🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Von Mardin zum Vansee auf den Spuren der Arche Noah und bis zum Schwarzen Meer 🚐🏔️🌊 10.07. – 15.07.2026

 🌄 Vom Dach der Götter ins Herz Mesopotamiens

Die vergangenen Tage haben uns tief beeindruckt. Zwischen den weltberühmten Mosaiken von Gaziantep, dem heiligen Fischteich von Şanlıurfa, den bewegenden Spuren des Erdbebens in Adıyaman und den monumentalen Steinköpfen auf dem Nemrut Dağı haben wir eine Seite der Türkei kennengelernt, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Doch unsere Reise geht weiter. Vor uns liegen die geschichtsträchtigen Städte Mesopotamiens, neue Begegnungen und sicher wieder jede Menge Abenteuer mit Otto. 🚐😊

📅 10. Juli 2026 – Mardins Altstadt und der Blick über Mesopotamien 🕌🌄

Na ja, die Nacht war jetzt nicht gerade prickelnd – zumindest nicht für mich. 😴 Schon seit geraumer Zeit fällt mir das Einschlafen schwer. Und wenn ich dann endlich schlafe, bekomme ich durch mein Atemgerät irgendwann nachts Durst. Also muss ich Ela wecken, weil ich über sie drüber klettern muss, um aus dem Bett zu kommen. Nicht gerade die beste Voraussetzung für eine erholsame Nacht. 😅

Als wäre das nicht schon genug, liegt der Campingplatz in Mardin auch noch direkt an einer viel befahrenen Straße. 🚛🚗 Erst weit nach Mitternacht wurde es langsam ruhiger und der Verkehr ließ endlich nach. Aber jetzt genug gejammert! 😄 Schließlich stand heute unser Besuch der Altstadt von Mardin auf dem Programm, und darauf hatten wir uns schon riesig gefreut. 🥰 Außerdem war Ela heute wieder richtig fit, sodass wir nach einem gemütlichen Frühstück voller Vorfreude losziehen konnten. ☕🥐

Blick von der Zinciriye Madrasa auf die Mesopotamische Tiefebene, Türkei
Der Besitzer des Campingplatzes erklärte uns noch schnell, wo sich die Bushaltestelle befand. Praktischerweise lag sie direkt vor dem Campingplatz. 🚌 Keine fünf Minuten später kam auch schon ein Kleinbus angefahren. Der Campingplatzbetreiber hielt ihn kurzerhand an, sagte dem Fahrer, wohin wir wollten, und schon konnten wir für umgerechnet gerade einmal etwa 50 Cent pro Person – ganz bequem mit der Kreditkarte bezahlt – einsteigen. 💳


Nach einer kurzen Fahrt durch die Straßen von Mardin machte uns der Busfahrer mit einem freundlichen Hinweis klar, dass wir unser Ziel erreicht hatten. Wir stiegen aus, blickten den Hang hinauf und wussten sofort: Hier sind wir richtig. 👀

Direkt über uns thronte bereits die beeindruckende Zinciriye Madrasa. 🕌 Die ehemalige Koranschule wurde im Jahr 1385 während der Artuqiden-Herrschaft erbaut und zählt heute zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Mardins. Besonders bekannt ist sie für ihre aufwendig verzierten Steinmetzarbeiten und ihre erhöhte Lage, die einen der schönsten Ausblicke über die Stadt und die mesopotamische Ebene bietet. Wir stiegen die wenigen Stufen hinauf und standen zunächst staunend vor dem kunstvoll behauenen Eingangsportal. 😍 Es ist kaum zu glauben, mit welcher Präzision die Steinmetze vor über 600 Jahren diese filigranen Ornamente in den hellen Kalkstein gemeißelt haben.


Kaum hatten wir den Innenhof betreten, fiel unser Blick auf das elegante Minarett der Dinaripamuk Camii 🕌, das sich direkt neben der Madrasa in den Himmel erhebt. Doch das eigentliche Highlight wartete dahinter. Vor uns öffnete sich ein Panorama, das uns für einen Moment sprachlos machte. 🤩 Die riesige mesopotamische Tiefebene breitete sich bis zum Horizont aus. 🌾🌄 Soweit das Auge reichte, verschmolzen Himmel und Landschaft miteinander. Irgendwo dort draußen liegen Syrien und der Irak – und genau hier wird einem bewusst, wie weit man inzwischen von Mitteleuropa entfernt ist. 🌍

Zunächst schauten wir uns die beiden wunderschönen Gebäude an, die sich direkt neben der ehemaligen Koranschule befanden. 🕌 Im ersten war eine kleine Ausstellung untergebracht und im zweiten... tja, das sah irgendwie nach einer Schule aus. 🤷‍♂️ Keine Ahnung, was dort genau untergebracht war.



Danach war endlich die Zinciriye Madrasa selbst an der Reihe. Für einen kleinen Obolus durften wir das historische Gebäude betreten. Gleich im Innenhof fiel uns der wunderschön gestaltete Brunnen ins Auge, aus dem sogar heute noch Wasser floss. 💧 



Die Architektur des gesamten Gebäudes war wirklich beeindruckend. Die Räume selbst waren allerdings eher schlicht gehalten – leere Zimmer eben. Nicht ganz so prickelnd. 😅

Als wir schließlich die Dachterrasse erreichten, war das aber sofort vergessen. 🤩 Von hier oben bot sich ein noch schönerer Blick über die Altstadt von Mardin und die schier endlose mesopotamische Tiefebene. 🏘️🌄 Einfach herrlich! 




Ich fotografierte noch ein paar alte Aufnahmen, die zeigten, wie Zinciriye Madrasa früher einmal ausgesehen hatte, und schon konnte unser eigentlicher Stadtrundgang beginnen.



Unser persönlicher Reiseführer – ChatGPT. 🤖😂 – hatte uns empfohlen, ganz oben zu starten und uns dann Stück für Stück durch die Gassen nach unten zu arbeiten. Das war auch sinnvoll, denn höher hinauf ging es ohnehin nicht mehr. Die Festung von Mardin, die hoch über der Stadt thront, ist bis heute militärisches Sperrgebiet und deshalb für Besucher nicht zugänglich.

Also schlenderten wir gemütlich durch die engen Gassen der Altstadt. 🚶‍♂️🚶‍♀️ Überall reihten sich die wunderschönen honigfarbenen Steinhäuser aneinander, deren Fassaden teilweise schon mehrere hundert Jahre alt sind. Mardin gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte Mesopotamiens. Schon vor über 4.000 Jahren siedelten hier verschiedene Völker, später hinterließen Römer, Byzantiner, Araber, Seldschuken und Osmanen ihre Spuren. Genau diese Mischung macht den besonderen Charme der Stadt aus. ❤️ Gleich als wir die erste Gasse betraten stach mir ein Friseur ins Auge. Da ich einige Stiche auf dem Kopf gehabt hatte konnte ich seit fast zwei Wochen meine Haare nicht rasieren, Da die Stiche mittlerweile nicht mehr vorhanden waren nutzte ich die Chance und ließe mir einen ordentlichen Haarschnitt verpassen, ein tolles Erlebnis da die türkischen Friseure natürlich auch die Nasen- und Ohrenhaare entfernen. 













