🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Zwischen Wasserfällen, Schluchten und Schwarzem Meer 🚐💦🏞️🌊 16.07. – xx.07.2026

🔙 Ein kurzer Rückblick...

Bevor wir euch mitnehmen auf unsere Reise entlang der Schwarzmeerküste, werfen wir noch einen kurzen Blick zurück. 😊 Hinter uns liegen ereignisreiche Tage in Ostanatolien. Wir haben durch die verwinkelten Gassen von Mardin geschlendert 🕌, den einzigartigen Vansee mit seinem seifig-weichen Natronwasser erlebt 🌊, den gewaltigen Ararat zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen 🏔️ und sind über spektakuläre Passstraßen, riesige Lavafelder und durch den längsten Straßentunnel der Türkei gefahren. 🚐🌋

Jetzt wartet das nächste Abenteuer auf uns. Wird uns die grüne Schwarzmeerküste genauso begeistern wie der trockene Osten der Türkei? 🌿 Oder zieht es uns doch schneller als gedacht weiter in Richtung Istanbul? Finden wir es gemeinsam heraus! 😄 

📅 16. Juli 2026 – Campingglück und eine spontane Bewerbung 🚐💼

Nachdem wir die letzten Tage gefühlt jeden Tag 400 Kilometer abgespult hatten, ließen Ela und ich es heute Morgen mal ganz entspannt angehen. 😊 Ausschlafen, gemütlich frühstücken, Blog schreiben, Kaffee trinken und einfach mal die Ruhe genießen. Genau solche Tage braucht es zwischendurch auch mal.

Unser Plan war heute nur bis in Richtung Altınordu zu fahren. Dort hatten wir auf Google Maps eine kleine Halbinsel entdeckt und hofften, endlich mal wieder einen Platz zu finden, an dem wir nicht direkt neben der vierspurigen D010 übernachten mussten. Außerdem waren wir dringend auf der Suche nach einem Campingplatz, auf dem wir mal wieder Wäsche waschen und vielleicht sogar ein paar Tage am Schwarzen Meer entspannen konnten. 🌊

Nach dem Frühstück machten wir Otto startklar. Das hatten auch Victor und Alitzia mitbekommen und kamen noch einmal aus ihrem Van heraus. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, verabschiedeten uns herzlich voneinander und natürlich durfte – wie es sich für zwei "Influencer" gehört – ein gemeinsames Selfie nicht fehlen. 📸 Wir wollen auf jeden Fall in Kontakt bleiben und ich bin schon gespannt, was die beiden auf ihrer Reise durch die Mongolei noch alles erleben werden.



Dann rollten wir los und waren gespannt, ob sich unser erster Eindruck von der Schwarzmeerküste heute vielleicht ändern würde. Rund um Trabzon hatte uns die Gegend ehrlich gesagt überhaupt nicht gefallen. Doch zu unserer Überraschung wurde es tatsächlich immer schöner, je weiter wir Richtung Westen fuhren. Die Städte wirkten sauberer, gepflegter und insgesamt deutlich angenehmer als noch rund um Trabzon.




Was sich allerdings überhaupt nicht änderte, war die Bebauung. Gefühlt ging eine Stadt nahtlos in die nächste über. Die wunderschönen grünen Berghänge waren fast komplett mit Häusern zugebaut, meistens riesige Wohnblöcke. Davor verlief die vierspurige D010 und direkt dahinter begann schon das Schwarze Meer. Manchmal passte noch ein Radweg dazwischen, aber freie Flächen zum Stehen oder gar Übernachten? Fehlanzeige. 🚐 Der Ortsname Canakci löste bei Ela und mit gleich mal einen Lachanfall aus. Da kamen Erinnerungen hoch an Cannakale das ich ja als Kanakkale ausgesprochen und bei Julia und Martin den Lachflash ausgelöst hatte. Canakci hätte ich bestimmt wieder als Kanakki ausgesprochen. Damals ist ja der erste Song entstanden "Pit du Depp".




So fuhren wir Kilometer um Kilometer bis nach Gülyalı. Dort entdeckte Ela plötzlich aus dem Augenwinkel den ersten richtigen Campingplatz, der auf Anhieb einen richtig gepflegten Eindruck machte. Da wir ohnehin eine Pause einlegen wollten, parkten wir ein Stück weiter in einer Seitenstraße, machten es uns gemütlich und öffneten erst einmal Park4Night.

