🇹🇷 Türkei mit dem Wohnmobil – Vom Mittelmeer durch das Taurusgebirge nach Kapadokien 🚐🌊⛰️🎈26.06. - 2026
🚐 Aufbruch ins Taurusgebirge ⛰️
Nach erlebnisreichen Tagen an der türkischen Mittelmeerküste heißt es für uns wieder Abschied nehmen. Myra, die ewigen Feuer von Chimaira, Antalya und Side liegen hinter uns und einmal mehr haben wir festgestellt, wie abwechslungsreich die Türkei eigentlich ist. Jetzt zieht es uns wieder ins Landesinnere. Vor uns liegen das beeindruckende Taurusgebirge, kurvenreiche Straßen und mit Kapadokien eines der Reiseziele, auf das wir uns schon seit Beginn unserer Tour ganz besonders freuen. Mal schauen, welche Abenteuer dort wieder auf uns warten. 😎🇹🇷
🌞 26. Juni 2026 – Abschied vom Meer und hinein ins Taurusgebirge ⛰️🚐🌿
Der heutige Tag bedeutete Abschied vom Meer und auf ins Taurusgebirge. Ela und ich hatten beschlossen, jetzt erst einmal nicht weiter an der Küste entlangzufahren, sondern das türkische Inland kennenzulernen, um später bei Mersin wieder ans Mittelmeer zurückzukehren. Also machten wir Otto wieder reisefertig. Da wir ein paar Tage an einem Platz gestanden hatten und Tweety ständig im Einsatz gewesen war, dauerte das Zusammenpacken etwas länger. Mittlerweile lief aber jeder Handgriff wie von selbst und so konnten wir schon bald aufbrechen. Nach einem kurzen Einkaufsstopp ging es auf die D687 zu unserem ersten Tagesziel, der Altınbeşik-Höhle. Das bedeutete zwar einen kleinen Umweg, doch die direkte Strecke von Side aus sollte laut Beschreibung für ein größeres Wohnmobil ziemlich eng und stellenweise etwas knifflig sein.
Kurz hinter Başlar verließen wir schließlich die D687 und folgten einer deutlich schmaleren und kurvigen Bergstraße in Richtung Ürünlü. Vorher hatten wir gelesen, dass diese Strecke mit einem größeren Wohnmobil nicht ganz ohne sein sollte. Zumindest für unseren Otto stellte sie aber überhaupt kein Problem dar. Nach dem kleinen Ort erreichten wir eine geschlossene Schranke mit einem Häuschen, in dem zwei Männer saßen. Zunächst dachten wir schon, hier wäre Endstation, doch es handelte sich lediglich um den Eingang zum Altınbeşik-Nationalpark. Also bezahlte ich die 250 Türkischen Lira Eintritt, wir bekamen zwei Helme ausgehändigt, die man außerhalb des Fahrzeugs tragen sollte, und schon öffnete sich die Schranke.
Auf Google Maps hatte ich entdeckt, dass es unterwegs einen Aussichtspunkt über den Manastır-Canyon geben sollte. Darauf hatte ich mich schon besonders gefreut, denn die Bilder im Internet sahen beeindruckend aus. Nach einigen engen Kurven und dem einen oder anderen kräftigen Schnaufer von Ela – die Straße verlief stellenweise wirklich ziemlich dicht am Abgrund 😅 – erreichten wir schließlich den Aussichtspunkt.
Und was soll ich sagen? Einfach grandios! 🤩 Vor uns öffnete sich eine gewaltige Schlucht mit nahezu senkrechten Kalksteinwänden. Tief unten schlängelte sich der türkisfarbene Fluss durch den Canyon und die Dimensionen waren kaum in einem Foto festzuhalten. Der Manastır-Canyon gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten des Nationalparks und wird seit Jahrtausenden vom Wasser geformt. Die Kombination aus den steilen Felswänden, der unberührten Natur und dem intensiv türkisfarbenen Wasser machte diesen Aussichtspunkt für uns zu einem echten Geheimtipp. Hier trafen wir auch ein russisches Pärchen, das gemeinsam mit uns in den Nationalpark gefahren war. Wie sich später herausstellen sollte, würden wir mit den beiden auch die Bootsfahrt in der Höhle unternehmen.