Was uns allerdings überraschte: Der eigentliche Basar beschränkt sich nur auf den oberen Teil der Altstadt. Vielleicht fünf oder sechs Querstraßen lang reiht sich dort ein Geschäft ans nächste. Läuft man weiter bergab, verändert sich das Bild deutlich. Viele Häuser sind renovierungsbedürftig, manche wirkten sogar verlassen. Vermutlich sind viele Bewohner inzwischen in die moderne Neustadt gezogen, die sich unterhalb der Altstadt ausbreitet.



Außerdem mussten wir feststellen, dass der nette Türke, der uns zuvor von Mardin erzählt hatte, wohl ein klein wenig übertrieben hatte. 😂 Er hatte berichtet, dass in den engen Gassen heute noch fleißig mit Eseln transportiert würde. Tja... wir haben während unseres gesamten Rundgangs genau ein Maultier gesehen. 🫏 Das stand gemütlich in einer Seitengasse und schien genauso wenig arbeiten zu wollen wie wir Urlaub machen wollten. 😄

Davon ließen wir uns natürlich nicht die Laune verderben. Wir spazierten weiter durch die uralten Gassen, schauten uns eine kleine protestantische Kirche ⛪ an, warfen einen Blick in den ruhigen Innenhof einer Moschee 🕌 und genossen einfach die besondere Atmosphäre dieser faszinierenden Stadt. Zwischendurch mussten wir natürlich auch immer mal wieder eine kleine Trinkpause einlegen. 🥤 Bei den Temperaturen absolut notwendig.
















Irgendwann hatten wir dann aber genug gesehen und machten uns gemütlich auf den Rückweg zu Otto. 🚐




Als wir auf dem Campingplatz ankamen, stand inzwischen ein weiterer kleiner Van neben uns. Natürlich kamen wir sofort mit der Fahrerin ins Gespräch. 😊 Sie stammte aus Heidelberg, war Deutsch-Türkin, hatte sich eine Auszeit genommen und bereiste die Türkei ganz alleine mit ihrem kleinen Camper. Solche Begegnungen gehören für uns einfach zum Reisen dazu und sorgen immer wieder für nette Gespräche.

Langsam gingen uns allerdings die Getränke aus. Also holten wir kurzerhand Tweety aus seiner Garage 🛵 und ich fuhr noch schnell einkaufen. Wieder zurück auf dem Campingplatz ließen wir den Abend ganz entspannt ausklingen. Ein bisschen am Blog schreiben, noch etwas plaudern und den Tag Revue passieren lassen. ✍️☕🌅

Denn morgen sollte es weiter zum Vansee gehen. 🌊 Und da uns eine ordentliche Etappe bevorstand, wollten wir ausgeschlafen und fit in den nächsten Reisetag starten. 🚐😊

📅 11. Juli 2026 – Auf zum Vansee! 🚐🌊

Heute hieß es Abschied nehmen von Mardin. 🕌 Da wir – wie eigentlich fast immer – überhaupt nicht wussten, wo wir heute Abend landen würden und auf der Strecke zum Vansee bei Park4Night nichts wirklich Spannendes zu finden war, bekam Otto erst einmal seinen Rundum-Service. 💦 Frischwasser auffüllen, Grauwasser entsorgen und natürlich die Toilette leeren. So konnten wir, wenn es sein musste, wieder zwei bis drei Tage völlig autark irgendwo stehen. Genau so mögen wir das. 😊 Danach bezahlten wir unseren Stellplatz, verabschiedeten uns von der netten Deutsch-Türkin aus Heidelberg 👋 und plauderten noch kurz mit Ali, einem weiteren Deutsch-Türken aus Heilbronn. Er war gestern angekommen, sprach perfektes Deutsch – sogar mit schwäbischem Dialekt. 😄 Dann war es aber soweit. Google lotste uns zunächst wieder auf die D950, über die wir auch nach Mardin gekommen waren. Nachdem Otto noch schnell vollgetankt wurde ⛽, ging es endlich los.

Bei Çınar bogen wir rechts ab. Madame Google hatte mal wieder eine schnellere Strecke gefunden und so fuhren wir mitten durch riesige landwirtschaftliche Anbaugebiete. 🌾 Diese fruchtbare Region gehört zu den wichtigsten Agrargebieten der Türkei. Hier werden unter anderem Weizen, Gerste, Baumwolle und Linsen angebaut und links wie rechts der Straße reihten sich die Felder kilometerweit aneinander. Die Straße selbst war allerdings eher... na ja... gewöhnungsbedürftig. 😅 Eine besonders heftige Bodenwelle hatte dann sogar etwas Gutes. Unsere Tankanzeige, die vor zwei Tagen nach einer anderen Bodenwelle einfach auf halber Stellung hängen geblieben war, funktionierte plötzlich wieder. 😂 Offenbar brauchte sie einfach noch einen zweiten Schlag. Leider hatte diese Welle auch eine weniger schöne Nebenwirkung. Das Brett unserer Garagenkonstruktion hatte sich etwas gelöst und hing nun schief nach unten. Tja... wieder eine Kleinigkeit, die ich irgendwann reparieren darf. 🔧

Irgendwann erreichten wir die D370 und jetzt ging es wieder vierspurig weiter. Wir kamen richtig gut voran, bis plötzlich ein Verkehrsschild auftauchte und wir beide laut lachen mussten. 🤣 Batman! Na endlich wussten wir, wo Batman wohnte. 🦇😂 

Natürlich hat die Stadt mit dem Comic-Helden überhaupt nichts zu tun. 😄 Dafür fiel uns bei der Einfahrt sofort eine riesige Ölförderpumpe auf einem Kreisverkehr auf und wenig später standen wir neben einem gigantischen Flughafen- und Militärgelände. Das war bis jetzt das größte, das wir in der Türkei gesehen hatten. Kein Wunder, denn Batman ist das Zentrum der türkischen Erdölförderung. 🛢️ Gleichzeitig hat die Stadt wegen ihrer Nähe zu Syrien, dem Irak und dem Iran eine enorme strategische Bedeutung. Auf dem militärischen Teil des Flughafens sind unter anderem türkische Drohneneinheiten stationiert und von hier aus werden Überwachungs- und Militäreinsätze in der Grenzregion unterstützt. Außerdem wird der Flughafen immer wieder im Zusammenhang mit internationalen Militäroperationen im Nahen Osten genannt. ✈️ Das erklärte auch, warum wir hier eine so gewaltige Militärpräsenz vorfanden. Ein Foto vom Militärgelände musste ich natürlich trotzdem heimlich machen. 🤫📸

in der Stadt Batman in der Türkei

Kurz hinter Batman machten wir eine kurze Pause oberhalb eines herrlichen Flüsschens in den wir am liebsten hineingehüpft wären denn das Thermometer von Otto zeigte inzwischen 44 Grad an, einfach zu heiß und wir freuten uns auf den Van See, dort sollte es erheblich kühler sein.



