🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Von Myra über die Feuer der Chimaera bis nach Side 🚐🔥🏛️🌊☀️19.06. - 2026
🚐 Von antiken Wundern, ewigen Feuern und alten Freunden
Nach traumhaften Seen, beeindruckenden Canyons, einem eher durchwachsenen Tauchtag und jeder Menge spontaner Planänderungen geht unsere Reise entlang der türkischen Mittelmeerküste weiter. Alte Kulturen, geheimnisvolle Naturphänomene und lebendige Großstädte warten auf uns, während Otto und Tweety Kilometer um Kilometer sammeln. Und als wäre das nicht schon spannend genug, steuern wir auch noch auf ein Wiedersehen mit guten Freunden zu. Mal sehen, welche Abenteuer zwischen Myra, Antalya und Side noch auf uns warten. 😎🌊🚐
🌞 19. Juni 2026 – Antike Wunder und der Ruf der ewigen Feuer 🏛️🔥🚐
Nach der letzten Chaosnacht war diese eine reine Wohltat gewesen. 😴 Keine laute Musik, kein Gegröle und kein Techno bis in die frühen Morgenstunden, sondern einfach nur himmlische Ruhe. So muss das sein! Ganz gemütlich standen wir auf, kochten uns einen Kaffee ☕ und genossen den wunderschönen Morgen an dieser geschichtsträchtigen Stätte.
Ela und ich hatten gestern beschlossen, dass wir uns die Ruinen und die Felsengräber anschauen würden, wenn wir schon durch einen glücklichen Zufall hier gelandet waren. Nicht umsonst werden wir auf dieser Reise immer wieder von irgendwelchen höheren Mächten an die schönsten Orte geführt. Also stärkten wir uns erst einmal mit einem gemütlichen Frühstück und schon standen wir am Ticketschalter, um die 26 Euro für uns beide loszuwerden. 🏛️
Von der einst wirklich bedeutenden Stadt Myra ist heute allerdings gar nicht mehr so viel zu sehen. Große Teile der antiken Stadt liegen unter dem heutigen Demre begraben und wurden bis heute nicht ausgegraben. Gleich nach dem Eingang fiel unser Blick auf das beeindruckende Amphitheater und natürlich wurde dieses erst einmal gründlich erkundet. Von oben nach unten, kreuz und quer und einmal rundherum. Es fasziniert uns immer wieder, welche Bauwerke die Menschen damals erschaffen haben und wie viele davon heute noch stehen. Ganz im Gegensatz zu manchen modernen Bauwerken, die schon nach wenigen Jahren Probleme bekommen. Da musste ich doch glatt wieder an die eingestürzte Brücke in Dresden denken. 😄
Nachdem wir das Theater ausgiebig bestaunt hatten, ging es weiter zu den berühmten Felsengräbern. Und die hatten es wirklich in sich. Direkt in die steile Felswand gehauen, thronen sie hoch über dem Theater und sehen auch nach über 2000 Jahren noch beeindruckend aus. Die Lykier glaubten damals, dass ihre Verstorbenen von geflügelten Wesen in den Himmel getragen würden und deshalb legten sie die Gräber möglichst hoch in den Felsen an. Wenn man bedenkt, dass diese Bauwerke etwa 400 Jahre vor Christus ohne moderne Maschinen in den Berg geschlagen wurden, kann man nur den Hut ziehen. 🤩
Natürlich machten wir jede Menge Bilder und Videos 📸 und das passende Reel muss ich natürlich auch noch zusammenschneiden. Nach gut anderthalb Stunden hatten wir aber genug gesehen und machten uns wieder auf den Rückweg zu Otto.
Dort gönnten wir uns erst einmal etwas zu trinken beim netten Betreiber des Stellplatzes, unterhielten uns noch ein wenig und genossen die entspannte Atmosphäre. Solche Begegnungen sind oft mindestens genauso schön wie die Sehenswürdigkeiten selbst.
