🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Zwischen Wasserfällen, Schluchten und Schwarzem Meer 🚐💦🏞️🌊 16.07. – 23.07.2026

🔙 Ein kurzer Rückblick...

Bevor wir euch mitnehmen auf unsere Reise entlang der Schwarzmeerküste, werfen wir noch einen kurzen Blick zurück. 😊 Hinter uns liegen ereignisreiche Tage in Ostanatolien. Wir haben durch die verwinkelten Gassen von Mardin geschlendert 🕌, den einzigartigen Vansee mit seinem seifig-weichen Natronwasser erlebt 🌊, den gewaltigen Ararat zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen 🏔️ und sind über spektakuläre Passstraßen, riesige Lavafelder und durch den längsten Straßentunnel der Türkei gefahren. 🚐🌋

Jetzt wartet das nächste Abenteuer auf uns. Wird uns die grüne Schwarzmeerküste genauso begeistern wie der trockene Osten der Türkei? 🌿 Oder zieht es uns doch schneller als gedacht weiter in Richtung Istanbul? Finden wir es gemeinsam heraus! 😄 

📅 16. Juli 2026 – Campingglück und eine spontane Bewerbung 🚐💼

Nachdem wir die letzten Tage gefühlt jeden Tag 400 Kilometer abgespult hatten, ließen Ela und ich es heute Morgen mal ganz entspannt angehen. 😊 Ausschlafen, gemütlich frühstücken, Blog schreiben, Kaffee trinken und einfach mal die Ruhe genießen. Genau solche Tage braucht es zwischendurch auch mal.

Unser Plan war heute nur bis in Richtung Altınordu zu fahren. Dort hatten wir auf Google Maps eine kleine Halbinsel entdeckt und hofften, endlich mal wieder einen Platz zu finden, an dem wir nicht direkt neben der vierspurigen D010 übernachten mussten. Außerdem waren wir dringend auf der Suche nach einem Campingplatz, auf dem wir mal wieder Wäsche waschen und vielleicht sogar ein paar Tage am Schwarzen Meer entspannen konnten. 🌊

Nach dem Frühstück machten wir Otto startklar. Das hatten auch Victor und Alitzia mitbekommen und kamen noch einmal aus ihrem Van heraus. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, verabschiedeten uns herzlich voneinander und natürlich durfte – wie es sich für zwei "Influencer" gehört – ein gemeinsames Selfie nicht fehlen. 📸 Wir wollen auf jeden Fall in Kontakt bleiben und ich bin schon gespannt, was die beiden auf ihrer Reise durch die Mongolei noch alles erleben werden.



Dann rollten wir los und waren gespannt, ob sich unser erster Eindruck von der Schwarzmeerküste heute vielleicht ändern würde. Rund um Trabzon hatte uns die Gegend ehrlich gesagt überhaupt nicht gefallen. Doch zu unserer Überraschung wurde es tatsächlich immer schöner, je weiter wir Richtung Westen fuhren. Die Städte wirkten sauberer, gepflegter und insgesamt deutlich angenehmer als noch rund um Trabzon.




Was sich allerdings überhaupt nicht änderte, war die Bebauung. Gefühlt ging eine Stadt nahtlos in die nächste über. Die wunderschönen grünen Berghänge waren fast komplett mit Häusern zugebaut, meistens riesige Wohnblöcke. Davor verlief die vierspurige D010 und direkt dahinter begann schon das Schwarze Meer. Manchmal passte noch ein Radweg dazwischen, aber freie Flächen zum Stehen oder gar Übernachten? Fehlanzeige. 🚐 Der Ortsname Canakci löste bei Ela und mit gleich mal einen Lachanfall aus. Da kamen Erinnerungen hoch an Cannakale das ich ja als Kanakkale ausgesprochen und bei Julia und Martin den Lachflash ausgelöst hatte. Canakci hätte ich bestimmt wieder als Kanakki ausgesprochen. Damals ist ja der erste Song entstanden "Pit du Depp".




So fuhren wir Kilometer um Kilometer bis nach Gülyalı. Dort entdeckte Ela plötzlich aus dem Augenwinkel den ersten richtigen Campingplatz, der auf Anhieb einen richtig gepflegten Eindruck machte. Da wir ohnehin eine Pause einlegen wollten, parkten wir ein Stück weiter in einer Seitenstraße, machten es uns gemütlich und öffneten erst einmal Park4Night.

Eigentlich wollten wir auf der kleinen Halbinsel noch einen schönen Stellplatz finden, doch je länger wir die Bewertungen lasen, desto schneller verschwand diese Idee wieder. Zu dreckig, zu laut oder völlig überteuert für das, was geboten wurde. Teilweise hatten wir wirklich den Eindruck, dass manche Betreiber den Schuss nicht mehr gehört hatten. 😂

Ela und ich schauten uns nur kurz an und wussten beide sofort, was zu tun war. Warum lange suchen? Der Campingplatz eben hatte uns doch gefallen. Also drehten wir kurzerhand um, fuhren zurück und stellten Otto auf dem Platz ab. Außerdem stand der Plan für morgen auch schon fest. Es sollte weiter nach Samsun gehen. Dort beginnt endlich eine bessere Infrastruktur für Wohnmobile und außerdem hatten wir dort schon einige interessante Ziele auf Google Maps markiert.



Da es gerade einmal kurz nach 14 Uhr war, blieb uns noch der ganze Nachmittag zum Relaxen. Genau das taten wir auch, bis auf das kleine Reel das ich noch über die Situation hier an der Schwarzmeer Küste machte. 

Nach und nach trafen weitere Wohnmobile ein und wir kamen mit einem netten Mann aus Landau ins Gespräch. Kurz darauf parkte direkt gegenüber von uns ein weiteres deutsches Wohnmobil ein und schon beim Einparken fielen mir einige Aufkleber auf, die sofort meine Aufmerksamkeit weckten.

Als die beiden in Ruhe angekommen waren, lief ich kurzerhand hinüber und begann zu plaudern. Dabei stellte sich heraus, dass sie bereits zwei Touren für Abenteuer Touren geführt hatten – eine durch Georgien und eine durch Armenien. Was sie mir von ihrer Arbeit erzählten, hörte sich für mich einfach klasse an. 😃

Und wie so oft meldete sich plötzlich wieder der Unternehmer in mir. Je länger ich zuhörte, desto mehr dachte ich: Warum eigentlich nicht?