Doch kurz danach wartete schon das nächste Rätsel auf uns. Zwischen Veyselkarani und Bitlis standen überall Verkaufsstände mit großen weißen Säcken und daneben sahen wir flache Becken, die auf den ersten Blick wie kleine Salinen am Meer aussahen. 🧂 Tatsächlich wird hier aber Salz aus natürlichen Quellen gewonnen. Das salzhaltige Wasser verdunstet in den flachen Becken und übrig bleibt das Salz, das anschließend direkt am Straßenrand verkauft wird. Wieder etwas gelernt. 😊 

Als wir schließlich Bitlis erreichten, staunten Ela und ich erneut nicht schlecht. Wir waren inzwischen schon ziemlich hoch im anatolischen Hochland unterwegs und trotzdem entstanden hier überall neue Straßen und moderne Wohnhäuser. Viele Gebäude waren noch gar nicht bewohnt. Irgendwie erinnerte uns das Ganze an einen Skiort in den Alpen – nur eben mitten im Sommer. 🏔️

Kurz hinter Bitlis ging es wieder leicht bergab und dann war es endlich soweit. 🌊 Zum ersten Mal konnten wir den Vansee sehen. Die Farben des Wassers waren wunderschön, auch wenn ziemlich viel Staub in der Luft lag und die Fernsicht eher an den Smog von Bangkok erinnerte. 🌫️ 

Unser erstes Ziel war allerdings ein Supermarkt in Tatvan. 🛒 Die Vorräte mussten schließlich wieder aufgefüllt werden. Danach begann die eigentliche Herausforderung des Tages: einen Stellplatz finden. Vor ein paar Tagen hatte ich noch ganz lässig zu Ela gesagt: "Ach, rund um Tatvan gibt es genügend Auswahl." 😎 Tja... hätte ich doch bloß mal genauer hingeschaut. Fast alle Plätze entpuppten sich als Picknickplätze mit Übernachtungsmöglichkeit. Da heute Samstag war und wir die Picknick-Leidenschaft der Türken inzwischen bestens kannten, schwante uns schon nichts Gutes.

Den ersten Platz schauten wir uns trotzdem an. Kaum angekommen wussten wir aber schon: Nichts wie weg! 😅 Überall Autos, überall Menschen und aus dem kleinen Wäldchen quoll so viel Grillrauch heraus, als würde der ganze Wald brennen. 🔥🥩 Also wieder Park4Night geöffnet. Rund 35 Kilometer weiter fanden wir einen weiteren Platz. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust mehr zu fahren, aber wir wollten endlich irgendwo ankommen und vielleicht sogar ein paar Tage bleiben. Also Arschbacken zusammenkneifen und weiter. 💪 Der zweite Platz war ebenfalls ein Picknickplatz, allerdings deutlich besser organisiert und längst nicht so chaotisch. Das sollte für heute unser Zuhause werden. 🚐 Wir stellten Otto einigermaßen gerade hin, kurbelten die Markise für etwas Schatten aus und atmeten erst einmal tief durch. 😊 


Gegen Abend lief ich noch ein wenig über das Gelände, machte ein paar Fotos 📸 und beobachtete fasziniert, mit welcher Freude die türkischen Familien hier gemeinsam grillten, Tee tranken und ihren Samstag genossen. 


Nach unserem Abendessen wurden wir dann noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über dem Vansee belohnt. 🌅 Als die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand, gingen auch bei uns die Lichter aus. 😴 Morgen wollten wir uns ganz in Ruhe umsehen. Vielleicht fanden wir ja doch noch den perfekten Platz, um ein paar entspannte Tage am Vansee zu verbringen. 🌊😊


Unser Wohnmobil Otto am Van See, Türkei


📅 12. Juli 2026 – Auf der Suche nach dem perfekten Platz am Vansee 🌊🚐

Neuer Tag, neues Glück – das war heute die Devise. 😄 Ein Platz, der uns wirklich zusagte, musste her und so machten wir uns schon früh vom Acker. Nicht nur, damit wir genügend Zeit hatten etwas Schönes zu finden, sondern auch, um ungeschoren durch das kleine Örtchen Yelkenli zu kommen, das direkt hinter unserem Stellplatz lag. Die Straßen waren hier ziemlich eng und wir konnten uns gut vorstellen, dass hier am Sonntag später ordentlich Verkehrschaos herrschen würde. Außer uns waren vielleicht zwei oder drei Menschen wach und so rollte Otto ganz gemütlich durch den Ort. 🚐

Kaum waren wir auf der Hauptstraße, wurde wieder Park4Night geöffnet. 📱 Der nächste Platz hieß Gezginfest Van Konser und versprach einen Stellplatz direkt am See mit schattigen Plätzen. Also fuhren wir die 63 Kilometer dorthin. Dort angekommen stiegen wir kurz aus, schauten uns um und beschlossen nach nicht einmal fünf Minuten: Danke, aber nein danke. 😅 Der Platz war ehrlich gesagt nicht einmal ein Foto wert. Also wieder das gleiche Spiel. App öffnen, Bewertungen lesen, diskutieren und weiterfahren. Bei Dilkaya fanden wir den nächsten vielversprechenden Platz und machten uns erneut auf den Weg. Langsam wurde uns allerdings klar, dass unser geplanter Besuch des Nemrut-Kraters bei Tatvan immer unwahrscheinlicher wurde. Je weiter wir am Vansee entlang nach Norden fuhren, desto weniger Lust hatten wir, die ganze Strecke wieder zurückzufahren. Na ja... wir hofften einfach, dass uns der Vansee dafür entschädigen würde. 😊

Also fuhren wir noch einmal fast 30 Kilometer weiter, nur um auch dort festzustellen, dass uns der Platz nicht wirklich gefiel. 🤷‍♂️ Man, waren wir inzwischen wählerisch geworden! Immerhin machten wir hier wenigstens mal ein Foto. Mittlerweile meldete sich aber der Hunger und Ela zauberte im Handumdrehen ein paar leckere Schnittchen. 🥪 Während wir gemütlich aßen, wurde uns allerdings langsam etwas mulmig. Die Auswahl an Stellplätzen wurde immer kleiner und im Grunde waren es überall dieselben Picknickplätze, auf denen man gegen eine kleine Gebühr auch übernachten durfte. Für eine Nacht völlig okay, aber wir wollten ja endlich mal wieder zwei oder drei Tage an einem Ort bleiben und einfach entspannen.