Irgendwann war dann allerdings eine Dusche fällig. 🚿 Nicht nur für mich, sondern auch für mein treues T-Shirt aus Indonesien, das mittlerweile ehrlich gesagt auch schon bessere Tage erlebt hatte. 😂 Nach der erfrischenden Dusche fühlten wir uns beide wieder wie neue Menschen und es war Zeit, weiterzuziehen.
Als nächstes Ziel hatte Ela die Feuer von Chimaera ausgesucht. 🔥 Dort sollen seit Jahrhunderten kleine Flammen direkt aus einem Berghang züngeln und niemals erlöschen. Das klang natürlich ganz nach unserem Geschmack und so machten wir Otto startklar für das nächste Abenteuer.
Was uns dort erwarten würde, davon hatten wir allerdings noch keine Ahnung… 😎🚐
Die Fahrt führte uns zunächst wunderschön über die D400 direkt an der Küste entlang und wir waren einmal mehr begeistert von dieser Traumstraße. 🚐🌊 Hinter jeder Kurve eröffnete sich ein neuer Blick auf das Meer und die Berge und wir konnten gut verstehen, warum diese Strecke bei Wohnmobilfahrern und Motorradfahrern gleichermaßen so beliebt ist.
Kurz hinter Finike bog die D400 dann ins Landesinnere ab und der Himmel wurde plötzlich wieder bedrohlich schwarz. Schon in Myra hatten wir es donnern gehört und nun waren Ela und ich überzeugt, dass uns das Gewitter diesmal voll erwischen würde. Aber irgendwie schlängelten wir uns genau am Rand der Regenfront entlang und Otto bekam leider keine reinigende Dusche ab. Dabei hätte die ihm durchaus gutgetan. 😂 Mittlerweile hatte unser treues Zuhause schon eine ordentliche Reisepatina angesetzt und sah aus, als hätte es die halbe Türkei eingesammelt.
Kurz vor Ulupınar verließen wir dann die D400 und fuhren wieder in Richtung Meer. Madame Google führte uns einmal mehr perfekt ans Ziel und mittlerweile konnten wir uns auf ihre Weg Führung wirklich verlassen. Noch ein bisschen den Berg hinuntergeschlängelt und schon standen wir auf dem Parkplatz der berühmten Feuer von Chimaera. 🔥 Bei Park4Night hatten wir gelesen, dass man hier übernachten könne und so stellten wir Otto gleich so hin, dass dies bequem möglich gewesen wäre. Eigentlich war der Plan ganz einfach. Erst eine gemütliche Mittagspause, dann die Feuer besichtigen und anschließend hier die Nacht verbringen.
Eine kleine Eingebung brachte uns allerdings auf die Idee, vorher doch noch kurz zum Eingang zu laufen und nachzufragen, was der Eintritt kostet, wie das Ganze abläuft und ob man tatsächlich hier übernachten darf. Die ersten Antworten waren vielversprechend. Der Eintritt war günstig, man sollte möglichst spät hinaufgehen, weil die Feuer bei Dunkelheit am schönsten wirken und der Weg sei gut zu laufen. Dann kam allerdings die schlechte Nachricht: Übernachten streng verboten! 😄
Mit dieser Erkenntnis marschierten Ela und ich zurück zu Otto und schmiedeten einen neuen Plan. Kurze Mittagspause, anschließend zu den Feuern hinauf und danach weiter in Richtung Kemer. Dort sollte es einen schönen Stellplatz direkt am Strand geben. Gesagt, getan. Während der Mittagspause nickte ich sogar noch ein wenig ein und sammelte Kräfte für den Aufstieg. 😴
Kurz darauf schnappten wir unseren Rucksack und standen schon wieder am Ticketschalter. Zwei Euro pro Person – das war für türkische Verhältnisse fast schon ein Schnäppchen. Also Tickets gekauft und los ging der Aufstieg. Über einen guten Kilometer führte der steinige Weg stetig bergauf. Gut zu laufen war er schon, aber wir kamen trotzdem ordentlich ins Schwitzen und unsere Dusche vom Vormittag war praktisch umsonst gewesen. 🚶♂️🥵
Dann wurde der Wald plötzlich lichter und zwischen den Felsen tauchten die ersten Flammen auf. Was für ein Anblick! 🔥🤩 Die Feuer von Chimaera brennen hier tatsächlich seit Jahrtausenden ununterbrochen. Schon in der Antike berichteten Seefahrer von den geheimnisvollen Flammen, die nachts hoch oben am Berg loderten und ihnen als Orientierung dienten.