Also ging ich zurück zu Otto, klappte den Laptop auf und schrieb zusammen mit meinem Buddy ChatGPT kurzerhand eine Blindbewerbung als Tourguide. 😅 Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja tatsächlich irgendwann einmal etwas daraus. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Nachdem die Bewerbung verschickt war, lief ich noch schnell zum A101, kaufte ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen ein und machte mich anschließend ans Kochen. Heute war ich dran und zauberte Schinkennudeln mit Ei... na ja, zumindest fast. 😂 Schinken gab es natürlich keinen, dafür wurde er kurzerhand durch leckeres Dönerfleisch ersetzt. Ela schnippelte dazu Paprika, Gurken und Tomaten und zusammen schmeckte das einfach hervorragend. 🥘

Den Abend ließen wir anschließend ganz gemütlich ausklingen. Morgen geht es weiter nach Samsun und wir hoffen, dass uns die Schwarzmeerküste dort noch einige schöne Überraschungen bereithält. 🚐🌊

📅 17. Juli 2026 – Ein Schreckmoment und nette Begegnungen 🚐😮☕

Da ich gestern noch die Blindbewerbung abgeschickt hatte, war mein erster Griff heute Morgen natürlich zum Handy. Tatsächlich war schon eine Nachricht von Abenteuer Touren eingegangen. Leider momentan kein Bedarf... aus der Traum vom Abenteuer als Wohnmobil-Reiseguide für Ela und mich. 😅 Sie schrieben aber, dass sie uns gerne in ihre Datenbank aufnehmen würden, falls sich irgendwann einmal etwas ergibt.

Irgendwie erinnerte mich das sofort an unser Bewerbungsabenteuer bei Siwa Tours. Damals hatten wir ebenfalls Kontakt, sogar telefoniert und dann hieß es auch: "Momentan kein Bedarf." Monate später, als wir gerade in Indonesien unterwegs waren, kam plötzlich die Anfrage, ob wir kurzfristig einspringen könnten. Tja... da waren wir natürlich am anderen Ende der Welt. 😄 Macht nichts, einen Versuch war es wert und vielleicht ergibt sich ja irgendwann doch noch etwas.

Nach dem Frühstück ging es weiter auf der D010 Richtung Samsun. Wie schon gestern wurde die Landschaft immer angenehmer und der Abstand zwischen den Bergen und dem Meer wurde größer. Alles wirkte sauberer und gepflegter, unser Ziel war heute das Samsun Karavan Camp. Der Mann aus Landau hatte uns den Platz empfohlen. Sauber, günstig und das Beste: Man konnte dort kostenlos Wäsche waschen. Genau das hatten wir dringend nötig. 🧺



Gemütlich rollten wir dahin, beziehungsweise hinter einem Sattelzug. Der Fahrer hatte ein ordentliches Tempo drauf und räumte sozusagen alle langsameren Fahrzeuge vor uns aus dem Weg. Für uns war das eigentlich ganz entspannt.

Plötzlich, mitten auf einer langen und übersichtlichen Strecke ohne Bebauung, gingen die Bremslichter am Sattelzug an und der gesamte Verkehr kam zum Stehen. Direkt vor uns musste gerade eben ein Unfall passiert sein, wir hatten ihn durch den Lkw überhaupt nicht sehen können.

Als die ersten Menschen aus ihren Fahrzeugen stiegen, machte ich das ebenfalls. Gerade als ich um den Sattelzug herumgehen wollte, sah ich einen roten Kleinwagen. Doch plötzlich stiegen alle wieder in ihre Autos ein und der Verkehr setzte sich langsam wieder in Bewegung. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich hinter dem Sattelzug wieder einzuordnen.

Bis zu diesem Moment dachte ich noch, es handelte sich lediglich um einen kleinen Auffahrunfall.

Als wir dann am Unfallfahrzeug vorbeifuhren, wurde uns erst klar, wie schlimm die Situation tatsächlich war. Zwei Frauen versuchten die Beifahrerin auf den Beinen zu halten. Sie wechselte zwischen Schreien vor Schmerzen und kurzen Ohnmachtsmomenten. Der Kleinwagen war vorne völlig zerstört. Aus dem Augenwinkel sah ich den Fahrer noch im Fahrzeug sitzen. Vermutlich war er eingeklemmt und er bewegte sich überhaupt nicht. Ob sich noch weitere Personen im Auto befanden, konnte ich nicht erkennen, da sich gerade ein Mann weit in das Fahrzeug hineinbeugte.

Mein erster Impuls war sofort anzuhalten und zu helfen. In Deutschland oder generell in Europa hätte ich das ohne zu überlegen getan. Doch plötzlich kamen mir die Worte unserer deutschen Freunde aus Indonesien wieder in den Sinn. Sie hatten uns damals eindringlich geraten, dort niemals bei einem Unfall anzuhalten, weil man im schlimmsten Fall selbst verantwortlich gemacht werden könnte, wenn etwas schiefgeht.

Ich wusste in diesem Moment einfach nicht, wie die Situation hier in der Türkei rechtlich oder kulturell aussieht. Also fuhren wir schweren Herzens weiter.

Noch Minuten später hatte ich diesen typischen Adrenalingeschmack im Mund und auch Ela meinte nur, sie brauche jetzt erst einmal ein paar Minuten. Sie erzählte mir außerdem, dass tatsächlich jemand mit seinem Handy den Unfall gefilmt hatte. Ich hatte das gar nicht bemerkt, weil mein Blick die ganze Zeit auf den Kleinwagen gerichtet war. Offenbar gibt es diese schreckliche Unsitte leider auch hier. 😔

Zum Glück erreichten wir kurze Zeit später das Samsun Karavan Camp. Nachdem wir Otto abgestellt und eingecheckt hatten, konnten wir erst einmal durchatmen und das Erlebte ein wenig verarbeiten. Wir buchten gleich zwei Nächte, schließlich wartete ein ordentlicher Berg Wäsche auf uns und es gab nur eine Waschmaschine, die natürlich heiß begehrt war. 😄


