🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Zwischen Orient, Bosporus und dem Zauber Istanbuls 🌉🕌⛴️ 24.07. – xx.xx.2026

Zwischen zwei Kontinenten – Willkommen in Istanbul! 🌉🚐

Nach den wilden Schluchten, Wasserfällen und endlosen Kilometern entlang der türkischen Schwarzmeerküste erreichen wir eine Stadt, die gegensätzlicher kaum sein könnte. Istanbul – eine Metropole, die Europa und Asien verbindet, Geschichte und Moderne miteinander verschmelzen lässt und mit ihren rund 16 Millionen Einwohnern einfach überwältigt.

Für uns beginnt damit ein völlig neuer Abschnitt unserer Reise. Statt einsamer Stellplätze, kurviger Bergstraßen und beeindruckender Natur warten jetzt Moscheen, Basare, Paläste, Fähren und das bunte Leben einer der faszinierendsten Städte der Welt auf uns.

Kommt mit uns auf Entdeckungstour durch Istanbul – wir sind gespannt, was uns diese einzigartige Stadt alles zeigen wird. 😊

24. Juli 2026 – Istanbul wir kommen! 🕌🚆🌉

Heute war es endlich so weit: Istanbul, wir kommen! Nach einer überraschend guten Nacht starteten wir voller Vorfreude in den Tag. Eigentlich hatten wir am Abend zuvor fest damit gerechnet, kaum ein Auge zuzubekommen. Direkt neben unserem Campingplatz verlief schließlich eine vierspurige Straße und auf der anderen Straßenseite sorgten gleich mehrere Clubs bis spät in die Nacht für ordentlich Musik. Doch manchmal kommt eben alles anders als gedacht. Wir schliefen hervorragend und wachten am Morgen bestens erholt auf. 

unser Wohnmobil Otto auf dem Maltepe Caravan Park in Istanbul

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof Idealtepe der Marmaray-Bahn. Schon vor der Reise hatten wir gelesen, dass man mit dem Zug direkt bis in die historische Altstadt auf der europäischen Seite fahren konnte – genau dorthin, wo alle Sehenswürdigkeiten lagen, die Ela für diesen Tag ausgesucht hatte. Ganz typisch Ela standen dabei ausschließlich Orte auf dem Programm, die keinen Eintritt kosteten und trotzdem absolut sehenswert waren. Bereits am Morgen hatten wir unsere Campingnachbarn gefragt, wie das mit der Istanbul Card funktioniert. Eigentlich klang alles kinderleicht. 


Zur Sicherheit fragten wir aber noch einmal die freundliche Dame am Bahnhof. Sie lotste uns geduldig durch den gesamten Kaufvorgang. Am gelben Automaten einfach den Kauf starten – die Bedienung gibt es sogar auf Deutsch –, anschließend die Karte mit der Kreditkarte aufladen und schon hält man seine Fahrkarte in der Hand. Egal ob Zug, Straßenbahn, Metro, Bus oder Fähre – die Istanbul Card funktioniert fast überall. Bei zwei Personen hält man sie einfach zweimal nacheinander an das Lesegerät und schon öffnen sich die Schranken. Ganz ehrlich? Das war so einfach, dass selbst wir es auf Anhieb verstanden haben. 😄 Da die Marmaray-Züge im Minutentakt verkehren, mussten wir nicht lange warten. Wenige Minuten später saßen wir bereits im Zug und rollten in Richtung europäisches Istanbul.


Schon ein komisches Gefühl, wenn der Zug plötzlich unter dem Bosporus verschwindet. Man weiß genau, dass sich über einem unzählige Schiffe ihren Weg zwischen Schwarzem Meer und Marmarameer bahnen, während man selbst gerade von Asien nach Europa fährt – und das ganz ohne eine Brücke zu überqueren. 

Der Marmaray-Tunnel ist nämlich ein echtes Meisterwerk der Ingenieurskunst. Er wurde 2013 eröffnet und verbindet auf einer Länge von rund 13,6 Kilometern die beiden Kontinente. Der eigentliche Tunnel unter dem Bosporus besteht aus riesigen Betonelementen, die auf dem Meeresboden abgesenkt und miteinander verbunden wurden. An seiner tiefsten Stelle verläuft die Strecke rund 60 Meter unter dem Meeresspiegel und zählt damit zu den tiefsten abgesenkten Eisenbahntunneln der Welt. Kaum zu glauben, dass täglich Hunderttausende Menschen diesen Weg ganz selbstverständlich nutzen. Und weil das offenbar noch nicht beeindruckend genug war, gibt es unter dem Bosporus sogar noch einen zweiten Tunnel. 