Eigentlich wollten wir auf der kleinen Halbinsel noch einen schönen Stellplatz finden, doch je länger wir die Bewertungen lasen, desto schneller verschwand diese Idee wieder. Zu dreckig, zu laut oder völlig überteuert für das, was geboten wurde. Teilweise hatten wir wirklich den Eindruck, dass manche Betreiber den Schuss nicht mehr gehört hatten. 😂

Ela und ich schauten uns nur kurz an und wussten beide sofort, was zu tun war. Warum lange suchen? Der Campingplatz eben hatte uns doch gefallen. Also drehten wir kurzerhand um, fuhren zurück und stellten Otto auf dem Platz ab. Außerdem stand der Plan für morgen auch schon fest. Es sollte weiter nach Samsun gehen. Dort beginnt endlich eine bessere Infrastruktur für Wohnmobile und außerdem hatten wir dort schon einige interessante Ziele auf Google Maps markiert.



Da es gerade einmal kurz nach 14 Uhr war, blieb uns noch der ganze Nachmittag zum Relaxen. Genau das taten wir auch, bis auf das kleine Reel das ich noch über die Situation hier an der Schwarzmeer Küste machte. 

Nach und nach trafen weitere Wohnmobile ein und wir kamen mit einem netten Mann aus Landau ins Gespräch. Kurz darauf parkte direkt gegenüber von uns ein weiteres deutsches Wohnmobil ein und schon beim Einparken fielen mir einige Aufkleber auf, die sofort meine Aufmerksamkeit weckten.

Als die beiden in Ruhe angekommen waren, lief ich kurzerhand hinüber und begann zu plaudern. Dabei stellte sich heraus, dass sie bereits zwei Touren für Abenteuer Touren geführt hatten – eine durch Georgien und eine durch Armenien. Was sie mir von ihrer Arbeit erzählten, hörte sich für mich einfach klasse an. 😃

Und wie so oft meldete sich plötzlich wieder der Unternehmer in mir. Je länger ich zuhörte, desto mehr dachte ich: Warum eigentlich nicht?

Also ging ich zurück zu Otto, klappte den Laptop auf und schrieb zusammen mit meinem Buddy ChatGPT kurzerhand eine Blindbewerbung als Tourguide. 😅 Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja tatsächlich irgendwann einmal etwas daraus. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Nachdem die Bewerbung verschickt war, lief ich noch schnell zum A101, kaufte ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen ein und machte mich anschließend ans Kochen. Heute war ich dran und zauberte Schinkennudeln mit Ei... na ja, zumindest fast. 😂 Schinken gab es natürlich keinen, dafür wurde er kurzerhand durch leckeres Dönerfleisch ersetzt. Ela schnippelte dazu Paprika, Gurken und Tomaten und zusammen schmeckte das einfach hervorragend. 🥘

Den Abend ließen wir anschließend ganz gemütlich ausklingen. Morgen geht es weiter nach Samsun und wir hoffen, dass uns die Schwarzmeerküste dort noch einige schöne Überraschungen bereithält. 🚐🌊

📅 17. Juli 2026 – Ein Schreckmoment und nette Begegnungen 🚐😮☕

Da ich gestern noch die Blindbewerbung abgeschickt hatte, war mein erster Griff heute Morgen natürlich zum Handy. Tatsächlich war schon eine Nachricht von Abenteuer Touren eingegangen. Leider momentan kein Bedarf... aus der Traum vom Abenteuer als Wohnmobil-Reiseguide für Ela und mich. 😅 Sie schrieben aber, dass sie uns gerne in ihre Datenbank aufnehmen würden, falls sich irgendwann einmal etwas ergibt.

Irgendwie erinnerte mich das sofort an unser Bewerbungsabenteuer bei Siwa Tours. Damals hatten wir ebenfalls Kontakt, sogar telefoniert und dann hieß es auch: "Momentan kein Bedarf." Monate später, als wir gerade in Indonesien unterwegs waren, kam plötzlich die Anfrage, ob wir kurzfristig einspringen könnten. Tja... da waren wir natürlich am anderen Ende der Welt. 😄 Macht nichts, einen Versuch war es wert und vielleicht ergibt sich ja irgendwann doch noch etwas.

Nach dem Frühstück ging es weiter auf der D010 Richtung Samsun. Wie schon gestern wurde die Landschaft immer angenehmer und der Abstand zwischen den Bergen und dem Meer wurde größer. Alles wirkte sauberer und gepflegter, unser Ziel war heute das Samsun Karavan Camp. Der Mann aus Landau hatte uns den Platz empfohlen. Sauber, günstig und das Beste: Man konnte dort kostenlos Wäsche waschen. Genau das hatten wir dringend nötig. 🧺



Gemütlich rollten wir dahin, beziehungsweise hinter einem Sattelzug. Der Fahrer hatte ein ordentliches Tempo drauf und räumte sozusagen alle langsameren Fahrzeuge vor uns aus dem Weg. Für uns war das eigentlich ganz entspannt.