Der Nachmittag entwickelte sich dann fast schon zu einem kleinen Plaudertreffen. Zuerst kam der Mann aus Landau auf den Platz, der uns den Campingplatz empfohlen hatte und wir lernten auch seine türkische Frau kennen. Kurz darauf lernten wir ein türkisches Pärchen kennen das sich neben uns auf den Platz gestellt hatte. Der Mann sprach sehr gut Englisch und lud uns sofort auf einen Tee ein. ☕ Zum Abschluss gesellten sich noch Maria und Thomas aus Emmendingen zu uns auf den Platz. Die beiden reisen gefühlt schon ihr halbes Leben um die Welt und hatten Geschichten auf Lager, bei denen unsere bisherigen Abenteuer fast wie Kinderfasching wirkten. 😅 Falls ihr selbst Fernweh habt, schaut euch ruhig einmal ihre Webseite mut-reisen.de an. Vielleicht treten wir ja irgendwann einmal in ihre Fußstapfen – Zeit haben wir schließlich noch genug. 🌍

Gegen Spätnachmittag stellte ich dann fest, dass unser Kühlschrank praktisch leer war. Also machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum nächsten Supermarkt. Heute sollte es mal wieder Hähnchenschenkel aus dem Omnia geben, dazu Kartoffelspalten und einen frischen Salat. 🥗🍗 Während Ela sich um die Wäsche kümmerte, machte ich das Abendessen fertig und gemeinsam ließen wir den Tag anschließend ganz gemütlich ausklingen.

📅 18. Juli 2026 – KI, Musik und ein Basar voller Überraschungen 🎵🚐🛵

Gestern Abend surfte ich noch ein wenig auf der Homepage von Maria und Thomas und entdeckte dabei, dass Thomas ein begnadeter Musiker ist. Er hatte früher in Bands gespielt und sogar eigene Lieder geschrieben. Da stellte ich wieder einmal fest, dass es irgendwie doch keine Zufälle gibt. Irgendjemand scheint unser Leben manchmal in die richtige Richtung zu leiten. 😊

Vor ein paar Tagen hatte ich wegen meiner KI-generierten Musik noch eine kleine Diskussion mit meiner ehemaligen Musikergruppe. Einige Reaktionen hatten mich schließlich dazu gebracht, zusammen mit ChatGPT und Suno den Song "Hör mir einfach zu" zu produzieren. Vor allem Gaby war dem Thema gegenüber ziemlich kritisch eingestellt und genau deshalb wollte ich einfach herausfinden, ob wirklich alle Musiker KI so negativ sehen.

Kaum sah ich, dass Thomas draußen saß, lief ich zu ihm hinüber und fragte ihn ganz direkt, wie er zu diesem Thema steht. Er und Maria meinten beide, dass sie KI gegenüber überhaupt nicht negativ eingestellt seien. Also fragte ich ihn, mit welchem seiner eigenen Songs er heute nicht mehr ganz zufrieden wäre.

Seine Antwort kam sofort. "Just another Love Song". Ein wunderschönes Lied, das er selbst geschrieben hatte und das von der Profisängerin Elaine eingesungen wurde. Nur das Arrangement würde er heute etwas moderner und peppiger gestalten.

Na bitte... ein gemeinsames Projekt war geboren. 😄

Während Maria und Thomas zum Shoppen in die Stadt fuhren und Ela sich um unsere Wäsche kümmerte, setzte ich mich an den Laptop und begann zusammen mit Suno zu experimentieren. Dabei stellte ich ziemlich schnell fest, dass das Ganze doch nicht ganz so einfach ist, wie viele glauben. Wie bei jedem Programm muss man sich erst einmal richtig hineinfuchsen. Zum Glück hatte ich meinen Buddy ChatGPT an der Seite, der mich immer wieder in die richtige Richtung schubste. 😉

Eine der Versionen mit Elaines Originalstimme klang dem Original erstaunlich ähnlich. Nur kleine Nuancen waren verändert worden. Dann produzierte Suno noch drei weitere Versionen mit einer Männerstimme und nannte sie "Blauer See". Die passten zwar textlich wunderbar, gingen musikalisch aber in eine völlig andere Richtung. Ich war richtig gespannt, was Thomas später dazu sagen würde.

Nachdem das Projekt fürs Erste erledigt war, schnappte ich mir Tweety 🛵 und fuhr Richtung Hafen zu einem Geldautomaten. Wir brauchten mal wieder etwas Bargeld und natürlich Zigaretten.





Dort angekommen stellte ich überrascht fest, dass ich mitten vor einer riesigen Markthalle stand. Im Prinzip ein großer Hallenbasar, auf dem die Einheimischen von Samsun einkaufen gingen. Es gab dort wirklich alles, was man sich vorstellen konnte. Wenn ich schon einmal da war, musste ich natürlich eine Runde durchschlendern.

An einem Elektronikstand sprang mir sofort eine Drohne ins Auge. Für meine Reels wäre so ein Teil natürlich schon richtig cool gewesen. 😎 Also machte ich kurzerhand ein Foto, schickte es an die Google-KI und ließ das Modell analysieren. Das Ergebnis: Eine einfache Einsteigerdrohne, für wirklich gute Videoaufnahmen eher ungeeignet. Tja... wieder einmal Geld gespart. 😂Ein paar Stände weiter entdeckte ich dann ein Kombispiel mit Backgammon, Mühle, Dame und Schach. Da Ela und ich uns vor einiger Zeit darüber unterhalten hatten, nahm ich es einfach mit. Es wird wirklich mal Zeit, dass wir abends nicht immer nur auf unsere Handys schauen. ♟️

Nachdem ich noch schnell Zigaretten gekauft hatte, ging es zurück zum Campingplatz. Ela staunte nicht schlecht über mein Mitbringsel und kaum war alles verstaut, kamen auch schon Maria und Thomas von ihrem Einkaufsbummel zurück. Natürlich mussten wir uns sofort die neuen Versionen von "Just another Love Song" anhören. Die erste Version mit Elaines Stimme war dem Original so ähnlich, dass Thomas meinte, seine damalige Produktion müsse wohl doch ziemlich gut gewesen sein. Als wir anschließend die Version mit der Männerstimme hörten, konnten weder Thomas noch Maria glauben, was mit KI inzwischen alles möglich ist.

Kurz darauf kam auch Ela dazu und aus einer kurzen Hörprobe wurde ein stundenlanges Gespräch. Natürlich war Musik ein großes Thema, noch mehr aber unsere gemeinsamen Reiseerlebnisse. Es wurde gelacht, erzählt und gefachsimpelt und plötzlich war schon fast der ganze Nachmittag vorbei. ☕😊

Langsam meldete sich dann der Hunger. Aus den drei Hähnchenschenkeln vom Vortag, etwas Gemüse, das ich morgens noch schnell im Supermarkt gegenüber gekauft hatte, und einer guten Portion Fantasie zauberte ich eine "Möchte-gern-Paella". 😄 Sie sah vielleicht nicht aus wie beim Spanier, geschmeckt hat sie aber hervorragend.