Also noch einmal Park4Night geöffnet... und siehe da: Fast am nordöstlichen Ende des Vansees fanden wir bei Çolpan einen Platz, dessen Bewertungen richtig gut klangen. Das war praktisch unsere letzte Chance. Also noch einmal knapp 90 Kilometer fahren. 🚐 Als wir dort ankamen, hatten wir heute tatsächlich fast 180 Kilometer zurückgelegt – eigentlich nur auf der Suche nach einem schönen Stellplatz. 😅 Schon bei der Anfahrt merkten wir, dass hier irgendetwas anders war. Keine Menschenmassen, alles wirkte gepflegt und sauber und irgendwie passte die ganze Anlage so gar nicht zu dem Bild, das wir bisher vom abgelegenen Ostanatolien hatten. Kaum hatten wir angehalten, wurden wir von der Betreiberin herzlich auf Englisch begrüßt und durften uns unseren Stellplatz aussuchen. Da wir die einzigen Camper waren, fiel die Entscheidung nicht schwer. Otto wurde perfekt ausgerichtet, die Markise ausgefahren und erst einmal tief durchgeatmet. 😊


Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, lief ich neugierig zum Restaurant hinüber. 🎶 Dort lief leise moderne Musik und als ich mich umschaute, musste ich zweimal hinsehen. Die Frauen liefen ganz selbstverständlich im Bikini herum und die ganze Atmosphäre erinnerte eher an einen Strandclub irgendwo in Südeuropa als an den hintersten Winkel der Türkei. Irgendetwas war hier anders und ich nahm mir vor, dem später noch auf den Grund zu gehen. Zunächst fragte ich aber nach dem Preis für den Stellplatz. Dabei stellte sich heraus, dass man hier nur bar bezahlen konnte. Da wir heute Abend auch noch im Restaurant essen wollten, wurde unser Bargeld langsam knapp. Also hieß es: Tweety aus der Garage! 🛵 Der nächste Geldautomat befand sich in Muradiye – 25 Kilometer entfernt. Hin und zurück also mal eben 50 Kilometer. Heute war eindeutig Fahrtag. 😂

Ela hatte keine Lust mitzukommen und so machte ich mich alleine auf den Weg. Das hatte den Vorteil, dass ich Tweety mal wieder ordentlich laufen lassen konnte. Bergab und mit Rückenwind schaffte ich tatsächlich sagenhafte 100 km/h. 🚀 Was für eine Rakete! Dank Google Maps fand ich den Geldautomaten auf Anhieb und fragte mich mal wieder, wie wir früher eigentlich ohne Navi unterwegs sein konnten. Auf dem Rückweg tankte ich Tweety noch schnell voll ⛽, machte natürlich ein Erinnerungsfoto vor einem Straßenschild in Richtung Iran 😄 – Blödsinn im Kopf muss schließlich sein – und fotografierte außerdem noch eine alte Dampflok, die dort einfach am Straßenrand stand.



Zurück auf dem Campingplatz bezahlte ich erst einmal unsere Übernachtung, reservierte gleich das Abendessen im Restaurant und holte dann erst einmal das Werkzeug herauszog. Ich musste ja das schräge Brett in der Heck Garage wieder in die richtige Stellung bringen. Also mit der Stichsäge einen Stock, den wir noch dabei hatten zurecht gesägt, ein paar Schrauben und schon war das Ding repariert.

Jetzt war aber die Badehose dran. 🌊 Endlich wollte ich ausprobieren, wie sich das Wasser des Vansees anfühlt. Der Vansee ist nämlich kein Süßwassersee, sondern ein sogenannter Natronsee. Durch den hohen Gehalt an Soda und anderen Mineralien fühlt sich das Wasser tatsächlich ein bisschen wie leichtes Seifenwasser an. 🫧 Man treibt unglaublich gut auf der Oberfläche und die Haut fühlt sich hinterher wunderbar weich an – allerdings auch ziemlich trocken, wenn sie wieder trocknet. Genau das durfte ich später am eigenen Körper feststellen. 😅 Eine gute halbe Stunde planschte ich im angenehm warmen Wasser herum, während Ela lieber gemütlich am Platz blieb.

Anschließend schrieb ich noch ein Stück am Blog weiter. ✍️ Durch die ganze Fahrerei der letzten beiden Tage war ich inzwischen ganz schön in Verzug geraten. Plötzlich rief Ela nach mir. Ich solle sofort rauskommen! Direkt vor Otto spazierte seelenruhig eine wunderschöne Schildkröte vorbei. 🐢 Klar musste ich erst einmal ein paar Fotos machen, bevor ich mich wieder an den Laptop setzte.


 Irgendwann war es dann Zeit für unser Abendessen. Bevor wir allerdings ins Restaurant gingen, musste ich mich erst einmal gründlich eincremen. Meine Haut war inzwischen trocken und schuppig geworden – Natron lässt grüßen. 😂 Das Essen war hervorragend, dazu lief entspannte Bluesmusik und die ganze Atmosphäre war einfach fantastisch. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und fragte die Besitzerin neugierig, was es mit diesem außergewöhnlichen Ort eigentlich auf sich hatte...

So erfuhren wir, dass ihr Vater eigentlich wollte, dass sie Maschinenbau studiert. 🎓 Diesen Wunsch erfüllte sie ihm auch, doch nach ihrem Studium stellte sie schnell fest, dass das überhaupt nicht ihre Welt war. Stattdessen hatte sie einen ganz anderen Traum. Auf dem Grundstück ihres Vaters wollte sie einen modernen, entspannten Treffpunkt schaffen – einen Ort zum Chillen direkt am Vansee. 🌊🎶 Bluesmusik war ihre große Leidenschaft und genau deshalb lief hier Musik, die wir mitten im Osten der Türkei nun wirklich nicht erwartet hätten. Überhaupt war die ganze Atmosphäre irgendwie besonders. Das Publikum wirkte jung, modern und locker und wir fühlten uns eher wie irgendwo an einem europäischen Strand als am hintersten Zipfel Anatoliens.

Als sie uns fragte, ob wir zum Abschluss noch einen Kaffee wollten, antwortete ich natürlich sofort: „Ich liebe türkischen Kaffee!“ ☕ Sie lächelte, schüttelte leicht den Kopf und meinte: „Das hier ist kein türkischer Kaffee... das ist kurdischer Kaffee.“ 😄 Natürlich schauten Ela und ich etwas verdutzt. Das merkte sie sofort und begann uns ein wenig von der Geschichte der Kurden zu erzählen. Die Kurden sind das größte Volk der Welt ohne einen eigenen Staat und leben hauptsächlich in der Türkei, im Irak, im Iran und in Syrien. Gerade hier im Osten der Türkei ist ihre Kultur bis heute sehr präsent – mit einer eigenen Sprache, eigener Musik, eigenen Traditionen und natürlich auch ihrer Küche. Viele Menschen hier fühlen sich in erster Linie als Kurden und gleichzeitig als Bürger der Türkei. Es war unglaublich spannend, ihr zuzuhören und einmal die Sicht einer Einheimischen kennenzulernen. Da wurde uns wieder bewusst, dass Reisen eben weit mehr ist, als nur schöne Landschaften anzuschauen. ❤️

