🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Zwischen Orient, Bosporus und dem Zauber Istanbuls 🌉🕌⛴️ 24.07. – 26.07.2026

Zwischen zwei Kontinenten – Willkommen in Istanbul! 🌉🚐

Nach den wilden Schluchten, Wasserfällen und endlosen Kilometern entlang der türkischen Schwarzmeerküste erreichen wir eine Stadt, die gegensätzlicher kaum sein könnte. Istanbul – eine Metropole, die Europa und Asien verbindet, Geschichte und Moderne miteinander verschmelzen lässt und mit ihren rund 16 Millionen Einwohnern einfach überwältigt.

Für uns beginnt damit ein völlig neuer Abschnitt unserer Reise. Statt einsamer Stellplätze, kurviger Bergstraßen und beeindruckender Natur warten jetzt Moscheen, Basare, Paläste, Fähren und das bunte Leben einer der faszinierendsten Städte der Welt auf uns.

Kommt mit uns auf Entdeckungstour durch Istanbul – wir sind gespannt, was uns diese einzigartige Stadt alles zeigen wird. 😊

24. Juli 2026 – Istanbul wir kommen! 🕌🚆🌉

Heute war es endlich so weit: Istanbul, wir kommen! Nach einer überraschend guten Nacht starteten wir voller Vorfreude in den Tag. Eigentlich hatten wir am Abend zuvor fest damit gerechnet, kaum ein Auge zuzubekommen. Direkt neben unserem Campingplatz verlief schließlich eine vierspurige Straße und auf der anderen Straßenseite sorgten gleich mehrere Clubs bis spät in die Nacht für ordentlich Musik. Doch manchmal kommt eben alles anders als gedacht. Wir schliefen hervorragend und wachten am Morgen bestens erholt auf. 

unser Wohnmobil Otto auf dem Maltepe Caravan Park in Istanbul

Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof Idealtepe der Marmaray-Bahn. Schon vor der Reise hatten wir gelesen, dass man mit dem Zug direkt bis in die historische Altstadt auf der europäischen Seite fahren konnte – genau dorthin, wo alle Sehenswürdigkeiten lagen, die Ela für diesen Tag ausgesucht hatte. Ganz typisch Ela standen dabei ausschließlich Orte auf dem Programm, die keinen Eintritt kosteten und trotzdem absolut sehenswert waren. Bereits am Morgen hatten wir unsere Campingnachbarn gefragt, wie das mit der Istanbul Card funktioniert. Eigentlich klang alles kinderleicht. 


Zur Sicherheit fragten wir aber noch einmal die freundliche Dame am Bahnhof. Sie lotste uns geduldig durch den gesamten Kaufvorgang. Am gelben Automaten einfach den Kauf starten – die Bedienung gibt es sogar auf Deutsch –, anschließend die Karte mit der Kreditkarte aufladen und schon hält man seine Fahrkarte in der Hand. Egal ob Zug, Straßenbahn, Metro, Bus oder Fähre – die Istanbul Card funktioniert fast überall. Bei zwei Personen hält man sie einfach zweimal nacheinander an das Lesegerät und schon öffnen sich die Schranken. Ganz ehrlich? Das war so einfach, dass selbst wir es auf Anhieb verstanden haben. 😄 Da die Marmaray-Züge im Minutentakt verkehren, mussten wir nicht lange warten. Wenige Minuten später saßen wir bereits im Zug und rollten in Richtung europäisches Istanbul.


Schon ein komisches Gefühl, wenn der Zug plötzlich unter dem Bosporus verschwindet. Man weiß genau, dass sich über einem unzählige Schiffe ihren Weg zwischen Schwarzem Meer und Marmarameer bahnen, während man selbst gerade von Asien nach Europa fährt – und das ganz ohne eine Brücke zu überqueren. 