Der Legende nach besiegte der Held Bellerophon hier das feuerspeiende Ungeheuer Chimaera, ein Mischwesen aus Löwe, Ziege und Schlange. Der Sage nach sollen die ewigen Flammen der Atem dieses Wesens sein.
Die Wissenschaft kennt die Ursache heute natürlich genauer. Aus tiefen Gesteinsschichten tritt hier Erdgas aus, das sich beim Kontakt mit Sauerstoff von selbst entzündet und die kleinen Feuer seit Jahrhunderten, wahrscheinlich sogar seit Jahrtausenden, am Brennen hält.
Zwischen den Flammen entdeckten wir auch alte Ruinen. Dabei handelt es sich um Überreste eines antiken Heiligtums, das einst dem Feuergott gewidmet war. Schon die Menschen der Antike hielten diesen Ort für etwas ganz Besonderes und errichteten hier Tempel und Kultstätten. Wenn man zwischen den Felsen steht und überall kleine Flammen aus dem Boden züngeln sieht, kann man gut verstehen, warum dieser Platz die Fantasie der Menschen seit so langer Zeit beflügelt. Irgendwie hatte das Ganze schon etwas richtig Spukiges. 👻🔥
Wir liefen gemütlich über das Gelände, schauten uns die verschiedenen Feuer an und genossen diese ganz besondere Atmosphäre. Bevor wir uns wieder an den Abstieg machten, legten wir noch eine kleine Getränkepause ein. 🥤 Dabei konnten wir eine Katzenmutter mit ihren beiden Jungen beobachten, die hier zwischen den Ruinen spielten und vermutlich irgendwo in der Nähe ihr Zuhause hatten. Wieder so einer dieser kleinen Momente, die man gar nicht planen kann und die eine Reise oft genauso besonders machen wie die eigentlichen Sehenswürdigkeiten. 😸😸😎
Nachdem wir etwas getrunken und dem putzigen Katzenspiel eine ganze Weile zugeschaut hatten, machten wir uns an den Abstieg. 😸🔥 Noch wussten wir ja nicht, ob unser restlicher Plan für den heutigen Tag überhaupt aufgehen würde. Unten angekommen starteten wir Otto, fuhren wieder hinauf auf die D400 und nahmen Kurs auf den ausgesuchten Stellplatz bei Kemer, den ich auf Park4Night gefunden hatte. 🚐🌊
Je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr beschlich uns allerdings das Gefühl, dass es diesen Platz in der beschriebenen Form wohl nicht mehr geben würde. Tatsächlich führte uns die Straße mitten durch riesige Hotelanlagen und an der markierten Stelle fanden wir zwar einen Parkplatz, dieser gehörte aber zu einem Strand voller Liegestühle und Sonnenschirme und war als Übernachtungsplatz für uns völlig ungeeignet. 😄 Wieder einmal mussten wir unseren Tagesplan über den Haufen werfen. Aber diesmal diskutierten wir gar nicht lange. Schon vor ein paar Tagen hatte ich einen offiziellen Wohnmobilstellplatz in Antalya entdeckt, den wir eigentlich erst in ein oder zwei Tagen ansteuern wollten. Von hier waren es noch etwa 50 Kilometer und wir beschlossen kurzerhand, diese Strecke auch noch zu fahren.