Irgendwann kam dann allerdings die Rechnung... 💸 Und die hatte es in sich! Mit umgerechnet knapp 40 Euro war das tatsächlich unser bisher teuerstes Essen auf der gesamten Türkei-Reise. 😅 Na ja, wenn wir damit dazu beitragen konnten, dass dieses wunderschöne Fleckchen Erde erhalten bleibt, dann war uns das Geld auch wieder nicht zu schade. Außerdem bekamen wir noch eine ganz besondere Unterhaltung gratis dazu. 🐢 Gleich vier Schildkröten spazierten völlig selbstverständlich zwischen den Tischen und über die Terrasse, bettelten hier und da nach einem Leckerbissen und ließen sich selbst von einer Katze überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Herrlich anzuschauen! 😂


Gut gesättigt, um einige interessante Geschichten reicher und ziemlich müde machten wir uns schließlich auf den kurzen Weg zurück zu Otto. 🚐 Keine fünf Minuten später lagen wir schon im Bett und schliefen tief und fest. 😴 Morgen wollten wir einfach einmal gar nichts tun, den Tag am Vansee genießen und ich wollte endlich unseren Reiseblog wieder auf den aktuellen Stand bringen. ✍️🌊

📅 13. Juli 2026 – Relaxen am Vansee und plötzlich wurde ich zum Schlagerstar! 😂🎶

Nach einer wunderbaren Nacht ließen wir es heute Morgen mal so richtig gemütlich angehen. 😌 Die Luft war herrlich frisch, nachts kühlte es hier auf angenehme 16 Grad herunter und schließlich hatten wir uns heute einen echten Relaxing-Tag vorgenommen. Na ja... zumindest fast. 😄 Gegen später gönnten wir uns erst einmal ein ausgiebiges Frühstück mit frischem Rührei 🍳 und allem, was dazugehört. Danach machte Ela noch ein kleines Schläfchen. Sie war heute schon wieder kurz vor fünf Uhr wach gewesen, während ich mir die Zeit mit dem Laptop vertrieb und ein wenig am Blog arbeitete. ✍️

Als Ela wieder ausgeschlafen hatte, lümmelten wir noch eine Weile gemütlich herum, bevor für sie eine kleine Premiere anstand. Gemeinsam gingen wir zum ersten Mal zusammen im Van See baden. 🌊 Ich hatte natürlich meine GoPro dabei, um ein paar Filme und Fotos aufzunehmen. Ela stellte genauso wie ich am Vortag sofort fest, dass sich das Wasser irgendwie ganz anders anfühlte als gewohnt. Durch den hohen Natrongehalt wirkt es tatsächlich fast ein bisschen wie leichtes Seifenwasser. 🫧 Ein wirklich verrücktes Gefühl. Während wir so gemütlich im Wasser planschten, schoss mir plötzlich eine völlig verrückte Idee durch den Kopf. 🤪 Warum eigentlich nicht aus dem Ganzen einen lustigen Schlager machen? Gesagt, getan! Schließlich hatte ich Suno auf meinem Handy installiert und genau für solche spontanen Ideen liebe ich diese neue Technik.




Zurück bei Otto fragte ich erst einmal meinen Buddy ChatGPT, was er von der Idee hielt. 🤖 Er war sofort Feuer und Flamme und lieferte mir gleich einen passenden Songtext. Den kopierte ich in Suno, schrieb noch dazu, dass ich einen lustigen Schlager haben wollte und keine vier Minuten später war das Lied fertig. 🎶😂 Da ich bis jetzt nur die kostenlose Version von Suno nutze, musste ich zwar wieder ein wenig tricksen, um an die Audiodatei zu kommen, aber das hatten wir ja schon bei unserem ersten Song „Pit, du Depp“ gelernt – ihr erinnert euch vielleicht noch an mein legendäres „Kanakale“ statt Çanakkale ganz am Anfang unserer Türkei-Reise. 🤣

Jetzt wurde es richtig kreativ. Ich startete Clipchamp, legte den neuen Song „Ein Bad im Vansee“ darunter und begann, meine Videos und Bilder vom Baden passend zur Musik zusammenzuschneiden. 🎥🎵 Es machte riesigen Spaß zu sehen, wie das Ganze Stück für Stück entstand. Irgendwann merkte ich allerdings, dass ich für den kompletten Song gar nicht genügend Aufnahmen hatte. Also schnappte ich mir noch einmal die Kamera, lief ein wenig über das Gelände und sammelte weiteres Bildmaterial.








 📸 Als schließlich alles fertig war und der Schlager zusammen mit den Aufnahmen über den Bildschirm lief, mussten wir beide grinsen. Sogar Ela gefiel das Ergebnis. 😊 Leute, wie schnell dabei die Zeit vergeht, ist wirklich unglaublich!

Plötzlich war es schon Zeit fürs Abendessen. Heute war ich mit Kochen dran. 👨‍🍳 Es gab eine Art Paprikagulasch aus dem Omnia mit Nudeln. 🍝 Lecker war es auf jeden Fall, auch wenn das Fleisch vermutlich noch eine halbe Stunde länger im Ofen hätte bleiben dürfen. 😅 Während wir aßen, kreisten meine Gedanken allerdings schon wieder um Suno. Ich hatte gelesen, dass man inzwischen sogar seine eigene Stimme aufnehmen und daraus komplette Songs erstellen kann. Also wurde mein Buddy ChatGPT erneut eingespannt und gemeinsam bastelten wir gleich noch zwei weitere Lieder. 🎶 Das erste heißt „Mit Otto bis zum Horizont“ und soll künftig der musikalische Aufhänger unserer Reels werden. Das zweite trägt den Titel „Nicht erst irgendwann“. ❤️ Dieses Lied bedeutet uns besonders viel. Es handelt von all den Freunden und Bekannten, die ihren Traum vom Reisen nie verwirklichen konnten, weil sie viel zu früh von uns gegangen sind. Stellvertretend haben wir das Lied unserem Freund Axel gewidmet.

Mittlerweile war es schon ziemlich spät geworden. 😴 Eigentlich wollten wir heute nur entspannen, aber irgendwie konnten wir einfach nicht aufhören, mit den neuen Möglichkeiten herumzuspielen. Schließlich schmiedeten wir noch Pläne für den nächsten Tag. Morgen sollte es weiter in Richtung Ararat gehen. 🏔️ Ela hatte in ihrem ganzen Leben noch nie einen wirklich gewaltigen Berg gesehen. Das wollten wir nun endlich ändern.