Am Abend beschäftigte mich dann noch ein politisches Thema, über das momentan überall berichtet wurde. Irgendwann dachte ich mir: Bevor ich mich weiter über Schlagzeilen aufrege, mache ich lieber das, was mir inzwischen richtig Spaß macht. Also setzte ich mich noch einmal mit ChatGPT und Suno zusammen und produzierte den Song "Gleiche Regeln". 🎵Kaum war dieser fertig las ich im Internet dass ein bekannter deutscher Politiker, welcher unter anderem der Grund für "Gleiche Regeln" war soeben zurück getreten ist. Ich sage doch es gibt keine Zufälle!

Damit ging ein weiterer spannender Tag zu Ende. Morgen wollten wir unsere Reise fortsetzen. Rund um Samsun hatten wir auf Google Maps noch einige Fähnchen gesetzt und als erstes stand ein Canyon mit einer Bootstour auf unserem Programm. Darauf freuten wir uns schon riesig. 🚐🌊

📅 19. Juli 2026 – Mit dem Boot durch den Şahinkaya Canyon 🚤🏞️

Unsere Entscheidung, heute weiterzufahren, war genau richtig gewesen. Gestern Abend hatten sie den Campingplatz mit Wohnwagen und Autos so vollgestellt, dass ich schon Zweifel hatte, ob wir heute Morgen überhaupt wieder herauskommen würden. 😅 Unser türkisches Nachbarpärchen sowie Maria und Thomas packten ebenfalls zusammen. Gerade als Ela unter der Dusche stand, kam unsere türkische Nachbarin noch einmal vorbei und hatte ein Geschenk für sie dabei – eine selbst gehäkelte Kopfbedeckung. 🥰 So etwas erlebt man wirklich nur hier. 

Da Ela noch duschte, bedankte ich mich herzlich bei ihr. Kurz darauf verabschiedeten sich auch Maria und Thomas und wenig später waren wir an der Reihe. Tatsächlich musste noch ein Auto zur Seite fahren, damit Otto den Platz überhaupt verlassen konnte. 😂

Wir durchquerten Samsun und folgten der D795 Richtung Berge. Anfangs erinnerte uns die Landschaft mit ihren Felsen sowie den Nadel- und Laubbäumen ein wenig an die Schwäbische Alb. Je weiter wir jedoch ins Landesinnere kamen, desto mehr verwandelte sich die Landschaft wieder in die typisch braunen Hügel der anatolischen Hochebene. Bei Havza bogen wir auf die D030 Richtung Westen ab und erreichten ganz gemütlich Vezirköprü. Dort machten wir erst einmal unsere tägliche "Checkung". 😄 Wo fahren die Boote ab? Wo ist der nächste A101? Und wie sieht unser Plan für die nächsten Tage aus? Schnell war klar: Erst die Bootstour durch den Canyon, anschließend einkaufen und danach in Richtung İnaltı-Höhle weiterfahren, die wir morgen besichtigen wollten. Jetzt musste nur noch ein schöner Übernachtungsplatz gefunden werden.

Die Straße zum Canyon wurde immer schmaler und in einem kleinen Ort schienen die Bewohner einen Wettbewerb veranstaltet zu haben, wer die höchsten Bodenwellen betonieren konnte. 🤣 Also war volle Konzentration angesagt. Die letzte Abfahrt hinunter zum See war dann wieder ganz nach meinem Geschmack – steil, kurvig und mit einer traumhaften Aussicht. 




Unten angekommen mussten wir erst einmal Parkgebühren bezahlen. Etwas überraschend kostete das Parken für Otto mit 600 Türkischen Lira genauso viel wie später die komplette Bootsfahrt. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, liefen wir zu den Booten hinunter. Schon von dort aus ragten die hohen Felswände des Canyons vor uns auf. Was für ein Anblick! 😍



Einen Ticketschalter suchten wir vergeblich. Also machten wir einfach das, was alle Einheimischen machten, und folgten einem Mann, der die Leute auf die einzelnen Boote verteilte. Bezahlt wurde tatsächlich direkt an Bord, sogar bequem mit Karte. Wir waren die einzigen ausländischen Touristen und das Boot war angenehm gefüllt – also genau so, wie wir es mögen. Schon die Einfahrt in den Şahinkaya Canyon war spektakulär. Die bis zu rund 350 bis 400 Meter hohen Felswände ragen hier fast senkrecht aus dem Wasser empor. 



Der Canyon entstand durch den Bau der Altınkaya-Talsperre am Kızılırmak, dem längsten Fluss der Türkei, und gehört heute zu den beeindruckendsten Naturlandschaften der Schwarzmeerregion. 🚤🏞️ Der enge Teil des Canyons ist zwar nur etwa einen Kilometer lang, verbindet aber zwei große Stauseen miteinander und wirkt durch die hohen Felsen unglaublich beeindruckend.





Während wir gemütlich durch den Canyon fuhren, beobachteten wir nicht nur die grandiose Landschaft, sondern auch das Miteinander der türkischen Familien. Es wurde gelacht, zur Musik getanzt und besonders schön fand ich den Umgang der Väter mit ihren Kindern. Da können wir Deutschen uns von vielen südlichen Ländern wirklich noch eine Scheibe abschneiden. 😊 

Am Ende des Canyons wendete unser Boot und wir konnten die beeindruckenden Felswände noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive genießen. Zwischendurch machte ich noch schnell ein Selfie für einen türkischen Familienvater, ein bisschen wurde mitgetanzt 💃 und schon war die rund einstündige Tour wieder vorbei. Wenn ihr einmal in dieser Gegend unterwegs seid, können wir euch diese Bootsfahrt wirklich nur empfehlen.