Natürlich hofften wir, dass dort überhaupt noch Plätze frei waren, denn vernünftige Stellplätze sind in Antalya nicht gerade an jeder Ecke zu finden. Außerdem wollten wir uns von dort aus mit Thomas und Simone treffen, die gerade ihren Urlaub hier verbrachten. Zumindest glaubten wir das zu diesem Zeitpunkt noch. 😎
Unterwegs fiel uns immer wieder auf, dass Warnschilder am Straßenrand vor Schleudergefahr bei Nässe warnten. Ich schaute mir die Straße an und dachte noch so bei mir: "Jetzt übertreiben die aber ein bisschen." Nicht ahnend, dass wir nur kurze Zeit später eine Geschichte hören würden, die diese Schilder in einem ganz anderen Licht erscheinen ließ.
Irgendwann erreichten wir schließlich den Antalya Büyükşehir Belediyesi Karavan Park und diesmal hatten wir wirklich Glück. 🍀 Es waren tatsächlich noch Stellplätze frei. Schon bei der Einfahrt fielen uns zwei Fahrzeuge mit Esslinger Kennzeichen auf, darunter sogar ein beeindruckender Unimog als Expeditionsmobil. Kaum hatten wir Otto abgestellt, kamen wir auch schon mit den Besitzern ins Gespräch.
Und was wir da hörten, war wirklich eine haarsträubende Geschichte.
Die beiden waren vor einiger Zeit auf der Durchreise durch die Türkei gewesen und bei regennasser Fahrbahn ins Schleudern geraten. Der Unimog war dabei sogar umgekippt und zu allem Unglück war ein entgegenkommendes türkisches Fahrzeug in das umgestürzte Expeditionsmobil geprallt. Dabei wurde ein Insasse des anderen Fahrzeugs schwer verletzt.
Seitdem saßen die beiden hier fest.
Roland, der Halter des Fahrzeugs, durfte die Türkei nicht verlassen, solange das Verfahren nicht abgeschlossen war. Und das zog sich mittlerweile schon seit vielen Wochen hin. Die beiden hofften jeden Tag darauf, dass der Prozess endlich beginnen würde, doch scheinbar hatte niemand so richtig Eile. Auch von deutscher Seite fühlten sie sich ziemlich allein gelassen und die Behörden vor Ort schienen wenig Interesse daran zu haben, dass jemand vielleicht seinen Arbeitsplatz oder andere Verpflichtungen in der Heimat verlieren könnte.
Zum Glück hatten die beiden ausreichend Zeit mitgebracht. Eigentlich wollten sie auf ihrer Reise bis zum Pamir Highway fahren, doch daraus war nun erst einmal nichts geworden. Da denkt man selbst manchmal über kleine Reiseprobleme nach und merkt plötzlich, wie gut man es eigentlich hat. 🤔
Nach diesem interessanten Gespräch unterhielten wir uns noch kurz mit dem zweiten Esslinger, einem Deutsch-Türken, der ebenfalls auf dem Platz stand. Man kommt auf solchen Stellplätzen eben immer wieder mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch und genau diese Begegnungen machen das Reisen oft so spannend. Dann noch das Telefonat mit Thomas, den wir vermeintlich in Antalya wähnten und von ihm bekamen wir die Info dass sie in Antalya gelandet waren sich aber in Side aufhielten, na ja dann müssen wir halt auch noch diesen Plan etwas anpassen 😁😂😂😂
Irgendwann meldete sich dann aber unser Magen und es war höchste Zeit für das Abendessen. 🍽️ Nach diesem langen und ereignisreichen Tag schmeckte das natürlich besonders gut. Anschließend ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Myra, die ewigen Feuer von Chimaera, spontane Planänderungen, eine wunderschöne Fahrt über die D400 und zum Abschluss noch diese unglaubliche Geschichte auf dem Stellplatz in Antalya – langweilig wird es auf dieser Reise wirklich nie.