Der Marmaray-Tunnel ist nämlich ein echtes Meisterwerk der Ingenieurskunst. Er wurde 2013 eröffnet und verbindet auf einer Länge von rund 13,6 Kilometern die beiden Kontinente. Der eigentliche Tunnel unter dem Bosporus besteht aus riesigen Betonelementen, die auf dem Meeresboden abgesenkt und miteinander verbunden wurden. An seiner tiefsten Stelle verläuft die Strecke rund 60 Meter unter dem Meeresspiegel und zählt damit zu den tiefsten abgesenkten Eisenbahntunneln der Welt. Kaum zu glauben, dass täglich Hunderttausende Menschen diesen Weg ganz selbstverständlich nutzen. Und weil das offenbar noch nicht beeindruckend genug war, gibt es unter dem Bosporus sogar noch einen zweiten Tunnel. 

Der Avrasya-Tunnel wurde 2016 eröffnet und ist ausschließlich für Autos gedacht. So können heute sowohl der Bahn- als auch der Straßenverkehr unter dem Bosporus hindurchfahren. Zusammen mit den drei gewaltigen Bosporus-Brücken sorgen diese Bauwerke dafür, dass sich jeden Tag Millionen Menschen zwischen Europa und Asien bewegen. Genau das macht Istanbul so einzigartig: Es ist die einzige Metropole der Welt, die sich über zwei Kontinente erstreckt. Und wir? Wir saßen gerade entspannt im Zug und wechselten ganz nebenbei den Kontinent – wann erlebt man das schon? ☕🌍🚆

Nach gut 40 Minuten erreichten wir schließlich unsere Ausstiegsstation Sirkeci. Laut der Streckenanzeige im Zug befanden wir uns jetzt unter Wasser – schon ein verrücktes Gefühl, wenn man weiß, dass sich über einem der Bosporus und der Schiffsverkehr zwischen Schwarzem Meer und Marmarameer befinden. Dementsprechend mussten wir zunächst einige lange Gänge entlanglaufen und mehrere Rolltreppen nach oben fahren, bis wir endlich wieder das Tageslicht erblickten. Oben angekommen verschafften wir uns erst einmal einen Überblick und machten uns dann zu Fuß auf den Weg durch die Altstadt.


Bahnhof Sirkeci Istanbul


Das erste Gebäude, das uns sofort ins Auge fiel, war das imposante Hauptpostamt von Istanbul. Was für ein Prachtbau! Das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Gebäude zählt zu den schönsten Beispielen der sogenannten Ersten Nationalen Architekturbewegung in der Türkei. Mit seiner beeindruckenden Fassade, den großen Torbögen und den reich verzierten Fenstern erinnert es eher an einen Palast als an ein Postamt. Auch heute wird das Gebäude noch als Postamt genutzt und beherbergt zusätzlich ein kleines Postmuseum.


Postamt Istanbul

Direkt daneben stand ein interessantes Eckgebäude, das allerdings schon bessere Zeiten gesehen hatte. Irgendwie hatte es mit seiner leicht heruntergekommenen Fassade genau diesen besonderen Charme, wie man ihn aus alten Actionfilmen kennt. Sofort musste ich wieder an John Wick denken. Es fehlte eigentlich nur noch, dass irgendwo Keanu Reeves um die Ecke kommt. 😄

Unsere Strecke führte anschließend ein Stück bergauf und schon wenige Minuten später standen wir vor dem Mausoleum von Sultan Mahmud II. Von außen wirkte die Anlage bereits sehr beeindruckend, also beschlossen wir kurzerhand hineinzugehen. 

Das Sultan II Mahmut Mausoleum Istanbul

Im liebevoll angelegten Garten entdeckten wir zahlreiche kunstvoll verzierte Grabsteine und im Inneren mehrere prächtige Sarkophage. 




Natürlich wollten wir wissen, was wir hier eigentlich vor uns hatten, also fragten wir kurzerhand unseren Buddy ChatGPT. Sultan Mahmud II. regierte das Osmanische Reich von 1808 bis 1839 und gilt als einer der bedeutendsten Reform-Sultane. Er modernisierte Verwaltung und Armee grundlegend und schuf damit wichtige Voraussetzungen für den Wandel des Osmanischen Reiches. In seinem Mausoleum ruhen neben ihm auch mehrere Familienangehörige und bedeutende Persönlichkeiten jener Zeit.

