fahrzeugen zurück da wir noch weitere Ziele anfahren wollten.
Pünktlich um 14:00 Uhr begann die Führung und wir waren eine überschaubare Truppe. Bei uns waren auch zwei Frauen aus Ulm die wir während des Wartens kennen gelernt und mit denen wir uns prächtig unterhalten hatten. Diese waren Schwestern und besuchten die Tochter einer der beiden, die montan auch im Van hier auf Sardinien lebte. Unser Führer sprach ein gutes Englisch und wir lauschten seinen Worten und erfuhren viel über die Nuraghen, von denen es auf Sardinien und nur auf Sardinien zwischen 6000 und 7000 Stück geben sollte. Die Nuraghen waren Wehranlagen und da die Geschichte über diese Kultur unheimlich lang und interessant ist einfach auf den folgenden Link klicken Die Nuraghen
So liefen wir durch die Ruinen und unser Führer erklärte uns alles sehr eindrucksvoll und ausführlich.
So richtig spannend wurde es dann als wir in das Bauwerk gingen. Es war schon beeindruckend wie Völker früher dies riesigen Steinblöcke bewegten und schichteten. Spannend bei den Nuraghen war auch dass die gesamte Anlage nur einen Eingang hatte und ansonsten nur kleine Sichtfenster. Im ersten Stadium des Baus war dieser Eingang noch auf Boden Höhe und als die zweite Mauer um die alte Anlage gebaut wurde befand sich der Eingang in 7 Meter Höhe.
Nach einer sehr ruhigen Nacht und nachdem uns die Schafe fahren ließen 😎ging es nochmals zum Gemeindestellplatz in Genuri um dort frisches Wasser zu holen. Wir hatten heute Morgen ausgiebig geduscht und wollten einfach wieder klar Schiff haben.
Da sie hoch zu den Pferden wollten und wir weiter zur Grotte di Santa Barbara verabschiedeten wir uns und fuhren unseres Weges. Bestimmt werden wir die Beiden nochmals sehen da sie die Insel auch gegen den Uhrzeigersinn umrunden wollten. Bevor es auf die Piste wieder Richtung Meer ging, machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem Wasserfall, den Ela gefunden hatte und sehen wollte. Also fuhren wir eine Ortschaft weiter und folgten der schmalen, steilen Straße immer höher den Berg hinauf. Als wir laut Google Maps dort angekommen waren konnte man erahnen wo ein Wasserfall wäre wenn es Wasser hätte, das war ein Satz mit X. Also wieder Berg ab und zu mindestens konnten wir noch eine Felsengrabstelle besichtigen in deren hunderte von menschlichen Knochen gefunden worden war.
Wir bekamen wieder dieses, uns bekannte Haarnetz, samt Helm, eine kurze Einweisung und schön saßen wir im kleinen Zügchen dass uns 600 Meter in den Berg hineinbeförderte.
Am Ziel angekommen ging es mit einem Aufzug etwas nach oben und anschließend über eine Wendeltreppe nochmals hoch um in die Höhle zu gelangen.
Nach der Tour ging es wieder die Wendeltreppe nach unten, rein ins Bähnle und zurück zum Eingang. Es war ein wunderschönes Erlebnis.
Da es hier in der Gegend von verlassenen Minen nur so wimmelte und wir auch noch so einen Lost Place erforschen wollten fuhren wir zur alten Mine Serra Scoris, die ich auf Google Maps gefunden hatte. Dies sollte auch unser Übernachtungsplatz werden.
Nach unserer Tour durch die Ruinen fuhren wir auf die Insel Sant Antioco. Dort wollten wir Morgen ein bisschen auf Erkundungstour gehen. Als Stellplatz für die Nacht hatten wir uns den Parkplatz vom Strand Sottotorre ausgesucht. Dort verbrachten wir den restlichen Nachmittag, ich schrieb endlich mal wieder meinen Reise Blog und schnitt Filme.
Nachdem der Wetterdienst, zu mindestens für heute Vormittag, schönes Wetter vorausgesagt hatte machten wir uns nach dem Frühstück auf die Insel etwas zu erkunden. Ziel war es der Küste entlang zu fahren und an schönen Orten einfach, wenn es mit unseren Fahrzeugen möglich war, zu halten und uns umzuschauen. Der erste Platz war dann die Cala Lunga, welche aussah wie ein kleiner Fjord.
Den ersten längeren Stopp machten wir am Arco dei baci - Is Praneddas. Dies war eine Felsenbrücke mit einem kleinen Meerespool an der Steilküste. Wir parkten unsere Camper an einem schönen Pinienwäldchen und liefen vor zur Küste.
Am Felsentor angekommen war klar dass ein plantschen im Meerespool wohl heute nicht in Frage kam. Die Brandung war einfach zu stark. Da hatte ich wohl meine Badehose umsonst eingepackt. Dennoch war dies hier ein tolles Fleckchen und so kletterte ich halt ein bisschen in den Felsen rum und wir genossen das tosende Meer.
Dort angekommen machten sich Mausi, Sepp und ich auf Erkundungstour. Ela hatte genug vom laufen und blieb bei den Fahrzeugen. Wie es sich später herausstellte eine gute Entscheidung. Zunächst folgten wir einem schönen Weg der uns zur Grotte brachte.
Dort angekommen stellte sich heraus dass die Grotte mit Wasser gefüllt war und eine Begehung somit nicht in Frage kam. da hatten wir unsere Taschenlampen umsonst mitgenommen. Danach wurde die Strecke immer abenteuerlicher und wilder.
Mit zerkratzten Armen aber glücklich erreichten wir den See und da vom Meer her dunkle Wolken kamen schauten wir dass wir zurück zu Ela und unseren Fahrzeugen kamen.




























































































































































