Da wir morgens wieder nur schnell eine Schnitte auf die Hand gegessen hatten, meldete sich inzwischen der Hunger. 😄 Also setzten wir uns an einen der kleinen Imbissstände. Zwei Cola aus dem Kühlschrank waren schnell organisiert und ich bestellte mutig "Balık Ekmek", ohne überhaupt zu wissen, was mich erwartete. Köfte hatte ich heute nämlich keine Lust mehr. Wenige Minuten später wurde mir ein herrlich frisches Fischbrötchen serviert – und das schmeckte richtig lecker! 🐟🥖 Dazu noch ein türkischer Tee und der kleine Hunger war endgültig verschwunden.



Anschließend hielten wir uns wieder an unseren Plan. Zurück nach Vezirköprü dabei noch kurz einen Foto Stopp an einem Tabakfeld, Einkaufen im A101 und danach einfach der D030 folgen. Park4Night hatte in dieser Gegend kaum brauchbare Vorschläge, also hielten wir unterwegs selbst die Augen offen.


Immer wieder entdeckten wir kleine Schotterbuchten am Stausee. Die eine war zu klein, die nächste gefiel uns nicht und bei der dritten waren wir schon wieder vorbeigefahren. 😂 Schließlich fanden wir neben der kleinen Moschee Mehmet Buğra Güllü genau den Platz, den wir gesucht hatten. Groß, ruhig, weit genug von der Straße entfernt und mit einem herrlichen Blick auf den See. 🌅 Außer uns stand dort nur noch ein Auto, dessen Insassen gemütlich auf der anderen Seite der Moschee saßen.



Mittlerweile war es schon fast 18 Uhr. Ich trug den Stellplatz gleich noch bei Park4Night ein, wir aßen eine Kleinigkeit und ließen den Abend ganz entspannt ausklingen. Morgen sollte es weiter zur İnaltı-Höhle gehen und auf diese freuten wir uns schon riesig. Die Beschreibungen hatten sich jedenfalls ausgesprochen vielversprechend angehört und auf die versteinerten Fischsaurier, die es hier geben sollte, waren wir schon sehr gespannt. 😊

📅 20. Juli 2026 – Auf der Jagd nach dem großen Wasserfall! 💦🤣

Was für eine geniale Nacht! 😍 Absolut ruhig und dazu wehte ständig ein angenehm kühles Lüftchen durch unseren Otto. Nur ganz vereinzelt fuhr später noch ein Auto auf der Bundesstraße vorbei. Nach den letzten Nächten direkt neben der D010 war das wirklich eine Wohltat. Also ganz entspannt aufstehen, Kaffee trinken und die herrliche Morgenluft genießen – genau so lieben wir das. 

Aus einer Eingebung heraus schaute ich noch einmal bei Google Maps im Landschaftsmodus nach unserem heutigen Ziel, der İnaltı-Höhle. Ein kleines "Auweia..." genügte und Ela wurde sofort hellhörig. 😄 Sie hatte gestern schon gelesen, dass die Anfahrt ziemlich eng und abenteuerlich sein sollte. Als sie nun auch noch sah, dass die letzten Kilometer über eine Schotterpiste führten und man vom Parkplatz aus ein gutes Stück steil bergauf laufen musste, war die Entscheidung gefallen – sie streikte. 😂 Ich überlegte noch kurz, ob wir Otto und Tweety irgendwie kombinieren könnten, aber Ela blieb konsequent bei ihrem Nein. Also wurde der Plan kurzerhand geändert und wir beschlossen stattdessen direkt zu den Erfelek-Tatlıca-Wasserfällen zu fahren. 



Gemütlich fuhren wir den restlichen Stausee entlang. Danach führte uns die D030 durch ein wunderschönes Tal. Kurz vor Boyabat lotste uns Madame Google sogar über eine nagelneue Straße, auf der teilweise noch gebaut wurde. Nach einem Tunnel und einem Pass ging es auf der D785 wieder hinunter Richtung Küste. 


Kurz überlegten wir noch, direkt nach Sinop ans Meer zu fahren, entschieden uns dann aber doch, unserem ursprünglichen Plan treu zu bleiben. Wenig später standen wir auf dem Parkplatz der Wasserfälle. 💦


Auf den Bildern bei Google Maps hatte der Wasserfall riesig und beeindruckend ausgesehen. Als wir durch den wunderschön gepflegten Park liefen, konnten wir ihn schon durch die Bäume erkennen. Und ja, er war wirklich schön. Ein Wasserfall, der in ein türkisfarbenes Becken stürzte. Aber irgendwie... deutlich kleiner als erwartet. 🤔 

Dann entdeckten wir ein Schild. Insgesamt sollte es hier 28 Wasserfälle geben. Na also! Der große musste doch irgendwo weiter oben sein. 😄 Nachdem wir noch drei Gänse beobachtet hatten, die sich gerade ihr eigenes Wellnessprogramm gönnten, machten wir uns an den Aufstieg. 




Ein Wasserfall nach dem anderen tauchte auf, aber irgendwie wurden sie eher kleiner als größer. Nach ungefähr einem halben Kilometer erreichten wir einen kleinen Rastplatz. Ela meinte grinsend, sie hätte jetzt genug gesehen, ich könne ja gerne weiter nach meinem "großen Wasserfall" suchen. 





Also marschierte ich alleine weiter. Wieder eine Plattform... wieder nur ein kleines Wasserfällchen. Dann hörte der schöne Holzsteg plötzlich auf und ging in einen schmalen, steinigen Bergpfad über. Jetzt konnte der große Wasserfall doch nicht mehr weit sein! Also immer weiter. Ich schwitzte inzwischen wie verrückt, wollte aber auf keinen Fall aufgeben. 😅 Dann kam eine Weggabelung. Rechts hörte man deutlich das Wasser rauschen, links stand "Köy Kurt". Für mich war völlig klar: Der große Wasserfall kann nur links sein! Also marschierte ich weiter bergauf. Komischerweise wurde das Wasserrauschen immer leiser... und irgendwann war überhaupt nichts mehr zu hören. 🤨 Zum Glück hatte ich plötzlich Handyempfang. Also schnell den Übersetzer geöffnet und "Köy Kurt" eingegeben. "Dorf Kurt." Na super... ich war komplett falsch. 🤣 Also alles wieder zurück bis zur Abzweigung und diesmal den rechten Weg genommen. Das Wasser wurde tatsächlich immer lauter und ich war mir inzwischen absolut sicher: Jetzt kommt er! Und dann... stand ich an der Quelle. 😂 Aus den Felsen sprudelte fröhlich das Wasser heraus. Kein riesiger Wasserfall. Keine tosenden Wassermassen. Nur die Quelle. 