Danach genügte ein kurzer Blick auf Google Maps und wir stellten fest, dass es bis zur berühmten Blauen Moschee nur noch ein Katzensprung war. Also machten wir uns direkt auf den Weg. Nachdem wir um einen weiteren Häuserblock gebogen waren, standen wir plötzlich vor diesem gewaltigen Bauwerk. Ela und ich blieben erst einmal stehen und ließen den Anblick auf uns wirken. Die Blaue Moschee mit ihren sechs schlanken Minaretten und der riesigen Kuppel ist wirklich beeindruckend und gehört völlig zu Recht zu den bekanntesten Wahrzeichen Istanbuls.



an der blauen Moschee in Istanbul

Fast genauso beeindruckend wie die Moschee selbst war allerdings das Polizeiaufgebot rund um den Platz. Gefühlt standen hier an jeder Ecke Einsatzfahrzeuge und Polizisten. Da hatte schon so manche Demonstration in Deutschland weniger Sicherheitskräfte im Einsatz. Als ich so über den Platz blickte, kamen plötzlich Erinnerungen hoch. Genau hier hatte ich nämlich schon einmal gestanden – und das ist inzwischen ganze 14 Jahre her. Im Jahr 2012 befanden wir uns anlässlich der legendäre Allgäu-Orient-Rallye genau hier auf diesem Platz. Damals waren wir mit unserem Rallyeauto bis nach Aserbaidschan gefahren und hatten genau an diesem Platz einen Stopp gemacht. Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Damals mit dem Rallyeauto, heute mit unserem Otto – aber das Gefühl, wieder hier zu stehen, war mindestens genauso besonders. 🚐🕌😊 

So machten wir erst einmal unsere Bilder und Videos. Besonders beeindruckt haben uns die beiden ägyptischen Obelisken auf dem Sultanahmet-Platz. Verrückt eigentlich, dass mitten in Istanbul plötzlich jahrtausendealte Denkmäler aus Ägypten stehen. Der bekannteste von ihnen ist der Obelisk des Pharaos Thutmosis III., der ursprünglich vor rund 3.500 Jahren im Tempel von Karnak errichtet wurde. Im 4. Jahrhundert ließ ihn der römische Kaiser Theodosius I. nach Konstantinopel bringen. Bis heute erinnert er daran, wie mächtig das damalige Oströmische Reich war und welche Schätze aus aller Welt hierher gebracht wurden. 🗿


Eigentlich wollten wir nun endlich auch die Blaue Moschee von innen bewundern. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Gerade hatte die Gebetszeit begonnen und Besucher mussten draußen bleiben. Freundlich erklärte man uns, dass wir einfach um 14:30 Uhr wiederkommen sollten. Tja, also hieß es erst einmal Zeit überbrücken. 😅 Wir gönnten uns in einem kleinen Restaurant etwas zu trinken und beobachteten das bunte Treiben auf den Straßen. Anschließend machten wir noch ein paar Bilder von der Hagia Sophia. Gerne wären wir auch hineingegangen, doch als wir den Eintrittspreis sahen, war die Entscheidung schnell gefallen. Irgendwann hört der Spaß einfach auf. Wenn man in Istanbul als Paar alle kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, ist man schnell 400 Euro oder sogar noch mehr los. Das fanden wir schon ziemlich heftig. 💸


an der Hagia Sofia Istanbul

Also beschlossen wir, zum Gülhane-Park zu laufen. Von dort wollten wir wenigstens einen Blick auf den berühmten Topkapi-Palast werfen und ein paar Fotos machen. Doch selbst der Zugang bis an den Palast war nur mit Eintritt möglich. Nicht einmal von außen konnte man vernünftig fotografieren. Langsam ging uns diese Abzocke doch etwas gegen den Strich. Zum Glück entschädigte uns der wunderschöne Gülhane-Park dafür. 





Am Ende des Parks erreichten wir das Ufer des Bosporus und der Ausblick war einfach fantastisch. 🌊 Vor uns fuhren Frachtschiffe, Fähren und Ausflugsboote vorbei und auf der anderen Seite lag bereits Asien. In der Ferne konnten wir außerdem den markanten Galata-Turm erkennen, der seit Jahrhunderten über die Dächer Istanbuls wacht.