📅 14. Juli 2026 – Auf dem Weg zum Ararat 🏔️🚐

Voller Vorfreude wachten Ela und ich heute Morgen auf. 🤩 Schließlich sollte es heute weitergehen – unser Ziel war der Berg Ararat. Alles andere würde sich unterwegs ergeben, wie eigentlich immer. Ein wunderschöner Sonnenaufgang 🌅 versüßte uns den Morgen und begleitete uns dabei, Otto für die Abfahrt startklar zu machen. Da wir ziemlich früh loskamen, verzichteten wir mal wieder auf ein gemütliches Frühstück. Unterwegs wollten wir einfach irgendwo ein Brot kaufen und unsere Frühstücksschnitten aus der Hand essen. Ist zwar nicht ganz so gemütlich, spart aber Zeit. 😄

Bevor wir losfuhren, machte ich mich noch kurz schlau, von wo aus man den schönsten Blick auf den Ararat haben sollte. Das Internet war sich ziemlich einig: Doğubayazıt und der dort gelegene İshak-Pascha-Palast seien der perfekte Aussichtspunkt. Also gab ich das Ziel in Google Maps ein und schon hieß es wieder: On the Road again! 🎶 Gemütlich ging es auf der D975 an Muradiye vorbei um die knappen 130 Kilometer runter zu reißen. Kurz überlegten wir noch, ob wir den dortigen Wasserfall anschauen sollten, entschieden uns dann aber dagegen. Heute wollte Ela nur eins: endlich den Ararat sehen! 🏔️❤️

Die Straße war hervorragend ausgebaut, der Verkehr hielt sich in Grenzen und so rollten wir völlig entspannt unserem Ziel entgegen. In irgendeiner kleineren Stadt legten wir an einem A101 einen kurzen Stopp ein. Eigentlich wollten wir nur schnell ein Brot kaufen... na ja... daraus wurde dann ein kleiner Großeinkauf. 😂 Unsere Vorräte wurden wieder komplett aufgefüllt. Man weiß schließlich nie, wo man am Abend landet. Nach dem Einkauf bekam jeder von uns eine Frühstücksschnitte in die Hand und weiter ging die Fahrt. 🥪

Fast unbemerkt arbeiteten wir uns immer höher in die Berge hinauf. Irgendwann zeigte uns ein Passschild tatsächlich 2.800 Meter an. 😳 Die Landschaft wurde immer beeindruckender und ab Çaldıran fiel uns auf der linken Seite plötzlich ein riesiges Lavafeld auf. 🌋 Kilometerweit zog sich das schwarze Gestein durch die Landschaft und teilweise führte unsere Straße sogar mitten hindurch. Das musste einmal ein gewaltiger Vulkanausbruch gewesen sein.

Blick auf den Vulkan Tendürek Dagi, Türkei

Wie sich später herausstellte, stammt dieses riesige Lavafeld tatsächlich vom Tendürek Dağı, einem rund 3.500 Meter hohen Schildvulkan zwischen Vansee und Ararat. Seine Lavaströme bedecken noch heute eine Fläche von etwa 650 Quadratkilometern – deshalb wirkt die Landschaft hier stellenweise fast wie auf einem anderen Planeten. 🌋 Der Vulkan entstand vor rund 250.000 Jahren und war erstaunlich lange aktiv. Sein letzter dokumentierter Ausbruch liegt sogar erst im Jahr 1855 zurück. Auch heute gilt der Tendürek noch als ruhender und nicht als erloschener Vulkan. Wenn man durch diese gewaltigen Lavafelder fährt, kann man sich gut vorstellen, welche Naturgewalten hier einst gewütet haben. 

Als wir gerade so durch die riesigen Lavafelder fuhren – die Straße war herrlich ausgebaut, wenn auch ziemlich kurvig – rief Ela plötzlich: „Da ist er!“ 😍 Sie meinte natürlich den Berg Ararat, der auf einmal schneebedeckt vor uns auftauchte. Was für ein Anblick! 🏔️ Kaum hatten wir ihn zum ersten Mal entdeckt, bot sich auch schon eine Gelegenheit zum Anhalten. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Also Otto an den Straßenrand gestellt und Feuer frei! 📸🎥 Fotos, Videos und einfach diesen Moment genießen. Schließlich sieht man nicht jeden Tag den höchsten Berg der Türkei vor sich stehen.

unser Wohnmobil Otto am Berg Ararat


Glücklich fuhren wir weiter und als wir schließlich in Doğubayazıt einfuhren, lag der Ararat praktisch in seiner ganzen Pracht direkt vor uns. Wir hielten noch einmal an und schauten eine ganze Weile hinauf. Ich fragte Ela schließlich, ob wir jetzt noch zum berühmten İshak-Pascha-Palast hochfahren wollten. Sie schaute noch einmal zum Berg und meinte nur: „Eigentlich habe ich jetzt alles gesehen, was ich sehen wollte.“ 😊 Ehrlich gesagt ging es mir genauso. Ob ich den Ararat nun aus drei oder vier verschiedenen Blickwinkeln fotografiere, war mir letztendlich ziemlich egal. Viel größer war inzwischen die Lust auf einen Landschaftswechsel. Kurz gesagt: Wir wollten endlich ans Schwarze Meer! 🌊

Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wo wir unsere Schwarzmeer-Tour beginnen sollten. Ganz im Osten an der georgischen Grenze oder doch erst in Trabzon? Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns für Trabzon. Dorthin führte die D100, eine hervorragend ausgebaute Fernstraße, die quer durch den Nordosten der Türkei verläuft. Sie ist Teil der internationalen Europastraße E80 und verbindet die iranische Grenze mit dem Landesinneren und schließlich weiter bis nach Istanbul. Deshalb begegneten uns hier auch unzählige iranische Lastwagen. 🚛 Für den Warenverkehr zwischen dem Iran und Europa ist diese Straße eine der wichtigsten Verbindungen überhaupt.

Also Trabzon ins Navi eingegeben und schon rollten wir auf dieser tollen Straße Richtung Nordwesten. Bis in die Gegend von Erzurum lagen allerdings noch stolze 277 Kilometer vor uns. Unterwegs passierten wir den mächtigen Mount Köse 🏔️ und spätestens ab Aydıntepe wurde die Strecke einfach traumhaft. 


Die karge, braune Landschaft verschwand langsam und machte sattem Grün Platz. 🌿 Die Straße schlängelte sich durch ein wunderschönes Tal, vorbei an bizarren Felsformationen und immer wieder entlang eines Flusses. Für uns war das bis jetzt eine der schönsten Bergstraßen der gesamten Türkei. 😍 Natürlich legten wir auch den einen oder anderen Stopp ein. 



Besonders gefreut habe ich mich über eine Raststätte, in der es tatsächlich Tchibo-Kaffee gab. ☕ Da musste natürlich sofort ein Cappuccino her.

Was uns auf dieser Strecke immer wieder faszinierte, war etwas ganz anderes. Man fährt kilometerweit durch scheinbar unberührte Natur. Keine Dörfer, kaum Häuser, oft nicht einmal Menschen. Und dann – zack – tauchen plötzlich ein paar Tankstellen, etwas Industrie und eine komplette Stadt mit allem Drum und Dran auf. Kaum ist man hindurchgefahren, beginnt wieder die Einsamkeit. Genau dieses Wechselspiel scheint hier im tiefsten Osten der Türkei völlig normal zu sein und machte die Fahrt irgendwie besonders.