Und da dieser Tag doch ganz schön anstrengend gewesen war, fielen uns danach auch ziemlich schnell die Augen zu. 😴🌙
Gute Nacht.
🌞 20. Juni 2026 – Wenn Pit zu MacGyver wird 🔧🚐🍒
Trotz dass der Campingplatz mitten in Antalya lag, war es nachts erstaunlich ruhig gewesen und so konnten Ela und ich wieder einmal hervorragend schlafen. Wunderbar ausgeruht wachten wir auf, gönnten uns den ersten Kaffee des Tages ☕, ich schrieb wie jeden Morgen ein wenig Reiseblog und wir ließen den Tag ganz entspannt beginnen. Mittlerweile hatte sich diese Morgenroutine fest eingespielt und wir genossen sie beide sehr.
Nach dem Frühstück plauderte ich noch eine ganze Weile mit den Unimog-Fahrern. Deren Geschichte ließ mich einfach nicht los. Dabei erfuhr ich, dass im schlimmsten Fall sogar eine Haftstrafe von bis zu anderthalb Jahren, vermutlich auf Bewährung, im Raum stand. Keine schöne Vorstellung, wenn man eigentlich nur auf der Durchreise gewesen war. Irgendwann fiel mir dann ein, dass wir dringend Gas benötigten. Unsere erste deutsche Flasche war inzwischen leer und nachdem das Nachfüllen unterwegs nicht funktioniert hatte, musste nun eben eine türkische Flasche her. Zum Glück hatte Ela währenddessen mit dem anderen Esslinger geplaudert. Der meinte ganz entspannt, das sei überhaupt kein Problem. Einfach an der Rezeption Bescheid geben und die Flasche würde geliefert werden. Genau so war es dann auch. Gemeinsam regelten wir alles und kurze Zeit später wurde die neue Gasflasche geliefert und ruckzuck im Gasfach von Otto installiert. 😎 Gasproblem gelöst.
Wo wir schon beim Herumwerkeln waren, kam Ela die Idee, auch unsere Abwasserentsorgung etwas zu optimieren. Der Abfluss von Otto sitzt hinten mittig unter dem Fahrzeug und wird über einen Schieber geöffnet. Dafür muss man allerdings immer genau über einer Entsorgungsstation stehen. Viele Plätze, so auch hier in der Türkei, haben jedoch gar keine klassische Entsorgungsstation, sondern lediglich einen Kanalanschluss am Stellplatz. Nur leider hatten wir keine Möglichkeit, dort einen Schlauch anzuschließen. Wer mich kennt, weiß natürlich, dass mir da sofort etwas einfiel. 😂 Also kroch ich unter Otto, nahm Maß und stellte fest, dass der Innendurchmesser ziemlich genau 50 Millimeter betrug. Dieses Maß kam mir bekannt vor und tatsächlich gab es dafür passende Rohre und Zubehör.
Also wurde Tweety aus seiner Garage befreit 🛵 und ich machte mich auf den Weg zu einem Baumarkt, der witziger weise direkt neben einem Decathlon lag, mein Lieblingsgeschäft für alles sportliche.
Dort fand ich nach einigem Suchen tatsächlich alles, was ich brauchte. Ein passender Deckel, Schlauchanschluss, Dichtungen und sogar ein Kegelbohrer wanderten in meinen Einkaufswagen. Mit der Kundenfreundlichkeit war es allerdings nicht weit her. Nach meinen Erfahrungen in Thailand, wo die Mitarbeiter einem gefühlt jeden Wunsch von den Augen ablesen, wirkte das Personal hier eher so, als würde ich sie bei etwas Wichtigem stören. 😄 Aber egal, ich hatte schließlich alles, was ich brauchte.
Zurück bei Otto legte ich sofort los. Nachdem ich mir beim ersten Vermessen ordentlich den Kopf angeschlagen hatte, fuhr ich Otto zunächst auf die Auffahrrampen. Das verschaffte deutlich mehr Platz zum Arbeiten.