Da wir keine Lust hatten, den ganzen Berg wieder hinaufzulaufen, spazierten wir gemütlich am Bosporus entlang zurück zum Bahnhof Sirkeci. Dort stärkten wir uns noch mit einer Kleinigkeit und stiegen anschließend in die Straßenbahn der Linie T1, die uns wieder hinauf zur Blauen Moschee brachte. Diesmal hatten wir Glück und konnten das beeindruckende Bauwerk endlich betreten. 🕌 




Die Sultan-Ahmed-Moschee, wie sie offiziell heißt, wurde zwischen 1609 und 1616 erbaut und gilt als eines der schönsten Bauwerke des Osmanischen Reiches. Ihren weltberühmten Namen „Blaue Moschee“ verdankt sie den mehr als 20.000 handbemalten İznik-Fliesen, die den Innenraum in wunderschönen Blau- und Türkistönen schmücken. Über uns spannte sich die riesige Hauptkuppel mit einem Durchmesser von über 23 Metern, durch mehr als 200 Fenster fiel warmes Tageslicht in den Gebetsraum und sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre. Auch der große Innenhof mit seinen Arkaden und dem kunstvoll gestalteten Brunnen in der Mitte beeindruckte uns sehr. Kein Wunder, dass die Blaue Moschee zu den bekanntesten Wahrzeichen der Türkei gehört. ✨








Damit war unser erster Tag in Istanbul auch schon geschafft und wir auch. Wir nahmen wieder die Straßenbahn zurück nach Sirkeci, stiegen dort in die Marmaray-Bahn und fuhren zurück zum Maltepe Caravan Camp. Unterwegs kauften wir noch frisches Brot und als wir schließlich wieder bei unserem Otto ankamen, war erst einmal ein kleines Päuschen angesagt. Danach gab es ein leckeres Vesper und ich schnitt noch schnell mein Reel vom heutigen Tag zusammen. 


Lange hielt es uns aber nicht mehr wach. Die vielen Eindrücke hatten ihren Tribut gefordert und schon bald fielen uns die Augen zu. 😴 Morgen würden wir den zweiten Tag unserer Istanbul-Erkundung in Angriff nehmen – und wir waren schon jetzt gespannt, welche Ecken dieser faszinierenden Stadt wir noch entdecken würden. 🚐🇹🇷😊

📅 25. Juli 2026 – Im Labyrinth des Großen Basars 🕌🛍️✨

Als wir heute Morgen aufwachten, trommelte der Regen aufs Dach von Otto. Bereits gestern Abend hatte sich der Himmel zugezogen und nun hing eine dichte Wolkendecke über Istanbul. Da wir bei diesem Wetter keine Lust hatten, gleich in die Stadt zu fahren, ließen wir den Morgen ganz gemütlich angehen. Ich schrieb ein Stück am Blog weiter, Ela schmökerten in ihrem Buch, zwischendurch bekam Ottos Führerhaus noch eine kleine Putzaktion und natürlich durfte auch ein gemütliches Frühstück nicht fehlen. ☕🚐

Irgendwann hörte der Regen endlich auf und wir packten unsere Sachen zusammen. Also ging es wieder zum Bahnhof von Idealtepe. Auf unserer Istanbul Cart war inzwischen nur noch wenig Guthaben und die freundliche Dame vom Vortag entdeckte uns sofort wieder. Nachdem ich sie freundlich begrüßt hatte, kam sie lächelnd auf uns zu und half uns beim Aufladen der Karte. Eigentlich wäre das gar nicht nötig gewesen, denn inzwischen hatten wir das System verstanden. Trotzdem fanden wir ihre Hilfsbereitschaft einfach klasse.

Als unser Zug unter dem Bosporus hindurchfuhr, schien das Wetter sogar besser zu werden. Doch kaum wollten wir den Bahnhof Sirkeci verlassen, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen. Ein heftiges Gewitter zog genau über die Altstadt hinweg. Oben an den Ausgängen sammelten sich die Menschen und der Wind blies den Regen waagrecht durch den Eingang. Also machten wir kurzerhand wieder kehrt, fuhren eine Rolltreppe tiefer und warteten ganz entspannt, bis der schlimmste Schauer vorbei war. Zum Glück hatten wir vorsorglich unsere Regenschirme eingepackt. 🌧️☔


Als der Regen schließlich nachließ, konnte unser zweiter Tag in Istanbul endlich beginnen. Wir überquerten die Straße, stiegen in die Straßenbahn der Linie T1 und waren nur drei Stationen später bereits am Eingang des berühmten Großen Basars.