Plötzlich, mitten auf einer langen und übersichtlichen Strecke ohne Bebauung, gingen die Bremslichter am Sattelzug an und der gesamte Verkehr kam zum Stehen. Direkt vor uns musste gerade eben ein Unfall passiert sein, wir hatten ihn durch den Lkw überhaupt nicht sehen können.

Als die ersten Menschen aus ihren Fahrzeugen stiegen, machte ich das ebenfalls. Gerade als ich um den Sattelzug herumgehen wollte, sah ich einen roten Kleinwagen. Doch plötzlich stiegen alle wieder in ihre Autos ein und der Verkehr setzte sich langsam wieder in Bewegung. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich hinter dem Sattelzug wieder einzuordnen.

Bis zu diesem Moment dachte ich noch, es handelte sich lediglich um einen kleinen Auffahrunfall.

Als wir dann am Unfallfahrzeug vorbeifuhren, wurde uns erst klar, wie schlimm die Situation tatsächlich war. Zwei Frauen versuchten die Beifahrerin auf den Beinen zu halten. Sie wechselte zwischen Schreien vor Schmerzen und kurzen Ohnmachtsmomenten. Der Kleinwagen war vorne völlig zerstört. Aus dem Augenwinkel sah ich den Fahrer noch im Fahrzeug sitzen. Vermutlich war er eingeklemmt und er bewegte sich überhaupt nicht. Ob sich noch weitere Personen im Auto befanden, konnte ich nicht erkennen, da sich gerade ein Mann weit in das Fahrzeug hineinbeugte.

Mein erster Impuls war sofort anzuhalten und zu helfen. In Deutschland oder generell in Europa hätte ich das ohne zu überlegen getan. Doch plötzlich kamen mir die Worte unserer deutschen Freunde aus Indonesien wieder in den Sinn. Sie hatten uns damals eindringlich geraten, dort niemals bei einem Unfall anzuhalten, weil man im schlimmsten Fall selbst verantwortlich gemacht werden könnte, wenn etwas schiefgeht.

Ich wusste in diesem Moment einfach nicht, wie die Situation hier in der Türkei rechtlich oder kulturell aussieht. Also fuhren wir schweren Herzens weiter.

Noch Minuten später hatte ich diesen typischen Adrenalingeschmack im Mund und auch Ela meinte nur, sie brauche jetzt erst einmal ein paar Minuten. Sie erzählte mir außerdem, dass tatsächlich jemand mit seinem Handy den Unfall gefilmt hatte. Ich hatte das gar nicht bemerkt, weil mein Blick die ganze Zeit auf den Kleinwagen gerichtet war. Offenbar gibt es diese schreckliche Unsitte leider auch hier. 😔

Zum Glück erreichten wir kurze Zeit später das Samsun Karavan Camp. Nachdem wir Otto abgestellt und eingecheckt hatten, konnten wir erst einmal durchatmen und das Erlebte ein wenig verarbeiten. Wir buchten gleich zwei Nächte, schließlich wartete ein ordentlicher Berg Wäsche auf uns und es gab nur eine Waschmaschine, die natürlich heiß begehrt war. 😄


Der Nachmittag entwickelte sich dann fast schon zu einem kleinen Plaudertreffen. Zuerst kam der Mann aus Landau auf den Platz, der uns den Campingplatz empfohlen hatte und wir lernten auch seine türkische Frau kennen. Kurz darauf lernten wir ein türkisches Pärchen kennen das sich neben uns auf den Platz gestellt hatte. Der Mann sprach sehr gut Englisch und lud uns sofort auf einen Tee ein. ☕ Zum Abschluss gesellten sich noch Maria und Thomas aus Emmendingen zu uns auf den Platz. Die beiden reisen gefühlt schon ihr halbes Leben um die Welt und hatten Geschichten auf Lager, bei denen unsere bisherigen Abenteuer fast wie Kinderfasching wirkten. 😅 Falls ihr selbst Fernweh habt, schaut euch ruhig einmal ihre Webseite mut-reisen.de an. Vielleicht treten wir ja irgendwann einmal in ihre Fußstapfen – Zeit haben wir schließlich noch genug. 🌍

Gegen Spätnachmittag stellte ich dann fest, dass unser Kühlschrank praktisch leer war. Also machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Heute sollte es mal wieder Hähnchenschenkel aus dem Omnia geben, dazu Kartoffelspalten und einen frischen Salat. 🥗🍗 Während Ela sich um die Wäsche kümmerte, machte ich das Abendessen fertig und gemeinsam ließen wir den Tag anschließend ganz gemütlich ausklingen.

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