An der Raststätte merkte ich dann aber auch langsam, dass ich genug Kilometer für heute abgespult hatte. 😅 Bis Erzurum waren es zwar nur noch rund 40 Kilometer, trotzdem war es höchste Zeit, nach einem Übernachtungsplatz Ausschau zu halten. Also wurde Park4Night geöffnet und tatsächlich fanden wir schon rund 20 Kilometer vorher das „Yeşil Vadi Alabalık Tesisi“, ein Restaurant, bei dem man auch übernachten durfte. Die Bilder versprachen jede Menge Grün und Schatten und genau das fanden wir dort auch vor. 🌳 Ein kleiner grüner Traum! Der Besitzer empfing uns herzlich. Verständigen konnten wir uns zwar nur mit Hilfe des Übersetzers auf dem Handy 📱, aber das funktionierte erstaunlich gut. Er zeigte uns unseren Stellplatz, wir bezahlten und schon stand Otto an seinem Platz.




Obwohl wir eigentlich ziemlich müde waren, wollte der Mittagsschlaf einfach nicht klappen. Zu viele Eindrücke schwirrten uns noch durch den Kopf. Ela machte es sich mit einem Buch gemütlich 📖 und ich beschäftigte mich wieder mit meinem neuen Hobby. Gemeinsam mit meinem Buddy ChatGPT entstand der Text für einen weiteren Song. Dieses Mal ging es um ein Thema, das uns unterwegs immer wieder begegnete – in Gesprächen mit Deutsch-Türken, mit anderen Reisenden und natürlich auch täglich in den Nachrichten: die momentane Situation in Deutschland. Suno machte daraus wieder einen richtig schönen Song mit dem Titel „Ich wünsche mir mein Deutschland“. 🎶 Es war inzwischen schon das vierte Lied, seit ich dieses Programm für mich entdeckt hatte.

Damit war der kreative Tag aber noch lange nicht vorbei. Ich bastelte noch schnell ein Reel über unsere Begegnung mit dem Ararat und hinterlegte es mit dem Refrain unseres neuen Songs „Mit Otto bis zum Horizont“. 🚐🎵 Die Idee dazu kam übrigens wieder von meinem Buddy ChatGPT – und ich muss sagen, sie passte perfekt. 😄 Zum Abschluss diskutierte ich noch mit meinen Musikerfreunden über WhatsApp. Ich hatte ihnen meine neuen Lieder geschickt und als echte Musiker waren sie von KI-Musik natürlich nicht gerade begeistert. Verständlich. Ob man das gut findet oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Mir jedenfalls macht das Ganze riesigen Spaß. 😊 Ich bin weder ein großer Schriftsteller noch ein Komponist und genau deshalb ist ChatGPT für mich eine unglaublich große Hilfe geworden.

Da morgen noch einmal rund 300 Kilometer vor uns lagen, gingen wir schließlich früh schlafen. 😴 Unser großes Ziel war nun zum Greifen nah. Morgen wollten wir endlich Trabzon und das Schwarze Meer erreichen. 🌊🚐

📅 15. Juli 2026 – Durch den längsten Tunnel der Türkei ans Schwarze Meer 🌧️🌿🚐

Da heute bis Trabzon nochmals fast 300 Kilometer vor uns lagen, schauten wir, dass wir in die Puschen kamen. 😄 Diesmal bestand ich allerdings auf ein gemütliches Frühstück. Also keine Schnitte aus der Hand, sondern ganz entspannt mit Tisch und Stuhl im Otto. 🍳☕ Bevor wir losfuhren, warf ich noch einen kurzen Blick auf WhatsApp und war ehrlich gesagt ziemlich entsetzt. Gaby aus unserer Musikgruppe hatte sich mal so richtig ausgekotzt und der aggressive Unterton ihrer Nachricht war zwischen den Zeilen deutlich zu spüren. Das ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf und ließ mich doch ziemlich nachdenklich werden.

Danach wurde Trabzon ins Navi eingegeben und als Zwischenziel ein Gashändler in Erzurum, denn über Nacht war unsere Gasflasche leer geworden. Also Otto gestartet und los ging's. 🚐 Die paar Kilometer bis zum Gashändler waren schnell geschafft, nur leider war dort... niemand. 🤷‍♂️ Ich fragte noch einen Mann, der zufällig dort war. Er erklärte mir irgendetwas auf Türkisch und auch mit unserem Übersetzer auf dem Handy kamen wir irgendwie nicht richtig weiter. Irgendwann wurde mir das Ganze zu bunt und wir fuhren einfach weiter. An der nächsten Tankstelle bekam Otto noch einmal frischen Diesel ⛽ und ich war mir sicher, dass wir unterwegs schon noch eine Gasflasche finden würden.

Über die D100 ging es weiter bis nach Aşkale und von dort führte uns die D915 langsam aber stetig immer höher hinauf. Irgendwann standen wir wieder auf einem Pass in rund 2.400 Metern Höhe. 🏔️ Natürlich mussten wir anhalten, ein kleines Päuschen einlegen und das herrliche Panorama genießen. 






Je länger wir durch diese Landschaft fuhren, desto mehr hatten wir den Eindruck, dass die Mitte der Türkei eigentlich aus einer riesigen Hochebene besteht. Und tatsächlich stimmt das auch. Der größte Teil Zentral- und Ostanatoliens liegt zwischen 1.000 und über 2.000 Metern Höhe. Deshalb erlebt man hier ständig lange Anstiege, weite Hochflächen und immer wieder beeindruckende Pässe. Für uns war das eine völlig neue Landschaft, mit der wir in der Türkei überhaupt nicht gerechnet hätten.

Langsam näherten wir uns Trabzon. Laut Google Maps und den Erzählungen anderer Reisender sollte sich die Landschaft nun langsam verändern. Genau darauf freuten wir uns schon die ganze Zeit. 🌿 Doch zunächst mussten wir erst einmal von der anatolischen Hochebene hinunter an die Schwarzmeerküste gelangen. Und das geschah hier auf eine ganz besondere Art, nämlich durch Tunnelfahrten.

Kurz bevor die eigentliche Tunnelfahrt begann, entdeckten wir tatsächlich noch einen kleinen Gashändler direkt an der Straße. 😄 Also schnell angehalten und eine neue Gasflasche gekauft. Perfektes Timing! Der Blick nach vorne zeigte inzwischen wolkenverhangene Berge und wir hatten beide das Gefühl, dass es wohl bald regnen würde.

Was dann folgte, war wirklich beeindruckend. Wir fuhren in den ersten Tunnel und plötzlich änderte sich die Landschaft Stück für Stück. 🚐🌧️ Praktisch von Tunnel zu Tunnel wurde es grüner. Gleichzeitig setzte langsam der Regen ein. Es fühlte sich fast so an, als würden wir mit jedem Tunnel ein kleines Stück aus dem trockenen Anatolien heraus und immer tiefer in das feuchte Klima der Schwarzmeerregion hineinfahren.