Nachdem wir genügend Fotos und Videos gemacht hatten, fuhren wir weiter zur eigentlichen Attraktion des Nationalparks, der Altınbeşik-Höhle. Die Parksituation dort war, wie bereits beschrieben, etwas abenteuerlich. Die wenigen Stellmöglichkeiten waren schnell belegt und so wendeten wir Otto auf der schmalen Straße und parkten direkt an der Leitplanke oberhalb des Abhangs. Sicherheitshalber legten wir – genau wie die anderen Fahrzeuge – noch zwei Steine hinter die Hinterräder. Sicher ist schließlich sicher. 🚐
Anschließend setzten wir unsere Helme auf und liefen zum Eingang der Höhle. Unten auf dem kleinen Parkplatz standen lediglich zwei Minibusse und insgesamt war erfreulich wenig Betrieb. Von dort führte ein rund 150 Meter langer, massiver Stahltunnel durch eine steinschlaggefährdete Felsschneise bis direkt zum Höhleneingang. Spätestens hier war klar, warum die Helme vorgeschrieben waren.
Kaum hatten wir den Tunnel verlassen, standen wir direkt am türkisfarbenen Höhlensee. Daneben befand sich lediglich ein kleines Kassenhäuschen und die Boote warteten bereits auf die nächsten Besucher.
Die Altınbeşik-Höhle zählt zu den beeindruckendsten Naturwundern der Türkei und liegt mitten im gleichnamigen Nationalpark. Ihren Namen, der übersetzt „Goldene Wiege“ bedeutet, verdankt sie einem natürlich geformten Felsblock im Inneren der Höhle, der durch seine gelbliche Farbe und Form an eine Wiege erinnert. Die Höhle gehört zu einem gewaltigen Karstsystem unter dem Taurusgebirge, das sich über rund 65 Kilometer bis zum Beyşehir-See erstreckt und damit zu den größten unterirdischen Höhlensystemen der Türkei zählt. Die bisher erforschten Höhlengänge sind rund 5,5 Kilometer lang und bestehen aus drei Ebenen. Besucher können allerdings nur einen kleinen Teil davon erkunden und mit kleinen Booten über den etwa 200 Meter langen unterirdischen See fahren. Dahinter versperrt ein rund 44 Meter hoher Travertinwall den Weg in die tieferen Bereiche der Höhle. Insgesamt befinden sich im Höhlensystem rund 20 Seen, von denen viele bis heute nur von Höhlenforschern erreicht werden können. Schon beim ersten Blick auf das glasklare, türkis schimmernde Wasser wussten Ela und ich, dass sich der kleine Umweg hierher mehr als gelohnt hatte. 😍
Der Eintritt war schnell in bar bezahlt, Kartenzahlung war hier leider nicht möglich. Gerade als eine weitere Besuchergruppe ankam, hieß es für uns und das russische Pärchen: Schwimmwesten an und rein ins Schlauchboot. Unser Paddelmeister nahm Platz und schon glitten wir lautlos über das glasklare Wasser. Bereits nach den ersten Metern waren wir beeindruckt, doch als wir tiefer in die Höhle hineinfuhren, blieb uns beinahe der Atem weg.