Eingang zum großen Basar in Istanbul

Der Große Basar gehört zu den ältesten und größten überdachten Märkten der Welt. Bereits im Jahr 1461 ließ Sultan Mehmed II. nach der Eroberung Konstantinopels den Grundstein legen. Heute umfasst der Basar über 60 überdachte Gassen, mehr als 4.000 Geschäfte und nicht weniger als 22 Eingänge. Täglich strömen je nach Saison zwischen 250.000 und 400.000 Besucher durch dieses riesige Labyrinth. Wer hier ohne Orientierung losläuft, hat gute Chancen, irgendwann an einer völlig anderen Stelle wieder herauszukommen als geplant. 🛍️😄

Ob es heute an dem schlechten Wetter lag oder ob hier immer so viel los ist, konnten wir nicht sagen. Jedenfalls waren die Menschenmassen gewaltig. Gleich zu Beginn landeten wir in der Goldstraße und das Funkeln der unzähligen Schmuckgeschäfte war beinahe überwältigend. Überall glitzerten Ketten, Armbänder, Ringe und Ohrringe in den Schaufenstern. Man kann sich kaum vorstellen, welche Werte hier ausliegen. Experten schätzen, dass sich – je nach Goldpreis und Warenbestand – Schmuck im Wert von mehreren hundert Millionen Euro gleichzeitig im Großen Basar befinden kann. Da wird einem schon bewusst, welche Bedeutung dieser Markt seit Jahrhunderten für den Handel hat. 💰✨





Wir versuchten zunächst, mit einem gewissen Plan durch die Gassen zu laufen. Doch den verliert man hier schneller, als einem lieb ist. Der Basar ist zwar grob nach Warengruppen sortiert, trotzdem gleicht er einem riesigen Labyrinth. Man bekommt hier wirklich alles – von Goldschmuck über Lederwaren, Teppiche, Lampen, Gewürze und Keramik bis hin zu Kleidung, Süßigkeiten und Souvenirs.

Ela war auf der Suche nach neuen Goldohrringen und so blieben wir immer wieder an den Auslagen der Goldhändler stehen. Allerdings war die Auswahl so riesig, dass die kleinen Ohrringe zwischen all den funkelnden Schmuckstücken fast untergingen. Zunächst fanden wir jedenfalls nichts Passendes. Mein Kreislauf machte heute irgendwie auch nicht so richtig mit. Also kaufte ich kurzerhand ein paar leckere türkische Süßigkeiten, die ich während unseres Rundgangs genüsslich vernaschte. Das half tatsächlich ein wenig. 😋

Wir schlenderten weiter durch die endlosen Gassen, machten Bilder und entdeckten eher zufällig ein kleines Restaurant, das etwas versteckt zwischen den Geschäften lag. Dort gönnten wir uns eine kleine Pause und etwas zu trinken, bevor wir uns wieder ins Getümmel stürzten. Unglaublich, wie viele Menschen hier unterwegs waren! Positiv überrascht waren wir allerdings von den Händlern. Natürlich wurde man immer wieder angesprochen, doch ein freundliches Nein wurde fast überall sofort akzeptiert. Von aufdringlichem Hinterherlaufen, wie man es manchmal aus anderen Urlaubsländern kennt, war hier kaum etwas zu spüren.