Ich musste so über mich selbst lachen. Natürlich machte ich trotzdem ein paar Fotos und trat anschließend den Rückweg an. Total durchgeschwitzt kam ich gefühlt zwei Stunden später wieder bei Ela an. 

Wir gönnten uns erst einmal etwas zu trinken und ich erzählte ihr von meiner erfolgreichen Suche... nach einer Quelle. 🤣 Unten am eigentlichen Wasserfall schauten wir uns die Bilder auf Google Maps noch einmal genauer an und mussten feststellen, wie sehr Perspektiven täuschen können. Der Wasserfall war wirklich wunderschön – nur eben längst nicht so riesig, wie wir ihn uns vorgestellt hatten.

Da es inzwischen schon ziemlich spät geworden war, machten wir uns auf den Weg nach Sinop. Das türkische Pärchen vom Campingplatz hatte uns bereits erzählt, dass dort momentan alles brechend voll sei. Leider sollten sie recht behalten. 😅 Dort, wo Wolfgang und Petra noch vor wenigen Wochen ganz gemütlich gestanden hatten, war inzwischen alles mit Wohnwagen, Zelten und Wohnmobilen zugeparkt. Nicht einmal mehr ein kleines Plätzchen war frei. Direkt daneben befand sich ein Flugplatz. Zuerst dachten wir, dort würden nur Kleinflugzeuge starten und landen. Später merkten wir allerdings ziemlich schnell, dass dort deutlich größere Maschinen unterwegs waren – und zwar erstaunlich tief über den Köpfen der Menschen. ✈️ 

Also warf ich noch einmal einen Blick auf Park4Night. Ganz in der Nähe fanden wir einen kostenpflichtigen Stellplatz. Als wir dort ankamen, entdeckten wir jedoch kurz davor eine große Wiese, auf der bereits einige Wohnwagen, Autos und ein beeindruckendes Expeditionsmobil mit Kölner Kennzeichen standen. Perfekt – genau unser Platz. 🚐




Ich ging noch schnell zum gegenüberliegenden BIM einkaufen und während Ela uns ein leckeres Abendessen zauberte, saßen die Besitzer des riesigen MAN-Expeditionsmobils draußen vor ihrem Fahrzeug. Natürlich musste ich da mal rübergehen. 😄 Es stellte sich heraus, dass die beiden Deutsch-Türken waren. Super sympathische Leute und wir unterhielten uns bestimmt eine halbe Stunde. Ihr MAN war wirklich der absolute Hammer. Da es mich wieder mal total ankotzte dass hier alles mit Müll übersäht ist machte ich gleich noch ein kurzes Video darüber, das ist etwas was mir an den Türken überhaupt nicht gefällt.

Zurück bei Ela ließen wir den Abend ganz gemütlich ausklingen, lasen noch ein wenig und freuten uns schon auf morgen. Denn dann wollten wir dem Schwarzen Meer endlich einmal persönlich einen Besuch im Wasser abstatten. 🌊🏖️

📅 21. Juli 2026 – Manchmal ist einfach die Luft raus... 😔🚐

Ich weiß nicht, was heute Nacht passiert war. Geschlafen hatte ich eigentlich gut, aber schon beim ersten Kaffee und der ersten Zigarette draußen ging mir einfach alles auf den Keks. Ich schaute auf das wunderschöne Schwarze Meer 🌊 und direkt daneben auf den ganzen verschissenen Müll. Irgendwie war heute der Punkt erreicht, an dem ich das einfach nicht mehr ausblenden konnte.




Als Ela herauskam, sagte ich nur: "Ich will hier weg. Mich nervt das alles." Und tatsächlich ging es ihr ganz genauso. Wir schauten uns an und fassten einen Entschluss. Der Horma Canyon sollte noch sein, anschließend Istanbul und danach würden wir die Türkei verlassen. Die Entscheidung fühlte sich in diesem Moment einfach richtig an.

Also packten wir zusammen, verabschiedeten uns noch kurz von dem netten Paar mit dem MAN und machten uns auf den Weg. Die schnellste Strecke führte diesmal wieder über die Hochebene. So fuhren wir auf der D785 praktisch genau den Weg zurück, den wir gestern heruntergefahren waren, und bogen kurz vor Boyabat wieder auf die D030 Richtung Westen ab. Insgesamt lagen knapp 280 Kilometer vor uns. 🚐

Irgendwie wollte meine Laune den ganzen Tag nicht besser werden. Ich war einfach nur genervt und auch Ela ging es nicht viel anders. Gegen Nachmittag erreichten wir schließlich den Parkplatz am Horma Canyon. Sicherheitshalber fragten wir den Parkplatzwächter noch einmal, ob wir dort tatsächlich über Nacht stehen bleiben dürften. Als er nickte, stellten wir Otto ab, kochten uns Spaghetti Bolognese 🍝 und selbst dabei gerieten wir noch kurz aneinander. Die Nerven lagen heute einfach ein bisschen blank.

Manchmal gibt es solche Tage eben auch auf einer Langzeitreise. Nicht jeder Tag ist perfekt und genau das gehört genauso dazu wie all die schönen Erlebnisse. Wir hofften einfach, dass wir morgen mit neuer Energie aufwachen würden. Der Horma Canyon hatte schließlich einen richtig guten Ruf und vielleicht war genau das der Ort, der unsere Stimmung wieder nach oben ziehen würde. 😊

📅 22. Juli 2026 – Horma Canyon... was für ein Brett! 🤩🏞️

Am Morgen fühlte es sich schon wieder etwas besser an. Das Gefühl, mit der Türkei langsam abgeschlossen zu haben, war zwar immer noch da, aber wenigstens begann der Tag mit einem wunderschönen, wolkenverhangenen Sonnenaufgang. 🌅 

Ehrlich gesagt waren Ela und ich im Moment etwas ratlos, wie unsere Reise überhaupt weitergehen sollte. Bis zur Öffnung des Horma Canyons um 9 Uhr hatten wir noch etwas Zeit und schauten deshalb verschiedene Möglichkeiten durch. Bulgarien, das für uns eigentlich eine Option gewesen wäre, überzeugte uns überhaupt nicht. Zumindest an der Küste bekam man auf den Campingplätzen für viel Geld ziemlich wenig geboten. Auch das viel gelobte Freistehen schien dort mittlerweile Geschichte zu sein. In Park4Night lasen wir immer wieder, dass Reisende von der Polizei weggeschickt worden waren. Griechenland, eigentlich mein Favorit, steckte dagegen mitten in der Hauptsaison und überall war von völlig überfüllten Stränden und Campingplätzen die Rede. 🤔 Also beschlossen wir, die Entscheidung noch ein paar Tage aufzuschieben. Jetzt war erst einmal der Horma Canyon dran.