Gewaltige Hallen öffneten sich vor uns, wunderschön beleuchtet und mit herrlichem Sinterschmuck verziert. Wieder einmal stellten wir fest, dass jede Höhle ihren ganz eigenen Charakter besitzt. Da Ela und ich mittlerweile in fast jedem Land Höhlen besucht haben, vergleichen wir diese natürlich automatisch miteinander. Genau das macht ihren Reiz aus – keine gleicht der anderen. Allein die Vorstellung, auf einem der größten unterirdischen Seen der Welt mit einem kleinen Ruderboot unterwegs zu sein, sorgte schon für Gänsehaut. 😍
Dann erreichten wir die berühmte Felsformation, die an eine Wiege erinnert und der Höhle ihren Namen „Goldene Wiege“ gegeben hat. Unser Bootsführer machte dort fleißig Fotos von Ela und mir. Das Fotografieren und Rudern gehörte allerdings auch zu seinen einzigen Talenten. 😄 Ein wirklich sympathischer Kerl, aber leider sprach er keine Fremdsprache. Informationen über die Höhle oder ihre Entstehung gab es deshalb keine. Für uns war das nicht weiter schlimm, schließlich waren wir ja fast sozusagen Höhlenexperten 😎😏, aber viele andere Besucher hätten sich bestimmt über ein paar Erklärungen gefreut.
Am Ende des befahrbaren Höhlensees erwarteten uns wunderschöne Sinterkaskaden, die natürlich sofort als Fotomotiv herhalten mussten. 📸
Anschließend paddelten wir langsam wieder zurück, passierten noch einmal die „Goldene Wiege“ und konnten die riesigen Höhlenhallen nun aus einer ganz anderen Perspektive bewundern. Es war einfach wunderschön.
Wieder am Anleger angekommen zogen wir unsere Schwimmwesten aus und ich gab unserem Paddelmeister noch ein kleines Trinkgeld. Danach gönnten wir uns erst einmal ein kühles Getränk. Ein anderer Mitarbeiter sprach ein wenig Englisch und erklärte uns schließlich noch einige Details zur Höhle. Außerdem zeigte er uns die große Informationstafel, auf der alles sogar auf Deutsch beschrieben war. Jetzt wussten wir auch, welch beeindruckendes Höhlensystem sich hier unter dem Taurusgebirge verbarg.
Wir liefen wieder durch den langen Stahltunnel zurück zu Otto, entfernten die Sicherungssteine hinter den Hinterrädern und schon ging es die steile Bergstraße wieder hinauf zur D687. Eigentlich wollten wir der Straße einfach so lange folgen, bis wir irgendwann keine Lust mehr zum Fahren hatten und uns einen schönen Stellplatz für die Nacht suchten. Genau so kam es dann auch. Kurz vor Beyşehir fanden wir auf Park4Night einen Stellplatz direkt im Ort. In der Beschreibung war von einer berühmten hölzernen Moschee die Rede. Plötzlich fiel bei Ela und mir der Groschen: Das war doch genau die Moschee, von der uns Petra und Wolfgang vor ein paar Tagen erzählt hatten und die sie ebenfalls besuchen wollten. Manchmal spielt der Zufall auf Reisen wirklich wunderbar mit. 😊
Bis dorthin waren es nur noch gut dreißig Minuten und wenig später standen wir bereits auf dem Parkplatz direkt vor der Moschee.
Schon von außen machte das Gebäude einen beeindruckenden Eindruck. Zunächst war allerdings erst einmal eine kleine Pause angesagt. Danach schlenderte ich noch etwas durch den Ort, machte ein paar Bilder vom herrlich blauen Beyşehir-See und musste dabei wieder daran denken, dass das riesige Karstsystem der Altınbeşik-Höhle bis hierher reicht und den See mit seinem Wasser speist. Ein faszinierender Gedanke. Anschließend fotografierte ich noch die wunderschöne Moschee und die liebevoll restaurierten Häuser mit ihren kleinen Geschäften und Cafés, die sie umgaben, bevor ich wieder zu Ela und Otto zurückkehrte.
Ela hatte in der Zwischenzeit bereits ein leckeres Abendessen vorbereitet und so ließen wir uns dieses erst einmal schmecken. Den restlichen Abend verbrachten wir ganz gemütlich mit einer Runde Mahjong auf dem Handy. Morgen wollten wir uns dann die berühmte Eşrefoğlu-Moschee genauer anschauen. Sie musste wirklich etwas ganz Besonderes sein. 😎🕌
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