Trotzdem muss ich ehrlich sagen, dass mir das Ganze nach gut einer Stunde langsam etwas zu viel wurde. Wir wollten ja außer den Ohrringen nichts kaufen, sondern uns den berühmten Basar einfach einmal anschauen. Als wir uns schließlich langsam in Richtung Ausgang bewegten, blieb Ela noch einmal vor einer Goldauslage stehen. Und plötzlich war sie da – genau das Paar Ohrringe, nach dem sie die ganze Zeit gesucht hatte. Fast zeitgleich sprach uns der Verkäufer auf Schwäbisch an. 😄 Er hatte viele Jahre in der Nähe von Stuttgart gelebt und schon waren wir mitten in einem netten Gespräch. Während ich mich mit dem schwäbischen Türken unterhielt, suchte Ela in aller Ruhe ihre Favoriten aus, handelte den Preis geschickt herunter und kurze Zeit später verließen wir den Großen Basar mit zwei Paar neuen Goldohrringen – und einem weiteren unvergesslichen Erlebnis im Gepäck. 💍🇹🇷😊


Wir verließen den Großen Basar und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Ägyptischen Basar, der praktischerweise ganz in der Nähe unseres Bahnhofs lag. Während wir durch die Straßen liefen, regnete es immer wieder leicht, allerdings längst nicht mehr so heftig wie am Morgen. Langsam meldete sich auch unser Hunger. Gestern hatten wir ganz in der Nähe ein interessantes Lokal entdeckt, das wir heute unbedingt ausprobieren wollten.

Es handelte sich nicht um eines der typischen Touristenrestaurants, sondern vielmehr um eine Art Kantine, in der vor allem Einheimische ihr Mittagessen einnahmen. Solche Lokale gibt es in der Türkei tatsächlich recht häufig. Sie heißen meist Lokanta und bieten täglich frisch gekochte Hausmannskost zu erstaunlich günstigen Preisen an. Statt einer Speisekarte stellt man sich einfach an die Ausgabetheke, schaut sich die verschiedenen Gerichte an und sucht aus, worauf man gerade Lust hat. Genau das mögen wir auf unseren Reisen besonders – dort essen, wo auch die Einheimischen hingehen. 🍲😊

Auch wir suchten uns an der Theke etwas Leckeres aus, bezahlten und setzten uns an einen freien Tisch. Das Essen schmeckte hervorragend und der Preis war mehr als fair. Kein Wunder also, dass hier fast ausschließlich Türken saßen und kaum Touristen zu sehen waren. Für uns sind solche kleinen Lokale oft die schönsten Entdeckungen einer Reise.


Frisch gestärkt ging es anschließend weiter zum Ägyptischen Basar. Schon beim Betreten fiel sofort auf, dass dieser deutlich kleiner ist als der Große Basar. Dafür besitzt er einen ganz eigenen Charme. Der Ägyptische Basar wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut und war früher das Zentrum des Gewürzhandels im Osmanischen Reich. 🌶️🧄 Schon am Eingang stieg uns der Duft von Gewürzen, Kräutern, Tee und frisch gerösteten Nüssen in die Nase. Überall leuchteten die bunten Gewürzberge in kräftigen Farben und an den Ständen wurden Süßigkeiten, Trockenfrüchte, Honig, Lokum und unzählige Teesorten angeboten. Natürlich gab es auch Schmuck, Souvenirs und andere Waren, doch hier dreht sich bis heute vieles um den Genuss.




Im ägyptischen Basar in Istanbul

Das Gedränge war längst nicht so groß wie im Großen Basar und so konnten wir ganz entspannt durch die Gassen schlendern, Bilder machen und die vielen Eindrücke auf uns wirken lassen. 

Irgendwann hatte dann aber auch Ela genug gesehen und wir machten uns langsam wieder auf den Rückweg zum Bahnhof Sirkeci. Von dort brachte uns die Marmaray-Bahn erneut unter dem Bosporus hindurch nach Idealtepe. 🛤️

Bevor wir zum Campingplatz zurückkehrten, kauften wir noch schnell ein paar Lebensmittel ein und machten uns anschließend auf den Weg zu unserem Otto. Da wir erst am Nachmittag ausgiebig gegessen hatten, fiel das Abendessen heute einfach aus. Stattdessen ließen wir den Tag ganz gemütlich ausklingen und ließen die vielen Eindrücke der beiden Basare noch einmal Revue passieren. 🛍️☕ Ob wir morgen noch einmal nach Istanbul fahren würden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das wollten wir ganz spontan entscheiden. Die Wettervorhersage sah jedenfalls deutlich besser aus als heute – und das machte Hoffnung auf einen weiteren spannenden Tag in dieser faszinierenden Millionenmetropole. 🌤️🕌🚐