Der Horma Canyon liegt im Küre-Gebirge und gehört zum Küre-Dağları-Nationalpark, einem der schönsten Nationalparks der Türkei. Über viele Jahrtausende hat sich der Fluss Devrekani Çayı tief in den Kalkstein eingegraben und so eine spektakuläre Schlucht geschaffen. Seit einigen Jahren führt ein rund drei Kilometer langer Holzsteg mitten durch den Canyon und macht diese beeindruckende Landschaft überhaupt erst zugänglich. Kurz vor neun packten wir unseren Rucksack und liefen zum Eingang. Als der Ticketschalter öffnete, waren wir gleich doppelt überrascht. Zum einen kostete der Eintritt umgerechnet gerade einmal 1,50 Euro pro Person und zum anderen waren wir tatsächlich die einzigen Besucher. 😃 So, wie es aussah, gehörte der Canyon heute Morgen ganz allein uns.



Gleich hinter dem Eingang begann der Holzsteg. Anfangs verlief alles noch recht gemütlich. Von der gewaltigen Tiefe und den spektakulären Felswänden war zunächst noch nicht viel zu sehen. Vielleicht war das auch ganz gut, denn Ela hat ja eigentlich Höhenangst und konnte sich so langsam an die Höhe gewöhnen. 


Wanderung durch den Horma Canyon, Türkei

Nach und nach wurde die Schlucht immer tiefer. Wir überquerten eine Brücke und plötzlich ragten links und rechts riesige Felswände empor, die von der Morgensonne wunderschön angestrahlt wurden. Immer wieder lagen dicke Äste und sogar ganze Baumstämme weit oben zwischen den Felsen. Allein daran konnte man erkennen, welche gewaltigen Wassermassen hier bei Hochwasser durch den Canyon schießen müssen. 🌊 




Dann kam eine Stelle, an der die Felswände so eng zusammenrückten, dass gerade noch der Holzsteg dazwischen Platz fand. Unter uns rauschte der Fluss bestimmt dreißig Meter tiefer vorbei. Ela hielt sich tapfer und ich war inzwischen nicht nur von der Natur begeistert, sondern auch von der Ingenieursleistung. Wie um alles in der Welt hatten sie diesen Steg hier hinein gebaut?





Nach dieser Engstelle wurde die Schlucht wieder etwas breiter, dafür verlief der Holzsteg jetzt in schwindelerregender Höhe direkt an einer senkrechten Felswand entlang. Die Ausblicke nach unten und nach oben waren einfach atemberaubend und ich war wirklich überrascht, wie souverän Ela das meisterte. Eigentlich hatte sie doch ziemliche Höhenangst. 







Gerade als ich dachte, spektakulärer kann es kaum noch werden, kam die Stelle, bei der sogar ich froh war, dass wir ganz alleine unterwegs waren. Aus der senkrechten Felswand führte der Steg plötzlich unter einem riesigen Felsüberhang hindurch. Man lief praktisch schon fast auf der anderen Seite der Schlucht, rund fünfzig Meter über dem Fluss, und musste sich dabei sogar leicht bücken. 😳 Ich fragte mich nur noch: Wie zum Teufel haben die dieses Bauwerk hier hineingebaut? Der Holzsteg hing praktisch unter dem Felsdach und selbst bei mir machte sich jetzt ein ordentliches Kribbeln im Bauch bemerkbar. Für mich war das ganz klar das Adrenalin-Highlight der gesamten Wanderung. 




Wenig später öffnete sich die Schlucht wieder und wir hatten das Ende des rund drei Kilometer langen Steges erreicht. Vor zwei Jahren war ich bereits auf dem Caminito del Rey in Spanien unterwegs. Damals konnte Ela leider nicht mitkommen. Nachdem sie den Horma Canyon heute aber mit Bravour gemeistert hatte, wäre der Caminito für sie überhaupt kein Problem mehr gewesen. Und ganz ehrlich... der Caminito del Rey ist zwar weltberühmt, aber was die Ausgesetztheit angeht, ist er gegenüber dem Horma Canyon fast schon Kinderfasching. 😉



Zum Abschluss unserer Wanderung schauten wir uns noch den kleinen Wasserfall an, an dem der Fluss des Horma Canyons in ein, normalerweise türkisfarbenes, Becken stürzte. 💦 




Anschließend liefen wir noch in die kleine Ortschaft am Ende des Weges, gönnten uns erst einmal etwas zu trinken und schauten, wie wir wieder zurück zum Eingang kommen würden. Dafür gab es genau zwei Möglichkeiten: Entweder den günstigen Shuttlebus, der allerdings erst losfuhr, wenn er voll besetzt war, oder ein Taxi, das zwar deutlich teurer war, dafür aber sofort startete. Da wir heute noch ein gutes Stück Richtung Istanbul weiterfahren wollten, fiel uns die Entscheidung nicht schwer. Also stiegen wir ins Taxi und ließen uns bequem wieder hinauf zu unserem Otto bringen. 🚖🚐

Dort angekommen füllten wir zunächst an einem Brunnen unseren Otto mit frischem Wasser auf und schon waren wir wieder auf der Piste. 🚐 Die Strecke führte uns zunächst durch Safranbolu. Einen kurzen Moment überlegten wir tatsächlich, dort einen Stopp einzulegen. Safranbolu gehört seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der am besten erhaltenen osmanischen Altstädte der Türkei. Über Jahrhunderte war die Stadt eine wichtige Station auf der alten Karawanenroute zwischen Europa und Asien und ist heute vor allem für ihre wunderschönen Fachwerkhäuser bekannt. Nachdem wir von der Straße aus allerdings gesehen hatten, dass es hier neben der berühmten Altstadt auch noch eine große moderne Stadt gab und es eben kein kleines verträumtes Örtchen war, machten wir ein paar Fotos und fuhren weiter.