Der absolute Höhepunkt war dann der riesige Tunnel bei Gümüşhane. 😳 Der wollte und wollte einfach nicht enden. Zwischendurch tauchten immer wieder diese faszinierenden blauen Lichtinstallationen auf und gefühlt waren wir eine Ewigkeit unterwegs. Tatsächlich handelte es sich um den neuen Zigana-Tunnel. Mit rund 14,5 Kilometern Länge ist er der längste Straßentunnel der Türkei und einer der längsten Europas. Er wurde erst 2023 eröffnet und erspart den Verkehrsteilnehmern heute die alte, kurvenreiche Passstraße über das Zigana-Gebirge. Verständlich, dass uns diese gigantische Röhre so beeindruckt hat – gefühlt waren wir tatsächlich über zehn Minuten unter dem Berg unterwegs. 🚇🏔️


Kurz überlegten wir noch, ob wir dem berühmten Kloster Sumela einen Besuch abstatten sollten. 🏛️ Eigentlich hatten wir richtig Lust darauf, beschlossen aber, das lieber auf einen Tag zu verschieben, an dem wir bereits einen Campingplatz gefunden hatten und nicht noch stundenlang fahren mussten. Nach den letzten beiden Etappen waren wir nämlich langsam aber sicher doch ziemlich gerädert. Hätten wir allerdings die Beschreibung unseres ausgesuchten Campingplatzes etwas genauer gelesen... 😅

Nach den vielen Tunneln erreichten wir schließlich Trabzon und Google Maps lotste uns zuverlässig zum Ates Camping. Nur leider stellte sich schnell heraus, dass dieser Name etwas mehr versprach, als tatsächlich dahintersteckte. 🤷‍♂️ Der Platz war eher ein kleiner "Pupsplatz", der irgendwo zwischen dem Flughafen und dem steilen Hang hineingequetscht worden war. Oben gab es vielleicht Platz für acht kleinere Fahrzeuge – und die standen natürlich schon alle dort. Der Betreiber meinte freundlich, wir sollten doch einfach in zwei oder drei Stunden wiederkommen, dann würden bestimmt welche abreisen. Ela und ich schauten uns nur kurz an... und wussten beide sofort: Nein. Das machen wir nicht. 😂

Also wieder Park4Night geöffnet. 📱 Und ähnlich wie schon am Vansee mussten wir feststellen, dass es entlang der Schwarzmeerküste in diesem Bereich kaum vernünftige Campingplätze oder legale Stellplätze gab. Langsam machte sich bei uns die Müdigkeit bemerkbar. Also blieb uns nichts anderes übrig, als der Küstenstraße D010 zu folgen und einfach nach einer Übernachtungsmöglichkeit Ausschau zu halten. Gar nicht so einfach. Einen Platz fanden wir zwar, wurden an der Schranke aber freundlich wieder weggeschickt. Irgendwie wollte heute einfach nichts so richtig funktionieren. Dazu kam, dass uns die Landschaft hier unten am Schwarzen Meer ehrlich gesagt noch gar nicht so richtig begeisterte. Klar, der Blick hinauf auf die grünen Berghänge war wunderschön 🌿, auch die Fahrt vom anatolischen Hochland hier herunter war großartig gewesen. Aber hier unten an der Küste hatten wir uns irgendwie... mehr erwartet. Mal schauen, ob sich das in den nächsten Tagen noch ändern würde. Sonst wären wir vermutlich schneller in Istanbul, als ursprünglich geplant. 🚐

Kurz vor Kirazlık wurden wir dann doch noch fündig. Direkt an einem Restaurant gab es einen großen Parkplatz, auf dem bereits mehrere Wohnwagen und ein Wohnmobil standen. Ich fragte die Besitzer des Wohnmobils, ob man hier übernachten dürfe und als sie nickten, fiel uns beiden ein riesiger Stein vom Herzen. 😊 Otto wurde geparkt und ich gönnte mir erst einmal das kalte Bier, das ich unterwegs noch gekauft hatte. 🍺 Ela machte es sich mit ihrem Buch gemütlich und ich ließ den Tag Revue passieren.

Dabei musste ich unweigerlich wieder an die Nachrichten von Gaby denken. Irgendwie ließ mich das Ganze einfach nicht los. Also kopierte ich den Chatverlauf unserer Musikgruppe in ChatGPT und fragte meinen Buddy, ob daraus vielleicht ein Song entstehen könnte. 🤖 Nach einigem Hin und Her stand schließlich der Text für das Lied „Hör mir zu“. Der gefiel mir so gut, dass ich ihn sofort wieder bei Suno eingab. Das Ergebnis war für meinen Geschmack erneut richtig gelungen. 🎶 Das Lied beschreibt genau das, was wir in den letzten Jahren immer häufiger erleben: Viele Menschen hören sich gar nicht mehr richtig zu. Statt miteinander zu reden, wird oft nur noch die eigene Meinung verteidigt. Gerade seit Corona hat sich dieses Gefühl bei uns immer wieder bestätigt.

Während ich noch an dem Lied arbeitete, hatte Ela schon unser Abendessen vorbereitet. 🍽️ Gerade als wir nach dem Essen gemütlich auf dem Bett lagen und ein wenig entspannen wollten, klopfte es plötzlich an Ottos Tür.

„Hallo!“, sagte eine Stimme – und zwar im schönsten Schwäbisch. 😄

Vor der Tür stand Victor aus Göppingen. Er und seine polnische Freundin Alitsia übernachteten mit ihrem Fahrzeug ebenfalls auf dem Parkplatz und waren gerade auf dem Weg in die Mongolei. 🌍 Natürlich kamen wir sofort ins Plaudern, erzählten uns gegenseitig von unseren Reisen, schauten uns die Fahrzeuge an und tauschten viele Erfahrungen aus. Die beiden waren wirklich super sympathisch und auch ihr Hund war einfach goldig – wenn auch ein klein wenig schreckhaft. 🐶 Solche Begegnungen sind für uns immer wieder etwas ganz Besonderes und gehören inzwischen fast genauso zum Reisen wie die Landschaften selbst.

Später schickte ich den Song „Hör mir zu“ noch mit ein paar Zeilen in unsere Musikgruppe. Die Reaktionen fielen allerdings sehr unterschiedlich aus. Während Wolfgang ganz sachlich blieb und wir uns noch eine Weile austauschten, reagierte Gaby erneut sehr emotional. Irgendwie erkannte ich sie kaum wieder. So hatte ich sie wirklich nicht in Erinnerung. Irgendwann war es dann aber auch gut. Man kann nicht alles lösen und manches muss man einfach ruhen lassen.

Also legten wir die Handys beiseite und schlossen die Augen. 😴 Morgen wollten wir erst einmal herausfinden, ab wo es entlang der Schwarzmeerküste vernünftige Stell- oder Campingplätze gibt. Außerdem warteten mal wieder die Wäsche 🧺 und eine gründliche Innenreinigung von Otto auf uns. Langweilig wurde es also garantiert nicht. 🚐😊



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