Der Avrasya-Tunnel wurde 2016 eröffnet und ist ausschließlich für Autos gedacht. So können heute sowohl der Bahn- als auch der Straßenverkehr unter dem Bosporus hindurchfahren. Zusammen mit den drei gewaltigen Bosporus-Brücken sorgen diese Bauwerke dafür, dass sich jeden Tag Millionen Menschen zwischen Europa und Asien bewegen. Genau das macht Istanbul so einzigartig: Es ist die einzige Metropole der Welt, die sich über zwei Kontinente erstreckt. Und wir? Wir saßen gerade entspannt im Zug und wechselten ganz nebenbei den Kontinent – wann erlebt man das schon? ☕🌍🚆

Nach gut 40 Minuten erreichten wir schließlich unsere Ausstiegsstation Sirkeci. Laut der Streckenanzeige im Zug befanden wir uns jetzt unter Wasser – schon ein verrücktes Gefühl, wenn man weiß, dass sich über einem der Bosporus und der Schiffsverkehr zwischen Schwarzem Meer und Marmarameer befinden. Dementsprechend mussten wir zunächst einige lange Gänge entlanglaufen und mehrere Rolltreppen nach oben fahren, bis wir endlich wieder das Tageslicht erblickten. Oben angekommen verschafften wir uns erst einmal einen Überblick und machten uns dann zu Fuß auf den Weg durch die Altstadt.


Bahnhof Sirkeci Istanbul


Das erste Gebäude, das uns sofort ins Auge fiel, war das imposante Hauptpostamt von Istanbul. Was für ein Prachtbau! Das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gebäude zählt zu den schönsten Beispielen der sogenannten Ersten Nationalen Architekturbewegung in der Türkei. Mit seiner beeindruckenden Fassade, den großen Torbögen und den reich verzierten Fenstern erinnert es eher an einen Palast als an ein Postamt. Auch heute wird das Gebäude noch als Postamt genutzt und beherbergt zusätzlich ein kleines Postmuseum.


Postamt Istanbul

Direkt daneben stand ein interessantes Eckgebäude, das allerdings schon bessere Zeiten gesehen hatte. Irgendwie hatte es mit seiner leicht heruntergekommenen Fassade genau diesen besonderen Charme, wie man ihn aus alten Actionfilmen kennt. Sofort musste ich wieder an John Wick denken. Es fehlte eigentlich nur noch, dass irgendwo Keanu Reeves um die Ecke kommt. 😄

Unsere Strecke führte anschließend ein Stück bergauf und schon wenige Minuten später standen wir vor dem Mausoleum von Sultan Mahmud II. Von außen wirkte die Anlage bereits sehr beeindruckend, also beschlossen wir kurzerhand hineinzugehen. 

Das Sultan II Mahmut Mausoleum Istanbul

Im liebevoll angelegten Garten entdeckten wir zahlreiche kunstvoll verzierte Grabsteine und im Inneren mehrere prächtige Sarkophage. 




Natürlich wollten wir wissen, was wir hier eigentlich vor uns hatten, also fragten wir kurzerhand unseren Buddy ChatGPT. Sultan Mahmud II. regierte das Osmanische Reich von 1808 bis 1839 und gilt als einer der bedeutendsten Reform-Sultane. Er modernisierte Verwaltung und Armee grundlegend und schuf damit wichtige Voraussetzungen für den Wandel des Osmanischen Reiches. In seinem Mausoleum ruhen neben ihm auch mehrere Familienangehörige und bedeutende Persönlichkeiten jener Zeit.

Danach genügte ein kurzer Blick auf Google Maps und wir stellten fest, dass es bis zur berühmten Blauen Moschee nur noch ein Katzensprung war. Also machten wir uns direkt auf den Weg. Nachdem wir um einen weiteren Häuserblock gebogen waren, standen wir plötzlich vor diesem gewaltigen Bauwerk. Ela und ich blieben erst einmal stehen und ließen den Anblick auf uns wirken. Die Blaue Moschee mit ihren sechs schlanken Minaretten und der riesigen Kuppel ist wirklich beeindruckend und gehört völlig zu Recht zu den bekanntesten Wahrzeichen Istanbuls.



an der blauen Moschee in Istanbul

Fast genauso beeindruckend wie die Moschee selbst war allerdings das Polizeiaufgebot rund um den Platz. Gefühlt standen hier an jeder Ecke Einsatzfahrzeuge und Polizisten. Da hatte schon so manche Demonstration in Deutschland weniger Sicherheitskräfte im Einsatz. Als ich so über den Platz blickte, kamen plötzlich Erinnerungen hoch. Genau hier hatte ich nämlich schon einmal gestanden – und das ist inzwischen ganze 14 Jahre her. Im Jahr 2012 befanden wir uns anlässlich der legendäre Allgäu-Orient-Rallye genau hier auf diesem Platz. Damals waren wir mit unserem Rallyeauto bis nach Aserbaidschan gefahren und hatten genau an diesem Platz einen Stopp gemacht. Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Damals mit dem Rallyeauto, heute mit unserem Otto – aber das Gefühl, wieder hier zu stehen, war mindestens genauso besonders. 🚐🕌😊 