Blick auf Safranbolu, Türkei

Praktisch direkt anschließend erreichten wir Karabük. Manche Industrieanlagen erinnerten uns sofort ans Ruhrgebiet. Mächtige Hochöfen ragten in den Himmel und tatsächlich ist Karabük so etwas wie die Wiege der türkischen Stahlindustrie. Bereits Ende der 1930er-Jahre entstand hier eines der ersten großen Eisen- und Stahlwerke der jungen Republik Türkei, das die Entwicklung der gesamten Region maßgeblich geprägt hat. Beeindruckend fanden wir aber auch, dass sowohl Safranbolu als auch Karabük wunderschön zwischen grünen Bergen und Tälern liegen – ein Gegensatz, den wir so überhaupt nicht erwartet hätten.

So ging unsere Fahrt gemütlich weiter. Bei einer kleinen Pause stöberten Ela und ich wieder einmal durch Park4Night. Dort entdeckte Ela einen vielversprechenden Stellplatz am Yeniçağa-See, kurz vor Bolu. Den wollten wir uns einmal anschauen und wenn er hielt, was die Beschreibung versprach, auch gleich dort übernachten. Tatsächlich fanden wir einen schönen Platz für Otto. Zwar war am Nachmittag noch ordentlich Betrieb, denn die Türken gingen wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nach – grillen und picknicken. 🍖😄 



Wir waren aber ziemlich sicher, dass es gegen Abend deutlich ruhiger werden würde. Also machten wir es uns gemütlich, lasen ein wenig, ich schnitt noch das Reel über den Horma Canyon 🎥 und wir aßen den Rest unserer Spaghetti Bolognese. Zwischendurch bekamen wir sogar noch Besuch von der Betreiberfamilie des kleinen Kiosks nebenan, die sich nett mit uns unterhielt. Ein wunderschöner Sonnenuntergang 🌅 rundete den Tag schließlich perfekt ab und genauso, wie wir es vermutet hatten, leerte sich der Platz mit Einbruch der Dunkelheit immer mehr. 


Sonnenuntergang am Yenicaga See , Türkei

Ich glaube, heute Nacht werden wir wieder richtig gut schlafen. Morgen werden wir dann die restlichen knapp 300 Kilometer in Angriff nehmen um Istanbul zu erreichen. 

📅 23. Juli 2026 – Istanbul, wir sind da! 🌉🚐

Wie gestern schon vermutet, war es eine herrlich ruhige Nacht und wir hatten wunderbar geschlafen. 😊 Bevor wir losfuhren, muss ich aber noch zwei Dinge nachtragen, die ich gestern völlig vergessen hatte. Zum einen hatte ich mich für das automatische Mautsystem HGS angemeldet. In Istanbul wäre es völliger Wahnsinn gewesen, auf die Mautstraßen, Brücken und Tunnel zu verzichten. Zum anderen hatte ich unserem ehemaligen Stellplatzvermieter Herrn Gugenhan noch eine WhatsApp geschrieben und gefragt, ob er unseren Otto nicht doch noch einmal über den Winter aufnehmen könnte. Unsere Suche nach einem Winterquartier in Deutschland war leider bisher erfolglos geblieben und diese Entscheidung war für unsere weitere Reise enorm wichtig. Falls wir in Deutschland nichts finden würden, hätten wir Otto in Griechenland, in der Nähe von Athen, überwintern lassen. Gleich beim ersten Blick aufs Handy kam dann die gute Nachricht. Herr Gugenhan hatte tatsächlich noch einen Platz für uns. 🥳 Damit war unsere weitere Route endgültig klar. Erst Istanbul, anschließend noch einmal Griechenland und danach ganz gemütlich Richtung Deutschland. Unterwegs wollten wir uns außerdem noch Bosnien anschauen, das schon lange auf unserer To-do-Liste steht.

Mit dieser guten Nachricht und dem funktionierenden Mautsystem im Gepäck ging es los. Zunächst fuhren wir auf der D100 und wunderten uns wieder einmal über den Straßenbau in der Türkei. Wir rollten auf einer vierspurigen Bundesstraße dahin und direkt daneben verlief eine ebenso breite Autobahn. Acht Fahrspuren in dieselbe Richtung – so etwas hatten wir vorher auch noch nicht gesehen. 😄 

Nach einem Tankstopp wurde mir die Bundesstraße allerdings zu mühsam. Je näher wir Istanbul kamen, desto mehr Städte lagen auf der Strecke und gefühlt wartete hinter jeder Kreuzung die nächste rote Ampel. Zu mindestens konnten wir an den roten Ampeln Fahrzeuge mit der herrlichsten Ladung bewundern. 😁😎😬


Also wechselten wir kurzerhand auf die Autobahn. Dank unseres HGS-Systems war das überhaupt kein Problem und aus den ursprünglich noch knapp vier Stunden Fahrzeit wurden plötzlich nur noch zwei. Dass wir uns Istanbul näherten, bemerkten wir sofort. Die Bebauung wurde immer dichter und die Stadt schien einfach kein Ende mehr zu nehmen. Mit rund 16 Millionen Einwohnern ist Istanbul die größte Stadt der Türkei und die einzige Metropole der Welt, die sich auf zwei Kontinenten erstreckt – Europa und Asien. 🌉 Allein diese Dimensionen waren schon beeindruckend.


Ankunft in Istanbul

Zum Glück hatten wir den Maltepe Caravan Park als Basis für unseren Aufenthalt ausgesucht. So mussten wir uns noch nicht mitten ins berüchtigte Verkehrschaos von Istanbul stürzen. Nach einigem Hin und Her konnten wir schließlich einchecken. Schuld war ein ziemlich gewöhnungsbedürftiges Online-Buchungssystem, das wohl schon einigen Campern den letzten Nerv geraubt hatte. 😅 Die Mitarbeiter kannten das Problem bereits und irgendwann war auch diese Hürde geschafft. 

Otto stand auf seinem Platz, ich lief noch schnell zu einem Supermarkt in der Nähe, weil wir morgens vergessen hatten, Fleisch aufzutauen, und Ela kümmerte sich in der Zwischenzeit – mal wieder – um unsere Wäsche. 🧺 Zurück auf dem Campingplatz zauberte ich uns eine leckere Omnia-Pfanne mit Hühnchen, Kartoffeln und Gemüse, gönnte mir dazu ein schön kaltes Bier 🍺 und wir ließen den Abend ganz entspannt ausklingen. Morgen sollte es dann endlich losgehen – Istanbul wartete auf uns. 😊

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