📅 26. Juli 2026 – Kadıköy – Das andere Istanbul 🎨☕🚋

Gestern Abend hatte Ela den Plan für heute bereits festgelegt. Am Vormittag wollten wir erst einmal bei Otto klar Schiff machen, ein wenig entspannen und anschließend den asiatischen Stadtteil Kadıköy erkunden. Hier gab es zwar keine jahrhundertealten Moscheen oder Paläste zu bestaunen, dafür sollte dieser Stadtteil einen ganz besonderen Flair besitzen. Und eines können wir schon vorwegnehmen: Genau so war es auch. 😊

Nach unserem ersten Kaffee machten wir uns zunächst an die Arbeit. Ich ließ das Grauwasser ab, füllte frisches Wasser auf und gemeinsam verstauten wir Tweety wieder in der Garage. Während ich anschließend noch ein Stück am Blog schrieb, brachte Ela unser Führerhaus wieder auf Hochglanz. Die Scheiben hatten eine gründliche Reinigung dringend nötig und auch der Staubsauger durfte endlich wieder einmal ran. 🧹🚐

Da wir morgen zurück nach Griechenland fahren wollten und dort gerade absolute Hauptsaison herrscht, griff ich auf einen alten Trick zurück, der uns schon oft weitergeholfen hatte. Ich meldete mich in der Facebook-Gruppe „Griechenland mit dem Wohnmobil“ und fragte freundlich nach ruhigen Stellplätzen in Nordgriechenland. Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. Besonders interessant war die Antwort von Markus. Er bot uns einen kleinen Stellplatz in der Nähe von Alexandroupolis an – genau dort, wo wir ohnehin hinwollten. Eigentlich hatten wir geplant, noch einmal auf dem Gemeindestellplatz zu stehen, den wir bereits auf unserer Hinfahrt in die Türkei genutzt hatten. Nach ein paar Nachrichten hin und her schaute ich mir neugierig sein Facebook-Profil an und musste schmunzeln. Markus war Schwabe und kam aus Schlat, nur wenige Kilometer von Gruibingen entfernt, wo wir früher viele Jahre gelebt hatten. Da war die Sache sofort klar – den mussten wir besuchen! 😄

Nachdem das geklärt war, konnte unser Ausflug endlich beginnen. Inzwischen fühlten wir uns fast schon wie alte Hasen im öffentlichen Nahverkehr von Istanbul. Wir stiegen in die Marmaray-Bahn, fuhren bis Söğütlüçeşme und machten uns von dort zu Fuß auf den Weg durch Kadıköy. Anfangs wirkte alles wie ein ganz normaler Stadtteil. Doch je näher wir dem berühmten Stier kamen, desto mehr änderte sich das Bild. Plötzlich reihten sich kleine Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants aneinander, die Straßen waren voller Menschen und obwohl Sonntag war, hatte fast alles geöffnet. Unterwegs entdeckten wir einige kuriose Ecken und sogar ein liebevoll restauriertes historisches Feuerwehrauto. 🚒



wir im Stadtteil Kadiköy in Istanbul

Auf einem kleinen Platz fanden wir ein gemütliches Café, das uns sofort gefiel. Also gönnten wir uns erst einmal zwei Eiskaffees und ich ließ mir zusätzlich ein türkisches Tiramisu schmecken. 🍰☕ Dabei beobachteten wir die Menschen, die an uns vorbeizogen. Das war Unterhaltung pur. Es ist wirklich unglaublich, wie viele unterschiedliche Menschen in Istanbul unterwegs sind. Von geschniegelt bis total verrückt war alles vertreten. Ela trug heute übrigens ihre neuen Goldohrringe vom Großen Basar – und ich muss ehrlich sagen, sie sahen einfach wunderschön aus. ❤️



Kurz darauf erreichten wir das Wahrzeichen von Kadıköy – den berühmten Stier. 🐂 Die Statue stammt ursprünglich aus Frankreich und wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegossen. Nach mehreren Besitzerwechseln landete sie schließlich in Istanbul und steht heute mitten im Herzen Kadıköys. Der Stier symbolisiert Stärke und Durchsetzungsvermögen und ist gleichzeitig einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt. Entsprechend schwierig war es, ein Foto ohne Menschen zu machen. Irgendjemand stand eigentlich immer davor.