So machten wir erst einmal unsere Bilder und Videos. Besonders beeindruckt haben uns die beiden ägyptischen Obelisken auf dem Sultanahmet-Platz. Verrückt eigentlich, dass mitten in Istanbul plötzlich jahrtausendealte Denkmäler aus Ägypten stehen. Der bekannteste von ihnen ist der Obelisk des Pharaos Thutmosis III., der ursprünglich vor rund 3.500 Jahren im Tempel von Karnak errichtet wurde. Im 4. Jahrhundert ließ ihn der römische Kaiser Theodosius I. nach Konstantinopel bringen. Bis heute erinnert er daran, wie mächtig das damalige Oströmische Reich war und welche Schätze aus aller Welt hierher gebracht wurden. 🗿


Eigentlich wollten wir nun endlich auch die Blaue Moschee von innen bewundern. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Gerade hatte die Gebetszeit begonnen und Besucher mussten draußen bleiben. Freundlich erklärte man uns, dass wir einfach um 14:30 Uhr wiederkommen sollten. Tja, also hieß es erst einmal Zeit überbrücken. 😅 Wir gönnten uns in einem kleinen Restaurant etwas zu trinken und beobachteten das bunte Treiben auf den Straßen. Anschließend machten wir noch ein paar Bilder von der Hagia Sophia. Gerne wären wir auch hineingegangen, doch als wir den Eintrittspreis sahen, war die Entscheidung schnell gefallen. Irgendwann hört der Spaß einfach auf. Wenn man in Istanbul als Paar alle kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, ist man schnell 400 Euro oder sogar noch mehr los. Das fanden wir schon ziemlich heftig. 💸


an der Hagia Sofia Istanbul

Also beschlossen wir, zum Gülhane-Park zu laufen. Von dort wollten wir wenigstens einen Blick auf den berühmten Topkapi-Palast werfen und ein paar Fotos machen. Doch selbst der Zugang bis an den Palast war nur mit Eintritt möglich. Nicht einmal von außen konnte man vernünftig fotografieren. Langsam ging uns diese Abzocke doch etwas gegen den Strich. Zum Glück entschädigte uns der wunderschöne Gülhane-Park dafür. 





Am Ende des Parks erreichten wir das Ufer des Bosporus und der Ausblick war einfach fantastisch. 🌊 Vor uns fuhren Frachtschiffe, Fähren und Ausflugsboote vorbei und auf der anderen Seite lag bereits Asien. In der Ferne konnten wir außerdem den markanten Galata-Turm erkennen, der seit Jahrhunderten über die Dächer Istanbuls wacht.




Da wir keine Lust hatten, den ganzen Berg wieder hinaufzulaufen, spazierten wir gemütlich am Bosporus entlang zurück zum Bahnhof Sirkeci. Dort stärkten wir uns noch mit einer Kleinigkeit und stiegen anschließend in die Straßenbahn der Linie T1, die uns wieder hinauf zur Blauen Moschee brachte. Diesmal hatten wir Glück und konnten das beeindruckende Bauwerk endlich betreten. 🕌 




Die Sultan-Ahmed-Moschee, wie sie offiziell heißt, wurde zwischen 1609 und 1616 erbaut und gilt als eines der schönsten Bauwerke des Osmanischen Reiches. Ihren weltberühmten Namen „Blaue Moschee“ verdankt sie den mehr als 20.000 handbemalten İznik-Fliesen, die den Innenraum in wunderschönen Blau- und Türkistönen schmücken. Über uns spannte sich die riesige Hauptkuppel mit einem Durchmesser von über 23 Metern, durch mehr als 200 Fenster fiel warmes Tageslicht in den Gebetsraum und sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre. Auch der große Innenhof mit seinen Arkaden und dem kunstvoll gestalteten Brunnen in der Mitte beeindruckte uns sehr. Kein Wunder, dass die Blaue Moschee zu den bekanntesten Wahrzeichen der Türkei gehört. ✨








Damit war unser erster Tag in Istanbul auch schon geschafft und wir auch. Wir nahmen wieder die Straßenbahn zurück nach Sirkeci, stiegen dort in die Marmaray-Bahn und fuhren zurück zum Maltepe Caravan Camp. Unterwegs kauften wir noch frisches Brot und als wir schließlich wieder bei unserem Otto ankamen, war erst einmal ein kleines Päuschen angesagt. Danach gab es ein leckeres Vesper und ich schnitt noch schnell mein Reel vom heutigen Tag zusammen. 


Lange hielt es uns aber nicht mehr wach. Die vielen Eindrücke hatten ihren Tribut gefordert und schon bald fielen uns die Augen zu. 😴 Morgen würden wir den zweiten Tag unserer Istanbul-Erkundung in Angriff nehmen – und wir waren schon jetzt gespannt, welche Ecken dieser faszinierenden Stadt wir noch entdecken würden. 🚐🇹🇷😊


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