Dann bohrte ich den Deckel auf, montierte den Schlauchanschluss und war mit dem Ergebnis zunächst sehr zufrieden. Bis zu dem Moment, als ich das Ganze in den Abfluss einsetzen wollte. Es fehlten nur wenige Millimeter, aber genau diese verhinderten den Einbau. Das Material war zudem so hart, dass ich keine Chance hatte, es irgendwie zu dehnen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als den kompletten Ablauf auseinanderzubauen. Abwasser ablassen, vier Schrauben lösen und schon hielt ich das gute Stück in der Hand.
Nun stellte sich die Frage, wie ich den Durchmesser etwas vergrößern konnte. Da kam mir Roland mit seinem Unimog in den Sinn. Wenn einer das passende Werkzeug dabeihatte, dann vermutlich er. Also spazierte ich hinüber und tatsächlich zauberte er einen kleinen Fräser hervor, den ich in meinen Akkuschrauber einspannen konnte. Perfekt! 🔧 Ich fräste, probierte, fräste erneut und irgendwann passte alles so gut, dass ich den Deckel einkleben konnte. Aus meiner Modellbauzeit hatte ich noch einen Spezialkleber dabei und das Ding hielt anschließend bombenfest. Noch ein bisschen Klebeband, das Allheilmittel eines Schraubers, und schon war das Ding wieder bereit eingebaut zu werden.
Also wieder alles zusammengebaut, ein Testlauf und siehe das es funktionierte wie erwartet.
Eigentlich dachte ich, jetzt wäre Feierabend. Aber natürlich kam alles anders. 😄 Während ich gerade unter Otto hervorkroch, erschien unser türkischer Nachbar von gegenüber. Mit Händen und Füßen machte er mir klar, dass er Hilfe brauchte. Offenbar hatte er mich die ganze Zeit beim Basteln beobachtet und daraus geschlossen, dass ich technische Probleme lösen könne. Ganz falsch lag er damit ja nicht. Also folgte ich ihm zu seinem Wohnwagen. Dort stellte sich heraus, dass seine Tür nicht mehr richtig schloss. Eigentlich eine Kleinigkeit, dachte ich zumindest. Daraus wurde dann allerdings eine mehr als einstündige Bastelaktion. Zum einen war die Konstruktion ziemlicher Lumpenkruscht, zum anderen verstanden die Besitzer weder Deutsch noch Englisch. So arbeiteten sie manchmal genau in die entgegengesetzte Richtung von dem, was ich eigentlich wollte. 😂
Irgendwann war aber auch dieses Problem gelöst und die Tür ließ sich wieder vernünftig schließen. Die Nachbarn bedankten sich überschwänglich und wollten mir sogar Geld geben. Das lehnte ich natürlich ab. Hilfe sollte von Herzen kommen. Stattdessen bekam ich einen großen Teller Kirschen geschenkt. 🍒 Darüber freute ich mich ehrlich gesagt sogar mehr.
Währenddessen hatte Ela unsere gesamte Baustelle aufgeräumt, Wäsche gewaschen und Otto von innen wieder auf Vordermann gebracht. Nachdem ich mein Werkzeug verstaut hatte, war dann tatsächlich Feierabend. Zeit für ein wohlverdientes Feierabendbier. 🍺
Auf das Abendessen freute ich mich heute ganz besonders. Es sollte Hähnchenschenkel aus dem Omnia geben, gewürzt mit der Gewürzmischung, die wir in Fethiye gekauft hatten. Während Ela den Salat vorbereitete, brachte ich den Omnia in Stellung und rund 45 Minuten später saßen wir wieder einmal vor einem richtig leckeren Abendessen. 😋
Anschließend wurde noch ein wenig gelesen, entspannt und der Tag Revue passieren gelassen. So ein Basteltag steht zwar selten in einem Reiseführer, gehört aber mindestens genauso zum Vanlife dazu wie Traumstrände, antike Ruinen und spektakuläre Ausblicke.
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