Von dort schlenderten wir weiter durch die Straßen, bewunderten die liebevoll gestalteten Schaufenster und entdeckten eher zufällig sogar eine katholische Kirche, die wir natürlich auch noch kurz besichtigten. Je weiter wir in Richtung Hafen liefen, desto mehr verliebten wir uns in dieses Viertel. Kadıköy hat einen ganz eigenen Charakter. Künstler, Musiker, Studenten, Punks, Rocker und alternative Szenen prägen das Straßenbild. Überall gibt es kleine Boutiquen, Second-Hand-Läden, Plattenläden, originelle Cafés und urige Kneipen. Irgendwie erinnerte uns das Ganze ein wenig an Berlin – nur auf Türkisch. Genau diese entspannte und kreative Atmosphäre machte den Stadtteil für uns so besonders. 🎸🎨













Dann entdeckten wir einen kleinen Imbissstand, an dem die berühmten gefüllten Muscheln verkauft wurden. Diese „Midye Dolma“ gehören in Istanbul zu den beliebtesten Streetfood-Spezialitäten. Die Muscheln werden mit würzigem Reis gefüllt und direkt vor dem Essen mit etwas Zitronensaft beträufelt. Natürlich mussten wir das probieren. 🍋🦪 Der Betreiber war unglaublich freundlich und wir hatten jede Menge Spaß mit ihm. Die Muscheln schmeckten richtig lecker und als Dankeschön bekam er von mir gleich noch eine tolle Google-Bewertung. Darüber freute er sich sichtlich.



Anschließend ließen wir uns einfach weiter treiben. Hinter jeder Ecke warteten neue kleine Geschäfte, bunte Hausfassaden oder originelle Fotomotive. Irgendwann kamen wir an einer Rockkneipe vorbei. Da ich ohnehin dringend auf die Toilette musste, war die Entscheidung schnell gefallen. 😄 Ich bestellte mir ein frisch gezapftes Guinness. 🍺 Mensch, wann hatte ich das zuletzt getrunken? Das musste Jahre her sein. Während wir gemütlich dort saßen, beobachteten wir erneut das bunte Treiben auf der Straße. Vom geschniegelt gekleideten Geschäftsmann über Familien bis hin zu Punkern mit bunten Haaren war wirklich alles vertreten. Touristen sahen wir hier dagegen kaum.










In der Nähe des Hafens erreichten wir schließlich den großen Lebensmittelmarkt. Die Stände mit frischem Obst, Gemüse, Gewürzen und Kräutern leuchteten in allen Farben und verbreiteten einen herrlichen Duft. 🥬🌶️🍅 Ganz in der Nähe fanden wir auch noch die berühmte Bücherpassage, die auf Google ausdrücklich empfohlen wird. Danach standen wir schließlich unten am Hafen und genossen noch einmal den Blick auf den Bosporus.









Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wie wir am einfachsten zurück zum Campingplatz kommen. Also fragte ich kurzerhand unseren Buddy ChatGPT. 😄 Die Antwort kam prompt: Direkt neben uns befand sich eine Metrostation. Von dort mussten wir nur eine Station fahren, anschließend in die Marmaray-Bahn umsteigen und schon waren wir wieder auf dem Weg nach Idealtepe. Einfacher hätte es wirklich nicht sein können. 🚇


Zurück bei Otto nahm ich noch einmal Kontakt mit Markus auf und wir machten alles für den morgigen Besuch in Griechenland klar. Danach ließen wir den Abend ganz gemütlich ausklingen. Morgen würden wir der Türkei vorerst Lebewohl sagen und wieder nach Griechenland aufbrechen. Was uns dort erwarten würde? Keine Ahnung. Aber genau das macht unsere Reise doch aus – Abenteuer Pur. 🚐🇹🇷➡️🇬🇷😊

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